Interviews & Features    

 
· Einleitung
Interaktionen zwischen Tieren
· Das Untersuchungs- `objekt´
· Die Fragestellungen
· Die Forschungs- methoden
· Experiment I
· Experiment II
· Experiment III
· Die Arbeitsgruppe
· Weiterfuehrende Literatur
· Feedback


Überschrift
Interaktionen mit Signalen sind ein verhaltensbiologisch besonders spannendes Phänomen. Viele Tiere setzen ihre Signale wechselseitig ein, d.h. sie verfallen in eine Art ‚Dialog’, in dem die Interaktionspartner wechselseitig Signale senden und sich damit auch gegenseitig zuhören können. Solche Dialoge sind häufig ‚asymmetrisch’, in dem Sinne, dass die beiden (oder mehrere!) Interaktionspartner ihre Signale in unterschiedlichen Beziehungen zueinander einsetzen. Besonders deutlich wird dies wenn die Tiere sich mit den gleichen Signalmustern antworten (vokales matching) oder sich mit ihren Signalen ins Wort fallen (Überlappen der Signale). Asymmetrien in solchen Merkmalen sind biologisch höchst interessant, da sich in ihnen relative Unterschiede zwischen den Interaktionspartnern widerspiegeln können.

Als Analogie zu menschlichen Dialogen: Die Information, die man durch Zuhören bei einem Dialog gewinnt, kann aufschlussreicher bzw. von anderem Wert sein, als die Information, die man gewinnt, wenn Gesprächspartner in einzelnen Monologen bewertet werden. In Dialogen treten relative Unterschiede in Dominanz oder Status in der Regel deutlicher hervor, als wenn die Personen einzeln in Monologen beobachtet werden.