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Bei der Auswertung lassen sich die Situationen einzeln oder
zusammengefasst betrachten. Eine besonders verlässliche Schätzung der
genetischen und Umwelteinflüsse ergibt sich nach Zusammenfassung der
Persönlichkeitseinschätzungen aus sämtlichen Situationen. Diese beruhen auf
insgesamt sechzig Beurteilern pro Zwilling sowie einer großen Bandbreite von
Verhaltensdemonstrationen.
Es zeigte sich, dass die Unterschiedlichkeit (Gesamtvarianz) über alle
Persönlichkeitsmerkmale zu 42 Prozent durch genetische Einflüsse, zu 18 Prozent
durch Einflüsse der geteilten Umwelt und zu 35 Prozent durch Einflüsse der
spezifischen Umwelt erklärt wird. Mit 6 Prozent geht ein geringer Teil der
Varianz auf die unvollkommene Übereinstimmung der Beurteiler zurück.
In Beobachtungsstudien erweisen sich Faktoren der geteilten Umwelt somit als bedeutsamer als in Fragebogenstudien.
Die Auswertung der unbemerkten Verhaltensregistrierungen ergab
des Weiteren, dass genetische Einflüsse auf der Ebene der
Persönlichkeitseigenschaften besonders ausgeprägt sind, wenn die
Verhaltensweisen über verschiedene Situationen zusammengefasst wurden.
Hingegen fanden sich keine genetischen Einflüsse, wenn lediglich die
Verhaltensweisen innerhalb einzelner Situationen untersucht wurden.
Dies bestätigt die Erwartung, dass Verhaltenstendenzen in den Genen verankert sind,
nicht aber besondere spezifische Verhaltensweisen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite:
Prof. Dr. Alois Angleitner, Prof. Dr. Frank Spinath und Dr. Heike Wolf
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