Interviews & Features    

 
Einführung
· Die Forschungsmethode
· Wie werden schnelle Bilder verarbeitet?
· Wie werden komplexe Bilder verarbeitet?
· Die Virtuelle Fliege
· Radiobeitrag "Im Cockpit der Fliege"
· Die Arbeitsgruppe
· Weiterführende Literatur und Links
· Feedback


:: Von der Bildverarbeitung im Nervensystem zu künstlichen visuellen Systemen

:: Der Bildfluss auf den Augen enthält lebenswichtige Information

Kleine Gehirne, wie die von Fliegen, können große Gehirne, ganz zu schweigen von technischen Systemen, in manchen Leistungen bei weitem übertreffen. Ein Beispiel ist die Schnelligkeit der visuellen Bildverarbeitung, d.h. die Aufnahme der Sehinformation durch die Augen und deren weitere Verrechnung im Gehirn. Bei der Fliege lässt sich zur Untersuchung der visuellen Bildverarbeitung ein breites Spektrum von Forschungsansätzen anwenden, das von der Verhaltensanalyse mittels Hochgeschwindigkeitskameras bis hin zu bildgebenden Verfahren zur Sichtbarmachung molekularer Vorgänge innerhalb einzelner Nervenzellen reicht. Dank dieser Methodenvielfalt beginnen wir am Modellsystem "Fliege" die neuronalen Mechanismen der visuellen Bildverarbeitung zu verstehen.

Wer schon einmal zwei Fliegen bei ihren Verfolgungsjagden beobachtet hat, weiß um die rasanten Flugmanöver dieser kleinen Piloten. Während es menschlichen Beobachtern kaum möglich ist, den Flugkurs mit bloßen Augen nachzuvollziehen, schafft es die verfolgende Fliege sogar ihr schnelles Zielobjekt zu fangen. Dabei verlässt sie sich weitgehend auf ihre großen Facettenaugen, die einen fast vollständigen Rundumblick ermöglichen. Diese übermitteln fortlaufend Bilder an das Gehirn, die dort in Bruchteilen von Sekunden ausgewertet und in Kurssteuersignale umgewandelt werden.