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Universität Bielefeld    



Zwischen all den vielen Erstsemestern an der Bielefelder Universität tummeln sich neuerdings auch Schülerinnen und Schüler. 23 von ihnen haben im Wintersemester 2002/03 die Chance genutzt, Einführungsvorlesungen und Übungen in den Fächern Chemie, Mathematik oder Physik zu besuchen – zusätzlich zum Schulbesuch wohlgemerkt. Und den meisten von ihnen hat diese Doppelbelastung richtig Spass gemacht. Die Schulleistungen haben unter dem zusätzlichen Lernprogramm meist nicht gelitten. Im Gegenteil, wie der 16jährige Manuel erzählt: „Meine Schulnoten sind besser geworden. Ich habe jetzt wieder mehr Lust auf Schule.“

Seit dem Wintersemester 2002/03 bietet die Universität Bielefeld mit dem Programm „Studieren ab 16“ besonders leistungsstarken und an wissenschaftlicher Forschung interessierten Schülerinnen und Schülern der Oberstufe die Möglichkeit, an regulären Lehrveranstaltungen teilzunehmen. Auf diese Weise können die Teilnehmer/innen schon vor dem Abitur und der Studien- oder Berufswahl in die Wissenschaft eintauchen, verschiedene Studienfächer und deren Arbeitsweisen kennenlernen. Standen den Schülerinnen und Schülern bisher nur die Fäkultäten für Chemie, Mathematik und Physik offen, bietet sich ihnen zum Sommersemester 2003 auch die Möglichkeit, Vorlesungen und Seminare in den Fächern Französisch, Geschichte und Philosophie zu besuchen. Zu dieser Erweiterung des Angebots kommt es nicht zuletzt auf Wunsch der bisherigen Teilnehmer/innen des Programms „Studieren ab 16“. So verband z.B. Hannes (17) seinen Rückblick auf die ersten Erfahrungen mit dem Mathematik-Studium mit einer Frage an das Organisationsteam: „Mathematik ist nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich will doch etwas anderes studieren. Kann ich im nächsten Semester Seminare in Philosophie oder Geschichte besuchen?“

Bei der Auswahl der Schülerinnen und Schüler folgt die Universität Bielefeld den Empfehlungen der Schulen. In Absprache mit den Schulleiter/innen werden geeignete Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme am Studienprogramm vorgeschlagen. Kommt es zu zeitlichen Überlappungen zwischen Schulunterricht und Lehrveranstaltungen an der Uni, was vor allem beim Besuch naturwissenschaftlicher Vorlesungen und Übungen passieren kann, werden die „Studierenden ab 16“ teilweise vom Schulunterricht freigestellt. Den Schulstoff müssen sie allerdings eigenständig nachnolen.

Morgens in die Schule und nachmittags in die Universität – dieser Doppelbelastung ist nicht jede/r gewachsen. Wenn die Schulleistungen nachlassen oder der Leistungsdruck zu gross wird, können die Teilnehmer/innen von „Studieren ab 16“ jederzeit aus dem Programm aussteigen – schließlich geht die Schule vor. Erste Erfahrungen zeigen jedoch, dass einige Schülerinnen und Schüler durchaus in der Lage sind, die zeit- und arbeitsintensiven Anforderungen zu bewältigen (15 von 23 haben bis Semesterende durchgehalten) – teilweise sogar mit großem Erfolg: Im Rahmen der Einführungsveranstaltung in der Mathematik schrieb ein Schüler die beste Klausur von 90 Teilnehmern, in der Physik stammte die drittbeste von 74 Klausuren von einem Schüler. Kein Wunder, dass auch die Dozentinnen und Dozenten an der Universität Bielefeld von den „Studierenden ab 16“ ganz begeistert sind: „Wir würden sie am liebsten gleich hierbehalten“, schwärmt ein Dozent aus der Fakultät für Chemie, „sie sind in allen Bereichen besser als die normalen Studierenden.“ Und auch die Bilanz einer befragten Lehrerin fällt positiv aus: „Unglaublich, welch positive Entwicklung der Schüler in einem Halbjahr gemacht hat.“

Für weitere Informationen zum Programm „Studieren ab 16“ steht Ihnen Anja Neumann (Email: anja.neumann@uni-bielefeld.de , dienstags und freitags zwischen 9 u. 13 Uhr auch telefonisch: 0521/ 106 3366) gern zur Verfügung.