Das Schreiblabor
 
 
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Uni von A-Z
Universität Bielefeld
  

"Kratz' an einem Wissenschaftler und Du findest eine Person, die Schwierigkeiten beim Schreiben hat..."

Eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben kann ein spannender Prozess sein, in dem man Neues entdeckt, die eigene Perspektive ändert, zuweilen sogar sich selbst. Damit am Ende des Denk- und Klärungsprozesses, der das wissenschaftliche Arbeiten ausmacht, ein fertiger Text zustande kommen soll, müssen zahlreiche Entscheidungen getroffen werden: Was ist relevant für meine Arbeit? Was nicht? Kann ich diese These wirklich vertreten? ...

Manche Erkenntnisse brauchen Zeit und kommen nicht auf Abruf. Zuweilen sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, hat so viel gelesen und nachgedacht, dass man einfach nicht mehr durchblickt ... Kurz:  Wissenschaftlich zu arbeiten und zu schreiben fordert die ganze Person. Deshalb ist es normal, wenn dabei auch Stockungen, so genannte 'Schreibblockaden' auftreten. In solchen Situationen kann es helfen, Distanz zu gewinnen und zu klären, was die Weiterarbeit behindert. 

Was hinter 'Schreibblockaden' stecken kann

  • man hat sich zu viel auf einmal vorgenommen, will zu unmittelbar vom Lesen der wissenschaftlichen Literatur zum Schreiben des eigenen Textes übergehen. Der Versuch, komplexe Gedanken gleichzeitig zu entwickeln und dabei auf Anhieb in inhaltlich differenzierter, logisch nachvollziehbarer und sprachlich ausgefeilter Form darzustellen, führt häufig zu Stockungen. Hier hilft es, einen Gang herunter zu schalten, in kleinen Schritten vorzugehen und - scheinbar - Umwege zu machen. Umwege, die darin bestehen, zuerst einmal Auszüge aus der Literatur zu machen, dabei den Sinn des Gelesenen für sich selbst zu klären und eigene Gedanken dazu zu entwickeln, die man wiederum erst einmal nur für sich selbst aufschreibt, um dabei herauszufinden, was man in einer ersten, möglicherweise noch schlecht formulierten Fassung seiner Arbeit schreiben kann und möchte.
  • das Thema einer Arbeit ist zu wenig eingegrenzt oder beinhaltet keine klare Fragestellung. Bei einem zu breit angelegten oder unklaren Thema ist es u.a. schwierig, die Menge der vorhandenen Literatur auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren und aus den Texten das Wichtige herauszuarbeiten. Der Versuch, ‚alle‘ Aspekte eines Themas zu erfassen, führt häufig zu einer unübersichtlichen Informationsansammlung, die man nicht mehr in einem Text mit begrenztem Seitenumfang darstellen kann.
  • Schreiben wird häufig nur als abbildender, nicht aber als erkenntnisfördernder Prozess verstanden. Dies hat zur Folge, dass das Schreiben so lange hinauszögert wird bis man meint, alles verstanden zu haben, um dann den "Text nur noch 'runterzuschreiben"”. Das kann - v. a. bei längeren und komplexeren Texten - die Niederschrift sogar gänzlich verhindern.
  • Studienarbeiten werden häufig zeitlich zu wenig geplant. Dabei ist die Überlegung, bis wann die Arbeit fertiggestellt sein soll, welche einzelnen Schritte dabei anstehen und wie viel Zeit dafür jeweils zur Verfügung steht wichtig als pragmatisches Korrektiv – der Blick auf den anvisierten Abgabezeitpunkt ist eine Hilfe, sich nicht in inhaltlichen Aspekten zu verzetteln.



Frau am LaptopSchreibschwierigkeiten lassen sich z.T. durch geeignete Techniken und Vorgehensweisen vermeiden bzw. besser bewältigen. Mit unseren Angeboten möchten wir Studierende dabei unterstützen, den Schreibprozess zu organisieren und typische Überlastungssituationen beim Schreiben zu vermeiden.
Dabei bieten wir keinen Ersatz, sondern eine Ergänzung zu den Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten, die in den Fakultäten angeboten werden. Die fachliche Beratung durch Hochschullehrende können wir nicht ersetzen.