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Die "Integrationsmaschine Stadt" ist gegenwärtig einer harten Belastungsprobe ausgesetzt und die soziale Stadt hat immer größere Regulierungsprobleme zu bewältigen. Hintergrund dieser Entwicklungstendenzen ist die bereits in den 70er Jahren aufgekommene Debatte über die "Unregierbarkeit der Städte", die auch in den nachfolgenden Jahrzehnten die politische Diskussion prägte. Als Gründe für die Polarisierung in den Städten werden vielfältige Prozesse angeführt, die sich in folgenden Phänomenen bündeln lassen: Eine zunehmende, auch öffentlich sichtbare Armut, Armutsmigration und Flüchtlingsbewegung; eine Verschärfung der ökonomischen Krise und der damit verbundenen Folgen einer wachsenden Segregation, d.h. Spaltung der städtischen Gesellschaft sowie ein damit zusammenhängender Niedergang jener Stadtgebiete, die von dem beschleunigten ökonomischen Wachstum immer stärker abgekoppelt werden.

Seit etwa Mitte der 70er Jahre hat sich in allen Großstädten zumindest der westlichen Hemisphäre ein tiefgreifender ökonomischer Strukturwandel vollzogen. Die Gründe dafür liegen primär im Bedeutungsverlust des industriellen Sektors, einer hochdynamischen Internationalisierung des Kapital- und Finanzverkehrs, einer zunehmenden Konzentrations- und Fusionsbewegung im Feld multinational agierender Konzerne sowie einer damit einhergehenden, aufstrebenden Dienstleistungsökonomie, die vor allem im Telekommunikations-, Informations- und Technologiesektor eine Revolutionierung des Fortschritts beförderte. Dass eine solche Entwicklung nicht ohne Folgen hinsichtlich der sozial-räumlichen Verfasstheit der Großstädte geblieben ist, liegt auf der Hand. Das bezieht sich vor allem auf die sozialen Verwerfungen, welche die ökonomische Umstrukturierung in den Städten mit sich gebracht hat. Eine anhaltend hohe Massenarbeitslosigkeit und die damit verbundene verstärkte Inanspruchnahme der entsprechenden sozialstaatlichen Leistungen haben insbesondere auch das Armutsproblem in den Städten aktualisiert. Dieser breite Entwicklungstrend, durch den mehr oder weniger alle westlichen, kapitalistischen Länder geprägt sind, ist in der sozialwissenschaftlichen Debatte ebenfalls kaum umstritten.

Die Auswirkungen dieser Trends in Gestalt von Erfahrungen bzw. Bedrohungen individueller Desintegration innerhalb der entscheidenden gesellschaftlichen Funktionsbereiche (wie Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt oder Ausbildungsbereich), dem Verlust sinnvoller Teilnahme an öffentlichen Auseinandersetzungen und dem Verlust von sozialen Bindungen und Zugehörigkeiten zeigen sich auf der sozialräumlichen Ebene in Form der Abspaltung und Absonderung von Stadtquartieren mit unterschiedlichen ethnisch-kulturellen Zusammensetzungen. Schwierige Integrationsprozesse bzw. Desintegrationserfahrungen und sozialräumliche Ausgrenzungen sowohl innerhalb des Wohnquartiers als auch gegenüber dem übrigen Stadtgebiet bilden gleichsam den Rahmen der Analyse. Es geht also um die Auswirkungen gesamtgesellschaftlicher Desintegrationsprozesse auf die Integration von Teilen der Mehrheit und von Minderheiten. Mit welchen Konflikten haben wir also zukünftig zu rechnen und welche Anforderungen an die Konfliktfähigkeit des Individuums wie der Gemeinschaft resultieren daraus? Dabei rücken speziell jene Sozialräume ins Zentrum, in denen sich der Problemdruck permanent verschärft.

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