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Das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeitsbeschreibung wurde
auch in der Deutschen Beobachtungsstudie an erwachsenen
Zwillingen (German Observational Study of Adult Twins, GOSAT) verwendet.
Ziel dieser Studie war es, die Bedeutung der Familienumwelt (also der
geteilten Umwelt) für individuelle Unterschiede bei Persönlichkeitsmerkmalen zu untersuchen.
Für die GOSAT-Studie wurde dazu ein Ansatz entwickelt, der objektive Tests,
Verhaltensbeobachtungen und Interviews miteinander verbindet.
Im Rahmen von GOSAT wurden 300 gleichgeschlechtliche Zwillingspaare im Alter von 18-70 Jahren, für jeweils einen Tag nach
Bielefeld eingeladen. Von diesen Zwillingen lagen vielfältige Fragebogendaten
aus Selbst- und Bekannteneinschätzungen vor, so dass die Beobachtungen des
Untersuchungstages mit den Ergebnissen der Fragebogenstudie verglichen werden
konnten.
Bei der Auswahl der verschiedenen Aufgaben für den Untersuchungstag stand im
Vordergrund, Situationen zu schaffen, in denen persönlichkeitsrelevantes
Verhalten bezüglich der Fünf Faktoren möglichst
realitätsnah beobachtet werden konnte. Die Zwillinge verbrachten den größten Teil des
Untersuchungstages räumlich getrennt voneinander. Sie wurden von unterschiedlichen
Versuchsleitern betreut, um eine gegenseitige Beeinflussung auszuschließen.
Neben der Erfassung von Intelligenz- und objektiven Temperamentsmerkmalen standen
am Untersuchungstag vor allem Beobachtungsdaten im Mittelpunkt. Hier lassen
sich unbemerkte Verhaltensregistrierungen und offene Videoaufzeichnungen
unterscheiden. Die Versuchsleiter und ihre Vertrauten, die den Zwillingen als studentische
Versuchspersonen vorgestellt wurden, beobachteten die Testpersonen im Verlauf des Tages. Zum Beispiel erfassten sie
die Anzahl von Kommentaren oder Fragen während einzelner Aufgaben.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite:
Prof. Dr. Alois Angleitner,
Prof. Dr. Frank Spinath und Dr. Heike Wolf
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