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Die Ausführungen zur
weltweiten Verpflichtung von Spielern
deuten bereits darauf hin, dass im modernen Spitzensport die Bindung des
Publikums an die „eigenen“ Vereine nicht mehr selbstverständlich ist,
sondern eigens hergestellt werden muss.
© FC Schalke 04
Dass dies nicht immer so war, zeigt die Geschichte der Sportvereine. So waren
Sportvereine offenbar lange Zeit ein wichtiger Teil der Geschichte einer
Stadt bzw. einer Region. Und dementsprechend wurde die jeweilige Mannschaft
von der Bevölkerung als eine Gruppe von Einwohnern dieser Stadt/Region
angesehen, die quasi stellvertretend für die gesamte Bevölkerung spielte.
Diese Form der Identifikation auf lokaler Ebene konnte im Kern bis in die
80er Jahre bewahrt werden. Die Spieler wurden als „heimische Spieler“
wahrgenommen, waren sie zugezogen, dann „passten“ sie dennoch zur Region
und gaben sich öffentlich als „Bayern“ oder als „Schalker“. Diese
traditionelle Form der Publikumsbindung wird nunmehr durch die zunehmende
Internationalität der Spielerkader erheblich erschwert, und die
Vereine
müssen neue Strategien und Profile entwickeln, um weiterhin die Stadien
und Hallen zu füllen.
Hinzu kommt, dass die Vereine heute nicht mehr nur an einem lokalen Publikum
interessiert sind, sondern auch Identifikationsmöglichkeiten für ein
überregionales und globales Publikum anbieten müssen. Das lässt sich wohl
am deutlichsten am Beispiel des Fußballvereins Manchester United zeigen,
der sogar in Asien eigene Fanshops, sogenannte „emotional headquarters“,
betreibt. Dass eine solche
global orientierte Strategie
zu Konflikten mit der klassischen, noch immer bedeutsamen Bindung des
lokalen Publikums führen kann, liegt auf der Hand.
Wie schwierig es ist, einen Ausweg aus diesem Identifikationsproblem zu
finden, wird klar, wenn man sich die wachsende Bedeutung dieses überregionalen,
wenn nicht sogar weltweiten Publikums für die Spitzensportvereine vor
Augen führt. Denn erst dieses Publikum macht den Sportverein zu einem
Zielobjekt von Massenmedien und überregional tätigen Wirtschaftsunternehmen.
Das heißt, der Verein kann sich weder erlauben, auf das lokale, noch auf
das weltweite Publikum zu verzichten. Er muss versuchen, beiden gerecht
zu werden.
Das Stadion der Zukunft: Die Arena auf Schalke mit verschließbarem Dach und
herausfahrbarer Rasenfläche
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