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Wem ist das auf Reisen nicht schon einmal passiert: Da legt man sich
sorgfältig einen Satz in der fremden Sprache zurecht, übt fleißig die
richtigen Laute, doch kaum fragt man einen Einheimischen:
"Could you tell me the way to the station?" kommt schon die Frage: "Ach, sind
Sie aus Deutschland?"? Aber vielleicht war es gar nicht Ihre Aussprache, die
Sie als Ausländer entlarvt hat - vielleicht war es Ihr Rhythmus oder Ihr
Tonfall?
Um in einer Fremdsprache kompetent auftreten zu können, müssen wir nicht nur
Vokabular, Grammatik und Aussprache der fremden Laute einer Sprache
beherrschen. Der Erfolg eines Gesprächs wird auch wesentlich durch die
Prosodie
(Sprachmelodie, Akzentuierung, Phrasierung, Tonumfang, Rhythmus) bestimmt.
Aber weder Sprachmelodie, noch Akzentuierung oder die anderen prosodischen
Eigenschaften der Sprache werden von den Redepartnern üblicherweise bewusst
wahrgenommen. Selbst wenn die Kommunikation aufgrund prosodischer
Fehlleistungen schief geht, wird einem Fremdsprachler von Muttersprachlern
weniger sprachliches Unvermögen als kulturelle Fremdheit bis hin zu einer
bösen Absicht unterstellt.
Ziel des
LeaP Projektes
ist es, zu untersuchen, wie die Prosodie einer Fremdsprache erworben wird,
welche Prosodie Sprecher in einer Fremdsprache produzieren und durch welche
Faktoren diese bedingt wird. Dazu haben wir Deutsch und Englisch als
Fremdsprache ausgewählt. Für die Untersuchung wurden ein
Korpus
von fremdsprachlichen
Aufnahmen
erstellt und mehrere
Experimentalstudien
durchgeführt.
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