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Ziel der Städtestudie war es, die Ursachen, Verläufe und Folgen von Rangordnungs-, Verteilungs- und Regelkonflikten zu untersuchen, die entlang ethnischer oder kultureller Grenzziehungen verlaufen. Diese Konflikte stehen in Zusammenhang mit der Integrations- bzw. Desintegrationssituation von Teilen der Stadtgesellschaft. Dabei können drei Integrationsdimensionen unterschieden werden:

  1. Die individuell-funktionale Systemintegration ist auf den Zugang zu den maßgeblichen gesellschaftlichen Funktionssystemen (Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, Bildungssystem) bezogen und zielt auf die subjektive Anerkennung des individuellen Status ab.
  2. Die kommunikativ-interaktive Sozialintegration bezieht sich auf die Teilhabe an öffentlichen Angelegenheiten und auf die Frage nach der Sicherung von Basisnormen.
  3. Die expressiv-kulturelle Sozialintegration erstreckt sich auf den Aspekt der Integration in die unmittelbaren Bezugsgruppen (Familie, Peergroup, Nachbarschaft, Volksgruppe) sowie die Frage der Anerkennung dieser Gemeinschaften innerhalb der Gesamtgesellschaft.

Das Analysekonzept verfolgt aber nicht nur eine Integrationsperspek- tive in Form abgewehrter Integrationsanstrengungen von Minderheiten sowie bedrängender Desintegrationserfahrungen von Teilen der Mehrheitsgesellschaft, sondern auch einen Konfliktansatz, der sich einerseits an soziale Ungleichheiten und Gegensätze anlehnt und andererseits auf sozialräumliche Polarisierungen und Fragmentierungen abhebt. Da Konflikte nur aus einer Interaktionsperspektive hinreichend exakt zu erschließen sind, ist in forschungsstrategischer Hinsicht vor allem die wechselseitige Verhaltenswahrnehmung der unterschiedlichen Individuen und Gruppen zu berücksichtigen. Aufgrund ihrer zahlenmäßigen Bedeutung wurde als Teilgruppe der Minderheit die türkische Bevölkerungsgruppe in die Analysen einbezogen (Duisburg, Wuppertal, Münster).

Dem Forschungsdesign lag die Hypothese zugrunde, dass mit dem Grad der Desintegration von Angehörigen der Mehrheit und Minderheit in individuell-funktionaler und/oder interaktiv-kommunikativer Hinsicht soziale Konflikte zunehmend ethnisiert werden und manifest gewordene Konflikte einen entsprechend problematischen Verlauf nehmen. Es wird also schwieriger, zu zivilen und sozialverträglichen Ergebnissen der Konfliktregulierung zu kommen. Mit Blick auf die expressiv-kulturelle Sozialintegration wurde ein derartiger Zusammenhang aufgrund ihrer bisweilen widersprüchlichen Funktion nur unter spezifischen Umständen erwartet.

:: Näheres zu der Fragestellung des Forschungsprojektes erfahren sie hier