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Norbert Elias und John Scotsons Gemeindestudie über den Stadtteil Winston Parva im England der 50er Jahre kann als Kontrastfolie für die gegenwärtigen Entwicklungen in Duisburg-Marxloh genutzt werden. In Winston Parva standen sich zwei Gruppen gegenüber: Die Gruppe der definitionsmächtigen Alteingesessenen hält die Gruppe der Hinzugezogenen durch Schimpfklatsch und Stigmatisierung auf Distanz und drängt sie an den Rand der lokalen Öffentlichkeit. Das Ergebnis ist eine stabile Etablierten-Außenseiter-Figuration. (Figuration = Machtbeziehung). Die Dominanz der etablierten Alteingesessenen über die hinzugezogenen Außenseiter bleibt stabil.

Eine solche Figuration hatte in Marxloh lange Zeit ebenfalls bestand. Doch die eingelebte Hierarchie im Wohnumfeld kippt in Marxloh nun um. Denn die ehemaligen Außenseiter sind nicht mehr die um Unauffälligkeit und Unsichtbarkeit bemühten peripheren Fremden, sondern jetzt die aufrückenden avancierenden Fremden. Avancierende Fremde überschreiten eine lebensweltliche Statusgrenze nach der anderen (Beispiele: 1. von der Türkenkutsche zum BMW, 2. Außenseiter sprechen im Konfliktfall anders als gewohnt neuerdings von ihnen zustehenden Rechten, 3. repräsentative Moscheen/Gebetsruf statt Hinterhofmoscheen). Avancierende Fremde machen sich sichtbar, treten im Öffentlichen Raum auf und stellen Forderungen. Diese Umkehrung der eingelebten Etablierten-Außenseiter-Hierarchie macht den Alteingesessenen Angst.

Das lässt sich an zwei Beispielen verdeutlichen (Ein Mausklick führt Sie zum jeweiligen Beispiel.):
Beispiel 1 und Beispiel 2