Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Fragestellung
· Typisch Spiel
· Das Zirkusspiel
· Forschungsmethode
· Literatur
· Die Wissenschaftlerin



Spielen und Streiten sind enge Verwandte – vor allem im Kinderzimmer treten sie fast immer gemeinsam auf. Mit zunehmender Vertrautheit zwischen den Teilnehmern gehen sie sogar doppelte Bindungen ein, zum Beispiel dann, wenn es darum geht einen Streit zu spielen oder im Spiel zu streiten. Knifflig wird es für die Beteiligten vor allem, wenn die eine Person noch spielt, die andere schon streitet und beide Beteiligten somit unterschiedliche Definitionen der Situation vornehmen.

Ein solcher Moment zwingt zu einer deutlichen Kennzeichnung des jeweils Gemeinten. Das heißt, es muss deutlich gemacht werden, wie etwas verstanden werden soll: im Spiel oder „in Echt“. Personen, die Kontakt zu Kindern haben, werden Äußerungen wie „das hat jetzt in echt weh getan“ oder „in Spiel hätt ich mal das Auto zerkratzt“ geläufig sein.

Anhand welcher kommunikativer Anzeichen interpretiert man eine Situation als Spiel oder als wirklich geschehen und welche Wechselbeziehungen gibt es zwischen diesen beiden Bezugssystemen? Welche Realität ist für eine Person die jeweils gültige – die des Spiels, in der potentiell alles dargestellt werden kann, oder die des Alltags, in der das kleinste Kind nicht auch noch den Kleinsten spielen will?

Was macht das Spiel aus, dass es so anfällig für größere und kleinere, handfeste oder verbale Streitereien ist?



pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Bettina Lange