Beratungsstelle für Studienfinanzierung
 
 
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STUDIUM - Kosten und Finanzierung

Lebenshaltungskosten

Bevor im Folgenden auf einzelne Finanzierungsmöglichkeiten des Studiums eingegangen werden soll, ist es sinnvoll, zunächst die zu erwartenden Kosten eines Studiums näher zu betrachten. Auf diese Weise kann zumindest eine grobe Orientierung gegeben werden, welche Summen zukünftig aufgebracht werden müssen und in welchen Bereichen je nach persönlichen Eigenschaften und Vorlieben vielleicht schon im Vorfeld günstiger kalkuliert werden kann.

Grundlage hierfür bildet neben einer Reihe kleinerer Untersuchungen und Veröffentlichungen die „19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks“ und ihre Auswertung in „Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2009“, herausgegeben durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Zwar werden in der breiten Öffentlichkeit derzeit insbesondere Studiengebühren bzw. Studienbeiträge intensiv diskutiert, für die Kosten eines Studiums sind die Lebenshaltungskosten jedoch ungleich bedeutender und binden den Großteil der finanziellen Mittel der Studierenden. Dabei ist es schwierig, pauschale Beträge zu nennen, da die Kosten abhängig von Alter, Geschlecht, Hochschulort und natürlich persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten stark variieren. Dennoch soll hier versucht werden, die Durchschnittswerte der zentralen Kostenfaktoren für die Lebenshaltung aufzuzeigen.

Deshalb sollen zunächst die beiden größten Positionen der allgemeinen Lebenshaltungskosten, Miete und Ernährung, angesprochen werden, anschließend aber auch weitere, häufig übersehene Ausgaben wie Lernmittel, Fahrtkosten, Versicherungen/Arztkosten, Telefon/Internet/GEZ und Freizeit/Kultur/Sport.

Wenn im Folgenden der Einfachheit halber überwiegend von „Studierenden“ die Rede ist, sollten gleichwohl auch Studieninteressierte sich frühzeitig mit den Fragen der Kosten und der Finanzierung des Studiums auseinandersetzen.

Miete

Die größten Kosten entstehen den Studierenden durch Mietausgaben. Sie betrugen inklusive Nebenkosten 2009 in Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt 292 Euro und stellten so rund ein Drittel der monatlichen Gesamtkosten dar. Dabei ist jedoch zu betonen, dass viele Studierende deutlich teurer oder günstiger wohnen, die Durchschnittszahlen also nur einen groben Richtwert darstellen.
Die günstigste Wohnalternative sind dabei Studentenwohnheime, wo ein Zimmer im Schnitt nur etwa 222 Euro kostet (in Bielefeld ca. 163 – 280 Euro). Auch Untermiete und das Wohnen in Wohngemeinschaften sind mit weniger als 250 Euro pro Monat noch vergleichsweise günstig, während eine gemeinsame Wohnung mit dem Partner oder der Partnerin mit mehr als 300 Euro und natürlich das Wohnen allein mit mehr als 330 Euro pro Monat zu Buche schlagen.

Dabei ist festzuhalten, dass der Bielefelder Wohnungsmarkt im nordrhein-westfälischen Vergleich als entspannt gilt und hier folglich etwas geringere Kosten zu erwarten sind. Gleichzeitig wird die gesamte Bandbreite der erwähnten Wohnmöglichkeiten angeboten. Dennoch ist insbesondere für angehende Studierende eine frühzeitige Orientierung auf dem lokalen Wohnungsmarkt sinnvoll. Gute und kostengünstige Ergebnisse lassen sich erfahrungsgemäß am Ende der Vorlesungszeiten der jeweiligen Semester erzielen, da bereits zu diesem Zeitpunkt Studierende, die ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben oder den Studienort wechseln wollen, ihre Mietverhältnisse beenden und somit das Angebot an freien Wohnungen wächst. Demnach sind für Studienanfängerinnen und –anfänger zum Wintersemester die Monate Juni, Juli und August und zum Sommersemester die Monate Januar und Februar für eine Suche und eine erste Preisorientierung Erfolg versprechend.

 

Ernährung

Die monatlichen Kosten für Lebensmittel und Getränke lassen sich kaum verlässlich feststellen. Die Angaben von hierzu befragten Studierenden variieren von 10 bis zu 600 Euro. Als realistische Werte gelten jedoch je nach persönlichen Gewohnheiten und Vorlieben Beträge zwischen 80 und 200 Euro. Dabei sind die Übergänge zur Freizeitgestaltung wie etwa Kneipen- oder Restaurantbesuchen fließend und erschweren eine verlässliche Aussage zu den Kosten zusätzlich.

Häufig ist zu beobachten, dass selbst fortgeschrittene Studierende in diesem Bereich entstehende Kosten eher unter- als überschätzen. Für Studienanfängerinnen und –anfänger kommt erschwerend hinzu, dass eine Einschätzung der Ausgaben für Ernährung im Vorfeld des Studiums durch die meist bei den Eltern liegende Haushaltsführung schwer fällt. Eine genaue Betrachtung des persönlichen Bedarfs noch vor Studienbeginn, ggf. auch mit Hilfe der Eltern, ist hier also sinnvoll und schützt vor Fehleinschätzungen.

Kleidung

Die Ausgaben für Kleidung lagen 2009 bei durchschnittlich 51 Euro pro Monat. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist dabei klein und kann an dieser Stelle vernachlässigt werden.

Sozialbeitrag

An der Universität Bielefeld beläuft sich der Sozialbeitrag z. Zt. auf ca. 210 Euro je Semester (Einzelheiten unter dem Stichwort „Studienbeiträge“). Damit ergeben sich monatliche Kosten von durchschnittlich 35 Euro.

Lernmittel

Studierende gaben im Erhebungsjahr 2009 durchschnittlich 35 Euro pro Monat für Lernmittel wie Fachliteratur, Kopien, Schreibwaren, Druckerpatronen usw. aus. Dabei waren die Unterschiede je nach Fach jedoch erheblich. Generell lässt sich feststellen, dass Bereiche wie Jura oder Kunst eher über und Ingenieur- und Naturwissenschaften eher unter dem Durchschnittswert liegen.

Kosten für inzwischen praktisch obligatorische Computer als Studienmittel sind angesichts der großen Bandbreite an Angeboten kaum zu beziffern und unterscheiden sich je nach Studienrichtung ganz erheblich. Auch ihre stark variierende Lebensdauer bzw. die Anspruchs- und Bedarfshaltung der Studierenden macht eine Umrechnung auf monatliche Durchschnittskosten schwierig. Dennoch sollten Studierende hier ihren persönlichen Bedarf prüfen und ggf. in die eigene Kostenaufstellung einfließen lassen.

Fahrtkosten

Kosten für Reisen bzw. Heimfahrten, die Nutzung eines Autos, Motorrades oder Motorrollers sowie öffentlicher Verkehrsmittel im Nahbereich beliefen sich 2009 im Bundesdurchschnitt monatlich auf 76 Euro. Dabei gilt jedoch, dass die Kosten für ein Kraftfahrzeug im allgemeinen deutlich über diesem Wert liegen: Insbesondere sind individuelle Kosten für Versicherungen, Steuern, Kraftstoff sowie Abnutzung und Inspektions- bzw. Reparaturkosten gesondert zu berücksichtigen.

An der Universität Bielefeld gilt für Studierende das NRW-Semesterticket. Damit können in ganz NRW alle Busse, Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie die Nahverkehrszüge (RE, RB undS) genutzt werden (Ausnahmen betreffen sehr wenige Buslinien ohne Anwendung eines nordrhein-westfälischen Verbund-/Gemeinschaftstarifs, z.B: einige Disco- und Nachtbuslinien). Das örtliche Nahverkehrsnetz mit U- bzw. S-Bahn und zahlreichen Bus- wie auch Nachtbuslinien ist gut ausgebaut und gewährleistet selbst nachts die Mobilität der Studierenden. Genauere Informationen über das Semesterticket finden sich auf der Seite der Verkehrsgruppe der Uni Bielefeld unter www.verkehrsgruppe.de. Studierende, denen dieses Angebot ausreicht, haben somit eine gute Möglichkeit, die Kosten für ein Kraftfahrzeug einzusparen.

Krankenversicherung, Arztkosten und sonstige Versicherungen

Die monatlichen Kosten für eine studentische Krankenversicherung einschließlich der gesetzlichen Pflegeversicherung belaufen sich derzeit auf etwa 59 Euro pro Monat, wobei jedoch Studierende prüfen sollten, ob ein Versicherungsschutz bereits über die Eltern besteht. Dies ist üblicherweise bis zum 26. Geburtstag der Fall, sofern mindestens ein Elternteil in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und die Studierenden monatlich nicht mehr als 400 Euro, z. B.  über einen Nebenjob, verdienen.

Hinzukommen können quartalsweise Praxisgebühren und Eigenanteile bei Medikamenten, die je nach Krankengeschichte und –bild der einzelnen Studierenden stark variieren. Eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung ist nach Angaben des Verbraucherschutzes bei Auslandssemestern dringend empfohlen und sollte in einem solchen Fall individuell geprüft und verglichen werden.
Außerdem wird Studierenden generell der Schutz durch eine private Haftpflichtversicherung empfohlen, die pro Jahr zwischen 50 und 150 Euro kosten kann. Doch auch hier sollte zunächst geprüft werden, ob ein Schutz durch eine Familienhaftpflichtversicherung – also wiederum über die Eltern – besteht.

Telefon, Internet und GEZ

Die durchschnittlichen Ausgaben für Telefon, Internet, Rundfunk- und Fernsehgebühren beliefen sich 2009 auf monatlich 35 Euro. Hier ist jedoch die genaue Betrachtung von Wohnungsangeboten lohnend, da gerade Wohngemeinschaften diese Kosten häufig bereits in ihre Angaben zur Miete integrieren. Auch bei Studentenwohnheimen ist z.B. die Internetanbindung häufig bereits inbegriffen und kann somit aus der individuellen Kostenaufstellung gestrichen werden.

Freizeit, Kultur und Sport

Laut Befragung der deutschen Studierenden im Jahr 2009 ergaben sich für diesen Bereich monatliche Durchschnittskosten von 63 Euro. Die Einzelwerte lagen jedoch je nach Gewohnheiten und Vorlieben weit voneinander entfernt. Hier sollten also alle Studierenden ihr eigenes Freizeitverhalten beobachten und entstehende Kosten entsprechend einplanen.

Die Universität Bielefeld bietet jedes Semester ein großes Sportangebot an, außerdem mit Chor, Theater, Campus-Kino und Partys der einzelnen Fakultäten bzw. Fachschaften zahlreiche kostenlose oder zumindest kostengünstige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, womit auch sehr aktiven Studierenden ein großes Einsparungspotential geboten wird.

Ergebnisse und Kostenaufstellung im Überblick

Ausgaben für:

durchschnittliche Kosten pro Monat

 

Miete (inkl. Nebenkosten)

 

281 Euro

Ernährung

159 Euro

Kleidung

51 Euro

Studienbeitrag, Sozialbeitrag

35 Euro

Lernmittel

35 Euro

Fahrtkosten

76 Euro

Krankenversicherung, Arztkosten und sonstige Versicherungen

65 Euro

Telefon, Internet und GEZ

35 Euro

Freizeit, Kultur und Sport

63 Euro

 

 

 

800 Euro

Diese Kostenaufstellung soll nur der groben Orientierung dienen. Alle Werte variieren je nach persönlicher Situation, Gewohnheiten und Ansprüchen.