Interviews & Features    

 
· Einleitung
Was ist Prosodie?
· Die Forschungs- methoden
· Das "LeaP Korpus"
· Die Forschungsstudien
· Die Ergebnisse im Überblick
· Die Arbeitsgruppe
· Literatur und Links
· Feedback



leap-logoleap-logo

Der Begriff "Prosodie" bezeichnet einen Teilbereich der Phonologie, die sich mit den lautlichen Strukturen von Sprachen beschäftigt.

Die prosodischen Eigenschaften einer Sprache umfassen die Bereiche Betonung, Rhythmus und Intonation (Sprechmelodie). Durch die Prosodie wird beispielsweise Kommunikation strukturiert ("Signalisiere ich, dass ich weiterreden möchte oder überlasse ich jemand anderem das Rederecht?"), Intention ausgedrückt ("War das eine Feststellung oder eine Frage?") und eine Aussage differenziert ("Ist dies das Neue, das ich dem Gesprächspartner mitteilen möchte oder etwas, das ich als bekannt voraussetze?").

Im Deutschen beispielsweise signalisiere ich das Ende meines Redebeitrags durch eine deutliche Tonbewegung auf der letzten betonten Silbe meiner Aussage, durch eine Verlängung der letzten Silbe und durch eine darauf folgende Pause. Ob die Wortfolge "Du gehst heim" als Aussage oder Frage verstanden wird, bestimmt eine fallende oder steigende Tonhöhenbewegung auf "heim". Und Elemente einer Aussage, die im bisherigen Gesprächsverlauf neu sind, werden mit einer Betonung markiert, während bereits bekannte Elemente weniger markiert sind.

Sprachen unterscheiden sich jedoch darin, ob und wie sich betonte und unbetonte Silben abwechseln, wie viele Pausen den Redefluss strukturieren und welche Tonhöhenbewegungen eine Aussage haben kann. Lerner einer Fremdsprache müssen die prosodischen Regeln also erwerben, damit sie keinen "prosodischen Akzent" haben.