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„Palliative Care“ ist ein umfassendes, der Verbesserung oder zumindest
Wahrung eines Mindestmaßes an Lebensqualität verpflichtetes Versorgungskonzept
für schwerstkranke Menschen. Umfassend meint die Berücksichtigung körperlicher,
psychischer, sozialer und spiritueller Problemlagen der erkrankten Menschen
und ihrer Angehörigen. Tragende Säule von Palliativ Care ist die pflegerische
Versorgung und Begleitung schwerstkranker Menschen. Sie wurde und wird auch
heute zu weiten Teilen durch das bürgerschaftliche Engagement ehrenamtlicher
Hospizhilferinnen und -helfer unterstützt.
Die Entwicklung von Pallitative Care geht auf die Hospizbewegung zurück. In
der Literatur werden die Begriffe „Palliative Care“ (palliative Versorgung)
und „Hospice Care“ (hospizliche Versorgung) häufig synonym benutzt. Sie stehen
jeweils für die im angelsächsischen Raum in der Tradition der bürgerlichen
Protestbewegung der 1960er-Jahre verwurzelten Initiativen für die Entwicklung
bedarfs- und bedürfnisgerechter Versorgungsmöglichkeiten für schwerstkranke
und sterbende Menschen. Als Wiege der Hospizbewegung in Europa gilt
Großbritannien. Dort gründete Cicely Saunders – die Grand Dame der
Hospizbewegung 1967 in London mit dem „St. Christopher’s Hospice“ das erste
„neuzeitliche“ Hospiz, das bereits zwei Jahre später durch einen palliativen
Hausbetreuungsdienst ergänzt wurde. Hintergrund dieser Entwicklung war, dass
die an akutmedizinischen Behandlungsmaximen orientierte und zunehmend
technisierte Hochleistungsmedizin insbesondere bei schweren Tumorerkrankungen
den Versorgungsbedarfen und –bedürfnissen der Betroffenen nicht gerecht
werden konnte und kann. Die Bedingungen, unter denen schwerstkranke Menschen
in den Akutkliniken verstarben, wurden zunehmend als inhuman empfunden, da
weder der Linderung belastender Symptome, noch einer psychosozialen Beleitung
Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Auch die in Deutschland heute bestehenden
ambulanten Palliativ- bzw. Hospizdienste und stationären Hospize sind in der
überwiegenden Anzahl aus lokalen oder regionalen Hospizgruppen hervorgegangen.
Lag der Schwerpunkt der Hospizarbeit auf der Begleitung schwerstkranker
sterbender Menschen und ihrer Bezugspersonen, so wird heute das Augenmerk
verstärkt darauf gelenkt, dass palliative Versorgungskonzepte zur Maximierung
von Lebensqualität und die in der
Palliativmedizin (weiter-)entwickelten
palliativen Behandlungsverfahren insbesondere bei schweren fortschreitenden
Erkrankungen bereits in frühen Behandlungsphasen begleitend zur kurativen
Therapie angewandt werden. Ferner wird heute der Blick verstärkt
darauf gelenkt, dass bei vielen an chronisch degenerativen Erkrankungen
leidenden Menschen eine Versorgungspraxis angezeigt ist, die dem
Symptommanagement hinreichend Rechnung trägt. Sie können und sollten von den
in der Palliativpflege und -medizin im Rahmen der Versorgung von Menschen
im fortgeschrittenen Stadium von Tumorerkrankungen und Aids gesammelten
Erfahrungen profitieren. Dies gilt im besonderen Maße für chronisch erkrankte
Menschen, die durch anhaltenden Schmerz oder wiederholt auftretende
Schmerzzustände in ihrer Lebensqualität einschränkt sind.
::Das "Palliative Care"-Konzept der Weltgesundheitsorganisation
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite:
Dr. Gabriele Müller-Mundt
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