Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Interaktionen zwischen Tieren
· Das Untersuchungs- `objekt´
· Die Fragestellungen
· Die Forschungs- methoden
· Experiment I
Experiment II
· Experiment III
· Die Arbeitsgruppe
· Weiterfuehrende Literatur
· Feedback


Überschrift
Nachtigallen sind bekannt für ihre schon von weitem zu hörenden Pfeifstrophen,



die sich in ihrer Struktur von den ‚normalen’ Strophen absetzen.



In interaktiven Playbackversuchen, in denen wir Tiere mit Rivalen konfrontiert hatten, die unterschiedlich viele Pfeifstrophen sangen, konnten wir aufzeigen, dass Nachtigallen, wie wir auch, diese Pfeifstrophen als eigene Kategorie von Strophen bewerten. [vgl: Naguib et al. Behavioural Ecology and Sociobiology 2002] Diese Strophen scheinen somit eine besondere Bedeutung zu haben. Als besonders beeindruckend zeigte sich, dass die Tiere speziell mit Pfeifstrophen auf unsere Pfeifstrophen antworteten. Dabei pfiffen sie häufig zeitgleich mit den von uns vorgespielten Pfeifstrophen auf der gleichen Tonhöhe mit.



Dieses Antwortverhalten bestätigt die Hypothese, dass Vögel durch ein solches ‚vokales matching’ gezielt bestimmte Rivalen ansprechen können. Ungewöhnlich für die Pfeifstrophen ist, dass die Präzision mit der die Tonhöhe ‚gematcht’ wurde, mit zunehmender Entfernung zum Lautsprecher zunahm. Solche Reaktionen stehen im Gegensatz zu dem gängigen Befund, dass vokales matching bei Singvögel ein aggressives Signal ist, das sonst vor allem bei kurzen Entfernungen zwischen den Sängern häufig ist. Pfeifstrophen scheinen speziell zur Fernkommunikation eingesetzt zu werden. Durch ihre einfache Struktur verändern sie sich auch weniger während ihrer Übertragung und dienen möglicherweise als ‚Langstrecken –Aufmerksamkeitssignal’.