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In beiderseitigem Interesse :: Der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
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::Der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

Als im deutschen Bundestag im Sommer 2002 die Frage zur Entscheidung stand, ob menschliche Stammzellen zu therapeutischen Zwecken importiert werden dürfen oder nicht, wurde dies in der Öffentlichkeit heftig diskutiert.

Auf der Homepage der Süddeutschen Zeitung konnten Leserinnen und Leser ihre Stimme abgeben – für oder gegen den Import von Stammzellen. Hunderte beteiligten sich täglich an dieser Abstimmung – ein Grossteil von ihnen gestand ein, nicht über ausreichend Informationen zu verfügen, um sich eine Meinung bilden zu können. Das zeigt, dass ein Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft für beide Seiten von Interesse sein kann.

Der Einfluss von Wissenschaft und wissenschaftsgestützter Technologie auf die Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse nimmt in Umfang und Tempo zu. Die Teilhabe an und Entscheidung über die weitere gesellschaftliche Entwicklung setzt daher in wachsendem Maße entsprechendes Hintergrundwissen sowie ein angemessenes Wissenschaftsverständnis möglichst weiter Teile der Gesellschaft voraus. Der Abbau von Verständigungsbarrieren zwischen den wenigen Expertinnen und Experten eines Forschungsbereichs einerseits und der möglicherweise von den Folgen der Forschung betroffenen Bevölkerung andererseits durch Vermittlungsangebote seitens der Wissenschaft wird somit zu einer wichtigen Bedingung demokratischer Staatswesen.

Wissenschaft ist abhängig von demokratischer Zustimmung und gesellschaftlicher Akzeptanz, die sich nicht zuletzt auch in der Zuweisung von Forschungsgeldern niederschlägt.

Wie der Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e.V., Manfred Erhardt, zu Recht betont, sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefordert, „die Öffentlichkeit über ihre Arbeit zu informieren und sie durch Transparenz gesellschaftlich zu legitimieren. “Das heißt, nur wenn die Öffentlichkeit darüber informiert ist, was auf welche Weise und mit welchem Ziel erforscht werden soll, kann sie darüber entscheiden, ob sie diese Forschung stützen und finanzieren will.

Mit dem Internetprojekt Wissenschaft :: öffentlich leisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bielefeld einen wichtigen Beitrag zu dieser Auseinandersetzung.