Universität Verkündungs-
                               Bielefeld blatt





Amtliche Bekanntmachungen

 
                            Jahrgang 31           Nr. 10 Bielefeld, 3. Juni 2002

 
 
Ordnung zur Änderung der Prüfungsordnung für den Bachelor-Studiengang Bioinformatik und Genomforschung
der Technischen Fakultät der Univer
sität Bielefeld vom 3. Juni 2002
98


Diplomprüfungsordnung für den Studiengang Soziologie an der Universität Bielefeld vom 3. Juni 2002
99


Ordnung zur Änderung der Ordnung der Universität Bielefeld für die Durchführung von Einstufungsprüfungen
gemäß § 67 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG -) vom 3. Juni 2002

109


Exkursionsrichtlinien der Universität Bielefeld vom 3. Juni 2002
110


Promotionsordnung der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld vom 3. Juni 2002
112

-.-.-.-.-

Ordnung zur Änderung der Prüfungsordnung für den Bachelor-Studiengang Bioinformatik und Genomforschung der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld vom 3. Juni 2002

 

Aufgrund des § 2 Abs. 4 und des § 94 Abs. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 14. März 2000 (GV. NRW. S. 190), geändert durch Gesetz vom 27. November 2001 (GV. NRW. S. 812) hat die Technische Fakultät der Universität Bielefeld folgende Ordnung erlassen:

 

Artikel I

Die Prüfungsordnung für den Bachelor-Studiengang Bioinformatik und Genomforschung der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld vom 5. November 2001 (Verkündungsblatt - Amtliche Bekanntmachungen - der Universität Bielefeld Jg. 30 Nr. 18 S. 166) wird wie folgt geändert:

In § 11 ist unter "1. Modul Mathematik" die Ziffer "12" durch die Ziffer "9" zu ersetzen.

 

Artikel II

Diese Änderungsordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen -in Kraft.

 

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses der Fakultätskonferenz der Technischen Fakultät vom 12. Februar 2002.

Bielefeld, den 3. Juni 2002

 

Der Rektor

der Universität Bielefeld

Universitätsprofessor Dr. Dieter Timmermann

 

 -.-.-.-.-

 

Diplomprüfungsordnung für den Studiengang Soziologie an der Universität Bielefeld vom 3. Juni 2002

 

Aufgrund des § 2 Abs. 4 und des § 94 Abs. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 14. März 2000 (GV. NRW. S. 190), geändert durch Gesetz vom 27. November 2001 (GV. NRW. S. 812) hat die Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld die folgende Prüfungsordnung erlassen:

 

Inhaltsverzeichnis

 
I. Allgemeines

§ 1 Ziel des Studiums und Zweck der Prüfung

§ 2 Diplomgrad

§ 3 Regelstudienzeit und Studienumfang

§ 4 Prüfungen und Prüfungsfristen

§ 5 Prüfungsausschuss

§ 6 Prüfende und Beisitzende

§ 7 Anrechnung von Studienzeiten, Studien- und Prüfungsleistungen, Einstufung in höhere Fachsemester

§ 8 Abmeldung, Versäumnis, Rücktritt, Täuschung Ordnungsverstoß

§ 9 Arten von Prüfungsleistungen

§ 10 Mündliche Prüfungen

§ 11 Klausuren

§ 12 Schriftliche Hausarbeiten

§ 13 Bewertung der Prüfungsleistungen


II. Diplom-Vorprüfung

§ 14 Ziel, Umfang und Art der Prüfung

§ 15 Antrag auf Zulassung zur Diplom-Vorprüfung, Meldung zu den Fachprüfungen

§ 16 Zulassungsverfahren

§ 17 Wiederholung der Diplom-Vorprüfung

§ 18 Zeugnis


III. Diplomprüfung

§ 19 Umfang und Art der Diplomprüfung

§ 20 Schriftliche Hausarbeit im Lehrforschungsprojekt

§ 21 Diplomarbeit

§ 22 Zulassung zur Diplomprüfung

§ 23 Freiversuch

§ 24 Zusatzfächer

§ 25 Wiederholung der Diplomprüfung

§ 26 Zeugnis

§ 27 Diplomurkunde


IV. Schlussbestimmungen

§ 28 Einsicht in die Prüfungsakten

§ 29 Ungültigkeit der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung

§ 30 Aberkennung des Diplomgrades

§ 31 Übergangsbestimmungen

§ 32 Inkrafttreten

 

I. Allgemeines

§ 1

Ziel des Studiums und Zweck der Prüfung

(1) Die Diplomprüfung bildet den berufsqualifizierenden Abschluss des Studiums im Studiengang Soziologie. Durch die Diplomprüfung soll festgestellt werden, ob Kandidatinnen und Kandidaten die für den Übergang in die Berufspraxis notwendigen gründlichen Fachkenntnisse erworben haben, die Zusammenhänge ihres Faches überblicken und die Fähigkeit besitzen, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse anzuwenden.

(2) Das Studium soll den Kandidatinnen und Kandidaten unter Berücksichtigung der Anforderungen und Veränderungen in der Berufswelt die erforderlichen fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden so vermitteln, dass sie zu wissenschaftlicher Arbeit, zur kritischen Einordnung der wissenschaftlichen Erkenntnis und zu verantwortlichem Handeln befähigt werden.

§ 2

Diplomgrad

Ist die Diplomprüfung bestanden verleiht die Fakultät für Soziologie den Diplomgrad "Diplom-Soziologin" bzw. "Diplom-Soziologe", abgekürzt "Dipl.Soz.".


§ 3

Regelstudienzeit und Studienumfang

(1) Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich des Berufspraktikums (Integriertes Praxissemester) sowie der Diplomprüfung zehn Semester.

(2) Der Studienumfang beträgt insgesamt 144 Semesterwochenstunden (SWS). Davon entfallen auf

- den Pflicht- und Wahlpflichtbereich 130 SWS einschließlich

- dem Lehrforschungsprojekt im Umfang von 12 SWS,

- der Begleitveranstaltungen für das Berufspraktikum (integriertes Praxissemester) im Umfang von 4 SWS,

- den Wahlbereich 14 SWS.

(3) Nähere Bestimmungen zur Organisation des Studiums enthält die Studienordnung. In der Studienordnung sind die Studieninhalte so auszuwählen und zu begrenzen, dass das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen wer-den kann. Dabei ist zu gewährleisten, dass die Studierenden im Rahmen dieser Prüfungsordnung nach eigener Wahl Schwerpunkte setzen können und Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen in einem ausgeglichenen Ver-hältnis zur selbständigen Vorbereitung und Vertiefung des Stoffes und zur Teilnahme an zusätzlichen Lehrveranstaltungen, auch in anderen Studiengängen, stehen.

§ 4

Prüfungen und Prüfungsfristen

(1) Der Diplomprüfung geht die Diplom-Vorprüfung voraus. Die Diplom-Vorprüfung soll in der Regel vor Beginn des fünften Studiensemesters, die Diplomprüfung soll einschließlich der Diplomarbeit innerhalb der in § 3 Abs. 1 festgelegten Regelstudienzeit abgeschlossen sein. Die Di-plom-Vorprüfung besteht aus vier Fachprüfungen (§ 14 Abs. 2), die Diplomprüfung aus vier Fachprüfungen (§ 19 Abs. 1), der schriftlichen Hausarbeit im Lehrforschungsprojekt (§ 20) und der Diplomarbeit (§ 21).

(2) Der Antrag auf Zulassung zur Diplom-Vorprüfung und zur Diplomprüfung ist jeweils schriftlich beim Prüfungsausschuss zu stellen.

(3) Zu jeder Prüfungsleistung der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung ist zu den vom Prüfungsausschuss festgelegten Terminen eine Meldung beim Prüfungsausschuss erforderlich.

(4) Der Prüfungsausschuss setzt in jedem Semester für die einzelnen Fachprüfungen der Diplom-Vorprüfung sowie der Diplomprüfung einen Prüfungszeitraum fest und gibt diesen spätestens vier Wochen vorher bekannt. Termine für Wiederholungsprüfungen entsprechend § 17 und § 25 werden zwischen den Prüferinnen und Prüfern und den Kandidatinnen und Kandidaten gesondert vereinbart. Dabei ist den Studierenden Gelegenheit zu geben, die Wiederholungsprüfung noch im gleichen Semester abzulegen.

(5) Die Prüfungen können jeweils vor Ablauf der in Absatz 1 festgelegten Zeit abgelegt werden, sofern die für die Zulassung erforderlichen Leistungen nachgewiesen werden.

(6) In den einzelnen Prüfungsverfahren sind ggf. die gesetzlichen Mutterschutzfristen und die Fristen der Elternzeit zu berücksichtigen.

§ 5

Prüfungsausschuss

(1) Für die Organisation der Prüfungen und die durch diese Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben bildet die Fakultät für Soziologie einen Prüfungsausschuss. Der Prüfungsausschuss besteht aus der oder dem Vorsit-zenden, der oder dem stellvertretenden Vorsitzenden und fünf weiteren Mitgliedern. Die oder der Vorsitzende, die oder der stellvertretende Vorsitzende und zwei weitere Mitglieder werden aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren, ein Mitglied wird aus der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein Mitglied wird aus der Gruppe der Studierenden, und ein Mitglied wird aus der Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Fakultätskonferenz gewählt. Entsprechend werden für die Mitglieder des Prüfungsausschusses mit Ausnahme der oder des Vorsitzenden und der oder des stellvertretenden Vorsitzenden Vertreterinnen oder Vertreter gewählt.

(2) Die Amtszeit der Mitglieder aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren, aus der Gruppe der wissen-schaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aus der Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beträgt drei Jahre, die Amtszeit der studentischen Mitglieder ein Jahr. Wiederwahl ist zulässig.

(3) Der Prüfungsausschuss ist Behörde im Sinne des Verwaltungsverfahrens- und des Verwaltungsprozessrechts.

(4) Der Prüfungsausschuss achtet darauf, dass die Be-stimmungen der Prüfungsordnung eingehalten werden und sorgt für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen. Er ist insbesondere zuständig für die Ent-scheidung über Widersprüche gegen in Prüfungs-verfahren getroffene Entscheidungen. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss der Fakultätskonferenz regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, über die Entwicklung der Prüfungen und Studienzeiten zu berichten. Er gibt Anregungen zur Reform der Prüfungsordnung, der Studienordnung und der Studienpläne und legt die Verteilung der Fachnoten und der Gesamtnoten offen. Der Prüfungs-ausschuss kann die Erledigung seiner Aufgaben für alle Regelfälle auf die Vorsitzende oder den Vorsitzenden übertragen; dies gilt nicht für die Entscheidungen über Widersprüche und den Bericht an die Fakultätskonferenz.

(5) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn neben der oder dem Vorsitzenden bzw. der oder dem stellvertretenden Vorsitzenden und zwei weiteren Mitgliedern aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren mindestens zwei weitere stimmberechtigte Mitglieder anwesend sind.

(6) Er beschließt mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der oder des Vorsitzenden bzw. der oder des stellvertretenden Vorsitzenden. Das studentische Mitglied des Prüfungsausschusses wirkt bei pädagogisch-wissenschaftlichen Entscheidungen, insbesondere bei der Beurteilung, Anerkennung oder Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen, der Festlegung von Prüfungsaufgaben und der Bestellung von Prüferinnen und Prüfern, nicht mit. Beim Stimmrecht des Mitgliedes der Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist § 14 HG zu beachten.

(7) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, der Abnahme der Prüfungen beizuwohnen.

(8) Die Sitzungen des Prüfungsausschusses sind nicht öffentlich. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses, deren Stellvertreterinnen oder Stellvertreter und die Prüferinnen und Prüfer sowie die Beisitzenden unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Sofern sie nicht im öffentlichen Dienst stehen, sind sie durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zur Verschwiegenheit zu verpflichten.

§ 6

Prüfende und Beisitzende

(1) Der Prüfungsausschuss bestellt die Prüferinnen und Prüfer und die Beisitzerinnen und Beisitzer. Er kann die Bestellung der oder dem Vorsitzenden übertragen. Zur Prüferin oder zum Prüfer darf nur bestellt werden, wer mindestens die entsprechende Diplomprüfung oder eine vergleichbare Prüfung abgelegt hat und, sofern nicht zwingende Gründe eine Abweichung erfordern, in dem der Prüfung vorangehenden Studienabschnitt eine selbständige Lehrtätigkeit im jeweiligen Prüfungsfach ausgeübt hat. Die Hälfte der für eine Prüfung bestellten Prüferinnen oder Prüfer soll der Gruppe der Professorinnen bzw. Professoren angehören. Zur Beisitzerin oder zum Beisitzer darf nur bestellt werden, wer die entsprechende Diplomprüfung oder eine vergleichbare Prüfung abgelegt hat. Die Prüfenden sind in ihrer Prüfungstätigkeit unabhängig.

(2) Kandidatinnen oder Kandidaten können für die mündlichen Prüfungen Prüferinnen und Prüfer vorschlagen. Auf die Vorschläge soll nach Möglichkeit Rücksicht genommen werden.

(3) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses sorgt dafür, dass die Namen der Prüfenden rechtzeitig, mindestens zwei Wochen vor dem Termin der jeweiligen Prüfung, bekannt gegeben werden.

§ 7

Anrechnung von Studienzeiten, Studien- und Prüfungsleistungen, Einstufung in höhere Fachsemester

(1) Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in demselben Studiengang an anderen Hochschulen im Geltungsbereich des Grundgesetzes werden ohne Gleichwertigkeitsprüfung angerechnet. Dasselbe gilt für Diplom-Vorprüfungen. Soweit die Diplom-Vorprüfung Fächer nicht enthält, die an der aufnehmenden Hochschule Gegenstand der Diplom-Vorprüfung, nicht aber der Diplomprüfung sind, ist eine Anrechnung mit Auflagen möglich.

(2) Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in anderen Studiengängen oder an anderen Hochschulen im Geltungsbereich des Grundgesetzes werden angerechnet, soweit die Gleichwertigkeit festgestellt wird.

(3) Studienzeiten sowie Studien- und Prüfungsleistungen, die an Hochschulen außerhalb des Geltungsbereichs des Grundgesetzes erbracht wurden, werden auf Antrag angerechnet, soweit die Gleichwertigkeit festgestellt wird.

(4) Für die Anrechnung von Studienleistungen und Prüfungsleistungen, die in staatlich anerkannten Fernstudien, in vom Land Nordrhein-Westfalen mit den anderen Ländern und dem Bund entwickelten Fernstudieneinheiten, an staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademien oder in einem weiterbildenden Studium erbracht worden sind, gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

(5) Leistungen, die mit einer erfolgreich abgeschlossenen vierjährigen Ausbildung am Oberstufenkolleg Bielefeld in den Wahlfächern Soziologie, Rechtswissenschaft, Psychologie oder Ökonomie erbracht worden sind, werden als Studienleistungen auf das Grundstudium angerechnet, soweit die Gleichwertigkeit nachwiesen wird.

(6) Gleichwertigkeit ist festzustellen, wenn Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in Inhalt, Umfang und in den Anforderungen denjenigen des entsprechenden Studiums an der aufnehmenden Hochschule im Wesentlichen entsprechen. Dabei ist kein schematischer Vergleich, sondern eine Gesamtbetrachtung und Gesamtbewertung vorzunehmen. Für die Gleichwertigkeit von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen an ausländischen Hochschulen sind die von der Kultusministerkonferenz und der Hochschulrektorenkonferenz ge-billigten Äquivalenzvereinbarungen maßgebend. Im Übrigen kann bei Zweifeln an der Gleichwertigkeit die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen gehört werden.

(7) Studierenden, die aufgrund einer Einstufungsprüfung gemäß § 67 HG berechtigt sind, das Studium in einem höheren Fachsemester aufzunehmen, werden die in der Einstufungsprüfung nachgewiesenen Kenntnisse und Fä-higkeiten auf Studienleistungen des Grundstudiums und auf Prüfungsleistungen der Diplom-Vorprüfung angerechnet. Die Feststellungen im Zeugnis über die Einstufungsprüfung sind für den Prüfungsausschuss bindend.

(8) Zuständig für Anrechnungen nach den Absätzen 1 bis 7 ist der Prüfungsausschuss. Vor Feststellungen über die Gleichwertigkeit sind zuständige Fachvertreterinnen oder Fachvertreter zu hören.

(9) Werden Studienleistungen und Prüfungsleistungen angerechnet, sind die Noten – soweit die Notensysteme vergleichbar sind - zu übernehmen und in die Berechnung der Gesamtnote einzubeziehen. Bei unvergleichbaren Notensystemen wird der Vermerk "bestanden" aufgenommen. Die Anrechnung wird im Zeugnis gekennzeichnet. Die oder der Studierende hat die für die Anrechnung erforderlichen Unterlagen vorzulegen.


§ 8

Abmeldung, Versäumnis, Rücktritt, Täuschung,
Ordnungsverstoß

(1) Die Kandidatin oder der Kandidat kann sich bis spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Prüfungstermin ohne Angabe von Gründen von Fachprüfungen abmelden.

(2) Eine Prüfungsleistung gilt als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet, wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin nach Ablauf der in Absatz 1 genannten Frist ohne triftigen Grund zu einem Prüfungstermin nicht erscheint oder nach Beginn der Prüfung von dieser zurücktritt. Dasselbe gilt, wenn eine schriftliche Prüfungsleistung nicht innerhalb der vorgegebenen Bearbeitungszeit erbracht wird. Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe müssen dem Prüfungsausschuss unverzüglich schriftlich angezeigt und glaubhaft gemacht werden. Bei Krankheit ist unverzüglich ein ärztliches Attest mit Diagnose vorzulegen. Erkennt der Prüfungsausschuss die Gründe an, wird dies schriftlich mitgeteilt und ein neuer Termin für die Prüfung festgesetzt. Bereits vorliegende Prüfungsergebnisse sind in diesem Fall anzurechnen.

(3) Versucht die Kandidatin oder der Kandidat, das Ergebnis ihrer bzw. seiner Prüfungsleistung durch Täuschung, z.B. Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel, zu beeinflussen, gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet; die Feststellung wird von der jeweiligen Prüferin oder dem jeweiligen Prüfer oder der bzw. dem jeweiligen Aufsichtführenden getroffen und aktenkundig gemacht. Eine Kandidatin oder ein Kandidat, die oder der den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung stört, kann von der jeweiligen Prüferin oder dem jeweiligen Prüfer oder der oder dem jeweiligen Aufsichtführenden - in der Regel nach Abmahnung - von der Fortsetzung der Prüfungsleistung ausgeschlossen werden; in diesem Fall gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet. Die Gründe für den Aus-schluss sind aktenkundig zu machen. In schwerwiegenden Fällen kann der Prüfungsausschuss die Kandidatin oder den Kandidaten von der Erbringung weiterer Prüfungsleistungen ausschließen.

(4) Belastende Entscheidungen des Prüfungsausschusses sind der Kandidatin oder dem Kandidaten unverzüglich schriftlich mitzuteilen, zu begründen und mit einer Rechts-behelfsbelehrung zu versehen.

 
§ 9

Arten der Prüfungsleistungen

Prüfungsleistungen sind mündlich (§ 10), durch Klausuren (§ 11) oder durch schriftliche Hausarbeiten (§ 12) sowie durch den schriftlichen Bericht zum Lehrforschungsprojekt (§ 20) und die Diplomarbeit (§ 21) zu erbringen.


§ 10

Mündliche Prüfungen

(1) In den mündlichen Prüfungen soll die Kandidatin oder der Kandidat nachweisen, dass sie oder er einen Überblick über das Prüfungsfach hat und einzelne, begrenzte Probleme analysieren sowie Lösungsmöglichkeiten aufzeigen kann. Durch die mündlichen Prüfungen soll ferner festgestellt werden, ob die Kandidatin oder der Kandidat über ein dem Stand des Studiums entsprechendes Grundlagenwissen verfügt. Sie oder er kann im Einvernehmen mit der jeweiligen Prüferin oder dem jeweiligen Prüfer Prüfungsthemen benennen.

(2) Mündliche Prüfungen werden vor einer oder einem Prüfenden und einer oder einem Beisitzenden als Einzelprüfung abgelegt. Vor der Festsetzung der Note gemäß § 13 hat die oder der Prüfende die oder den Beisitzenden zu hören. Die oder der Beisitzende kann ihre oder seine Bedenken gegen die festgesetzte Note aktenkundig machen.

(3) In der Regel dauert eine mündliche Prüfung mindestens 20 und höchstens 30 Minuten.

(4) Die wesentlichen Gegenstände und Ergebnisse der Prüfung sind in einem Protokoll festzuhalten. Die Ergebnisse der mündlichen Prüfung sind der Kandidatin oder dem Kandidaten im Anschluss an die mündliche Prüfung bekannt zu geben.

(5) Studierende, die sich zu einem späteren Prüfungstermin der gleichen Prüfung unterziehen wollen, werden nach Maßgabe der räumlichen Verhältnisse als Zuhörerinnen oder Zuhörer zugelassen, sofern die Kandidatin oder der Kandidat nicht widerspricht. Die Zulassung erstreckt sich nicht auf die Beratung und Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses.

§ 11

Klausuren

(1) In den Klausuren soll die Kandidatin oder der Kandidat nachweisen, dass sie oder er in begrenzter Zeit und mit begrenzten Hilfsmitteln ein Problem mit den geläufigen Methoden des Faches erkennen und Wege zu einer Lösung begründet entwickeln kann.

(2) Die Dauer von Klausuren beträgt mindestens zwei und höchstens vier Stunden. Für jede Klausur werden drei Themen zur Auswahl gestellt. Die Kandidatin oder der Kandidat kann im Einvernehmen mit der jeweiligen Prüferin oder dem jeweiligen Prüfer einen allgemeinen Themenbereich benennen, aus dem die Themen der Klausur stammen.

(3) Klausurarbeiten sind von zwei Prüfungsberechtigten gemäß § 13 zu bewerten. Einer oder eine der Prüfenden muss die prüfungsberechtigte Person sein, mit der der Themenbereich der Klausur vereinbart wurde.

(4) Die Note der Klausur ergibt sich als arithmetisches Mittel aus den Einzelbewertungen. Die Bewertung ist der Kandidatin oder dem Kandidaten nach spätestens sechs Wochen mitzuteilen.

(5) Abweichend von Absatz 3 können Klausuren im Nebenfach gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 4 von einer bzw. einem Prüfungsberechtigten bewertet werden. Dies gilt nicht für die letzte Wiederholungsmöglichkeit. In diesem Fall ist die Prüfungsleistung von zwei Prüfungsberechtigten entsprechend Absatz 4zu bewerten.


§ 12

Schriftliche Hausarbeiten

(1) In den Hausarbeiten soll die Kandidatin oder der Kandidat zeigen, dass sie oder er in der Lage ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein fachliches Problem mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.

(2) Das Thema einer Hausarbeit wird über den Prüfungsausschuss zu einem von der Kandidatin bzw. dem Kandidaten ausgewählten Termin ausgegeben. Die Bearbeitungszeit beträgt vier Wochen. Die Arbeit soll einen Umfang von etwa 25 Seiten mit je 2.500 Zeichen haben. Der Kandidatin oder dem Kandidaten ist Gelegenheit zu geben, für das Thema im Einvernehmen mit der gewählten Prüferin bzw. dem gewählten Prüfer Vorschläge zu machen. Aus- und der Abgabezeitpunkt der Hausarbeit sind aktenkundig zu machen.

(3) Schriftliche Hausarbeiten sind von zwei Prüfungsberechtigten gemäß § 13 zu bewerten. Einer oder eine der Prüfenden muss die prüfungsberechtigte Person sein, mit der das Thema der Arbeit vereinbart wurde.

(4) Die Note der Hausarbeit ergibt sich als arithmetisches Mittel aus den Einzelbewertungen.

(5) Die Bewertung der Hausarbeit ist der Kandidatin oder dem Kandidaten nach spätestens sechs Wochen mitzuteilen.

§ 13

Bewertung der Prüfungsleistungen

(1) Die Noten für die einzelnen Prüfungsleistungen werden von den jeweiligen Prüfenden festgesetzt. Für die Bewertung sind folgende Noten zu verwenden:

1 = sehr gut = eine hervorragende Leistung;

2 = gut = eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt;

3 = befriedigend = eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen genügt;

4 = ausreichend = eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt;

5 = nicht ausreichend = eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt.

Zur differenzierten Bewertung der Prüfungsleistungen können einzelne Noten um 0,3 auf Zwischenwerte erhöht oder erniedrigt werden; die Noten 0,7, 4,3, 4,7 und 5.3 sind dabei ausgeschlossen.

(2) Eine Fachprüfung gemäß § 14 und § 19 ist bestanden, wenn die Fachnote mindestens "ausreichend" (4,0) ist. Die Fachnote lautet

bei einem Durchschnitt bis 1,5 = sehr gut,

bei einem Durchschnitt über 1,5 bis 2,5 = gut,

bei einem Durchschnitt über 2,5 bis 3,5 = befriedigend,

bei einem Durchschnitt über 3,5 bis 4,0 = ausreichend,

bei einem Durchschnitt über 4,0 = nicht ausreichend.

(3) Die Gesamtnote der Diplom-Vorprüfung ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel der Noten der Fachprüfungen. Die Diplom-Vorprüfung ist bestanden, wenn sämtliche Fachprüfungen mit mindestens "ausreichend" (4,0) bewertet wurden.

(4) Die Diplomprüfung ist bestanden, wenn alle Prüfungsleistungen gemäß § 19 Abs. 1 mit mindestens "ausreichend" (4,0) bewertet wurden. Die Gesamtnote der Diplomprüfung ergibt sich als arithmetisches Mittel aus der Note der Diplomarbeit und dem arithmetischen Mittel der Noten aller übrigen Prüfungsleistungen der Diplomprüfung gemäß § 19 Abs. 1. Die Gesamtnote lautet

bei einem Durchschnitt bis 1,5 = sehr gut,

bei einem Durchschnitt über 1,5 bis 2,5 = gut,

bei einem Durchschnitt über 2,5 bis 3,5 = befriedigend,

bei einem Durchschnitt über 3,5 bis 4,0 = ausreichend.

Anstelle der Gesamtnote "sehr gut" wird das Gesamturteil "mit Auszeichnung" erteilt, wenn die Diplomarbeit mit 1,0 bewertet und das arithmetische Mittel aller anderen Noten der Diplomprüfung nicht schlechter als 1,5 ist.

(5) Bei der Bildung des arithmetischen Mittels wird nur die erste Dezimalstelle hinter dem Komma berücksichtigt; alle weiteren Stellen werden ohne Rundung gestrichen.

 

II. Diplom-Vorprüfung

§ 14

Ziel, Umfang und Art der Diplom-Vorprüfung

(1) Durch die Diplom-Vorprüfung soll die Kandidatin oder der Kandidat nachweisen, dass sie oder er das Ziel des Grundstudiums erreicht hat und dass sie oder er insbesondere die inhaltlichen Grundlagen ihres bzw. seines Faches, das methodische Instrumentarium und die systematische Orientierung erworben hat, die erforderlich sind, um das weitere Studium mit Erfolg zu betreiben.

(2) Die Diplom-Vorprüfung besteht aus vier Fachprüfungen in folgenden Lehrgebieten gemäß der Studienordnung:

  1. "Grundzüge der Soziologie" in Form einer mündlichen Prüfung gemäß § 10;
  2. "Sozialstrukturanalyse" in Form einer mündlichen Prüfung gemäß § 10; diese beiden mündlichen Prüfungen folgen unmittelbar aufeinander;
  3. "Methoden der empirischen Sozialforschung" in Form einer vierstündigen Klausurarbeit gemäß § 11 im Anschluss an die Veranstaltung "Statistische Übungen" sowie in
  4. einem der folgenden Nebenfächer nach Wahl der Kandidatin oder des Kandidaten:

in Form einer mündlichen Prüfung gemäß § 10 oder einer schriftlichen Prüfung entweder in Form einer Hausarbeit gemäß § 12 oder einer zweistündigen Klausurarbeit gemäß § 11 im Anschluss an eigens aus-gewiesene Veranstaltungen. Die Prüfungsform wird vom Prüfungsausschuss festgelegt und spätestens zwei Monate vor dem Prüfungstermin durch Aushang sowie in der jeweiligen Veranstaltung von der Veranstalterin bzw. dem Veranstalter bekannt gegeben.

Auf Antrag der Kandidatin bzw. des Kandidaten kann der Prüfungsausschuss auch ein anderes an der Universität Bielefeld vertretenes Fach als Nebenfach zulassen, sofern ein sinnvoller Bezug zum Studium der Soziologie besteht. In diesem Fall wird die Form der Prüfung im Rahmen der §§ 10, 11 und 12 im Einvernehmen mit den jeweiligen Prüfenden vom Prüfungsausschuss bei der Meldung zur Prüfung festgelegt.

(3) Gegenstand der Prüfungen sind die Stoffgebiete der den Prüfungsfächern nach Maßgabe der Studienordnung zugeordneten Lehrveranstaltungen.

(4) Macht die Kandidatin oder der Kandidat durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, dass sie oder er wegen länger andauernder oder ständiger körperlicher Behinderung nicht in der Lage ist, die Prüfung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, hat die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Kandidatin oder dem Kandidaten zu gestatten, gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form zu erbringen. Entsprechendes gilt für Studienleistungen.

§ 15

Antrag auf Zulassung zur Diplom-Vorprüfung

Meldung zu den Fachprüfungen

(1) Der schriftliche Antrag gemäß § 4 Abs. 2 auf Zulassung zur Diplom-Vorprüfung ist mit der Meldung zur ersten Fachprüfung zu stellen. Dem Antrag sind beizufügen:

  1. das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife, einer einschlägigen fachgebundenen Hochschulreife oder ein durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkanntes Zeugnis
  2. der Nachweis, dass die Kandidatin oder der Kandidat an der Universität Bielefeld für den Diplomstudiengang Soziologie eingeschrieben oder gemäß § 71 Abs. 2 HG als Zweithörerin oder Zweithörer zugelassen ist;
  3. eine Erklärung darüber, ob die Kandidatin oder der Kandidat bereits eine Diplom-Vorprüfung oder eine Diplomprüfung im Studiengang Soziologie nicht oder endgültig nicht bestanden hat, oder ob sie oder er sich ein einem anderen Prüfungsverfahren im Fach Soziologie befindet;
  4. eine Erklärung, in welchem Nebenfach gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 4 die Prüfung abgelegt wird;
  5. Vorschläge für Prüfende für den Fall, dass für eine Fachprüfung mehrere Prüfungsberechtigte zur Verfügung stehen;
  6. eine Erklärung darüber, ob der Zulassung von Zuhörerinnen oder Zuhörern bei den mündlichen Prüfungen widersprochen wird.
  7. (2) Die schriftliche Meldung gemäß § 4 Abs. 3 zu den gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 1 und 2 unmittelbar aufeinander folgenden Fachprüfungen "Grundzüge der Soziologie" und "Sozialstrukturanalyse" kann nur als Meldung für beide Prüfungen erfolgen.

Bei der Meldung sind die nachstehenden Leistungs- bzw. Teilnahmenachweise vorzulegen:

(3) Bei der schriftlichen Meldung gemäß § 4 Abs. 3 zur Prüfung in "Methoden der empirischen Sozialforschung"  und im Nebenfach sind keine Prüfungsvorleistungen im Sinne von Absatz 2 nachzuweisen.

(4) Ist es der Kandidatin oder dem Kandidaten nicht möglich, eine nach Absatz 1 oder 2 erforderliche Unterlage in der vorgeschriebenen Weise beizufügen, kann der Prüfungsausschuss gestatten, den Nachweis auf andere Art zu führen.

(5) Ein Leistungsnachweis ist die Bescheinigung über jeweils eine nach dieser Prüfungsordnung als Zulassungsvoraussetzung für die Diplom-Vorprüfung oder die Diplomprüfung geforderte individuell erkennbare Studienleistung, die inhaltlich auf eine Lehrveranstaltung (Übung, Seminar) von höchstens vier SWS bezogen ist. Ein Teilnahmenachweis ist die Bescheinigung über jeweils die nach dieser Prüfungsordnung als Zulassungsvoraussetzung für die Diplom-Vorprüfung oder die Diplomprüfung geforderte aktive Teilnahme an einer Lehrveranstaltung.

(6) Bei Vorliegen der in § 7 genannten Voraussetzungen werden die in § 14 Abs. 2 und § 15 Abs. 2 genannten Leistungen durch entsprechende Feststellungen der Gleichwertigkeit bzw. durch das Zeugnis der Einstufungsprüfung ganz oder teilweise ersetzt.

§ 16

Zulassungsverfahren

(1) Über die Zulassung entscheidet der Prüfungsausschuss oder gemäß § 5 Abs. 4 Satz 5 die oder der Vorsitzende.

(2) Die Zulassung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass dem Prüfungsausschuss bei den Meldungen zu den Fachprüfungen gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 1 und 2 die in § 15 Abs. 2genannten Leistungsnachweise und der Teilnahmenachweis vorliegen.

(3) Die Zulassung ist abzulehnen, wenn

  1. die in § 15 Abs. 1 genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind oder
  2. die Unterlagen unvollständig sind oder
  3. die Kandidatin oder der Kandidat die Diplom-Vor-prüfung oder die Diplomprüfung im Studiengang Soziologie an einer Universität im Geltungsbereich des Grundgesetzes endgültig nicht bestanden hat oder
  4. die Kandidatin oder der Kandidat sich bereits an einer anderen Hochschule in einem Prüfungsverfahren im selben Studiengang befindet.


§ 17

Wiederholung der Diplom-Vorprüfung

Eine Fachprüfung der Diplom-Vorprüfung, die nicht bestanden ist bzw. gemäß § 8 als nicht bestanden gilt, kann zweimal wiederholt werden. Fehlversuche im selben Fach an anderen Hochschulen sind anzurechnen. Die Wiederholung einer bestandenen Prüfung ist nicht zulässig.


§ 18

Zeugnis

(1) Über die bestandene Diplom-Vorprüfung wird unverzüglich, möglichst innerhalb von vier Wochen nach dem Erbringen der letzten Prüfungsleistung, ein Zeugnis ausgestellt, das die einzelnen Fachnoten und die Gesamtnote enthält. Das Zeugnis ist von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen und mit dem Siegel der Fakultät zu versehen. Als Datum des Zeugnisses ist der Tag anzugeben, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist.

(2) Ist die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden oder gilt sie als nicht bestanden, erteilt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Kandidatin oder dem Kandidaten hierüber einen schriftlichen Bescheid, der auch darüber Auskunft gibt, ob und in welchem Umfang die Diplom-Vorprüfung wiederholt werden kann.

(3) Der Bescheid über die nicht bestandene Diplom-Vor-prüfung ist zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

(4) Studierende, die die Hochschule ohne Studienabschluss verlassen, erhalten auf Antrag und gegen Vorlage der entsprechenden Nachweise und der Exmatrikulationsbescheinigung ein Zeugnis, das die erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen und deren Noten enthält. Das Zeugnis wird von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem Siegel der Fakultät versehen.


Ill. Diplomprüfung

§ 19

Umfang und Art der Diplomprüfung

(1) Die Diplomprüfung besteht aus:

  1. "Allgemeine Soziologie", in Form einer mündlichen Prüfung gemäß § 10Wahlpflichtfach nach Wahl der Kandidatin oder des Kandidaten gemäß der Studienordnung in "Methoden der empirischen Sozialforschung" oder "Sozialstrukturanalyse",
  2. "Praxisschwerpunkt" nach Wahl der Kandidatin oder des Kandidaten in

    4. "Ergänzungsfach" nach Wahl der Kandidatin oder des Kandidaten in:

in Form einer mündlichen Prüfung gemäß § 10.

Jeweils zwei mündliche Prüfungen folgen unmittelbar aufeinander.

Auf Antrag der Kandidatin bzw. des Kandidaten kann die Prüfung im Ergänzungsfach auch in Psychologie, Rechts-wissenschaft oder Wirtschaftswissenschaft abgelegt wer-den. In diesem Fall wird die Form der Prüfung im Rahmen der §§ 10, 11 und 12 im Einvernehmen mit den jeweiligen Prüfenden vom Prüfungsausschuss bei der Meldung zur Prüfung festgelegt.

(2) Gegenstand der Fachprüfungen sind die Stoffgebiete der den Prüfungsfächern nach Maßgabe der Studienord-nung zugeordneten Lehrveranstaltungen.

(3) Macht die Kandidatin oder der Kandidat durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, dass sie oder er wegen länger andauernder oder ständiger körperlicher Behinderung nicht in der Lage ist, die Prüfung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, hat die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Kandidatin oder dem Kandidaten zu gestatten, gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form zu erbringen. Entsprechendes gilt für Studienleistungen.

 

§ 20

Schriftliche Hausarbeit im Lehrforschungsprojekt

(1) Die schriftliche Hausarbeit im Lehrforschungsprojekt ist Teil des gemeinsamen abschließenden Projektberichts. Sie soll zeigen, dass die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage ist, auf der Grundlage der im dreisemestrigen Lehrforschungsprojekt erarbeiteten empirischen Daten eine spezielle theoretisch angeleitete Fragestellung mit wissenschaftlichen Methoden selbständig zu bearbeiten. Die Arbeit soll einen Umfang von ca. 30 Seiten (mit je 2.500 Zeichen) haben.

(2) Die Hausarbeit muss spätestens vor dem Beginn der dritten Phase des Projektes beim Prüfungsausschuss angemeldet werden. Das Thema für den jeweiligen Berichtsanteil wird von der Projektleiterin bzw. dem Projektleiter festgelegt. Die Ausgabe erfolgt durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Der Zeitpunkt der Ausgabe ist aktenkundig zu machen.

(3) Die Bearbeitungszeit beträgt zehn Wochen.

(4) Die Hausarbeit ist fristgemäß beim Prüfungsausschuss in dreifacher Ausfertigung abzuliefern; der Abgabezeitpunkt ist aktenkundig zu machen. Wird die Hausarbeit nicht fristgerecht abgeliefert, gilt sie gemäß § 8 Abs. 2 Satz 2 als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet.

(5) Die Hausarbeit wird von der Projektleiterin bzw. dem Projektleiter und einer weiteren gemäß § 6 Abs. 1 prüfungsberechtigten Person bewertet. Die zweite Prüferin bzw. der zweite Prüfer wird vom Prüfungsausschuss bestimmt, sie bzw. er soll einem anderen Lehrgebiet als die Projektleiterin bzw. der Projektleiter angehören.

(6) Die Bewertung der Hausarbeit erfolgt gemäß § 13. Die Note der Hausarbeit ergibt sich als arithmetisches Mittel aus den Einzelbewertungen.

(7) Die Bewertung der Hausarbeit ist der Kandidatin bzw. dem Kandidaten spätestens sechs Wochen nach Abgabe der Arbeit mitzuteilen.

§ 21

Diplomarbeit

(1) Die Diplomarbeit ist eine Prüfungsarbeit, die die wissenschaftliche Ausbildung abschließt. Sie soll zeigen, dass die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus seinem Fach selbständig mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbei-ten. Die Arbeit soll einen Umfang von etwa 80 Seiten (mit je 2.500 Zeichen) haben.

(2) Die Diplomarbeit kann von jeder oder jedem im Studiengang Soziologie in Forschung und Lehre tätigen Prüfungsberechtigten ausgegeben und betreut werden. Soll die Diplomarbeit in einer Einrichtung außerhalb der Hoch-schule durchgeführt werden, bedarf es hierzu der Zustimmung der oder des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Der Kandidatin oder dem Kandidaten ist Gelegenheit zu geben, für das Thema der Diplomarbeit Vorschläge zu machen.

(3) Die Diplomarbeit kann auch in Form einer Gruppenarbeit zugelassen werden, wenn der als Prüfungsleistung zu bewertende Beitrag der einzelnen Kandidatin oder des einzelnen Kandidaten aufgrund der Angabe von Abschnitten, Seitenzahlen oder anderen objektiven Kriterien, die eine eindeutige Abgrenzung ermöglichen, deutlich unterscheidbar und bewertbar ist und die Anforderungen nach Absatz 1 erfüllt.

(4) Die Diplomarbeit kann erst ausgegeben werden, wenn die Nachweise gemäß § 22 Abs. 2 dem Prüfungsausschuss vorgelegt wurden. Die Ausgabe erfolgt durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Der Zeitpunkt der Ausgabe ist aktenkundig zu machen.

(5) Die Bearbeitungszeit für die Diplomarbeit beträgt vier Monate, für Arbeiten mit einem empirischen Thema sechs Monate. Das Thema und die Aufgabenstellung müssen so beschaffen sein, dass die Diplomarbeit innerhalb der vorgesehenen Frist abgeschlossen werden kann. Das Thema kann nur einmal und nur innerhalb des ersten Monats der Bearbeitungszeit zurückgegeben werden. Ausnahmsweise kann der Prüfungsausschuss auf begründeten Antrag der Kandidatin oder des Kandidaten die Bearbeitungszeit um bis zu vier, bei einem empirischen Thema um bis zu sechs Wochen verlängern.

(6) Bei der Abgabe der Diplomarbeit hat die Kandidatin oder der Kandidat schriftlich zu versichern, dass sie ihre oder er seine Arbeit – bei einer Gruppenarbeit ihren bzw. seinen entsprechend gekennzeichneten Anteil der Arbeit – selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt sowie Zitate kenntlich gemacht hat.

(7) Die Diplomarbeit ist fristgemäß beim Prüfungsausschuss in vierfacher Ausfertigung abzuliefern; der Abgabezeitpunkt ist aktenkundig zu machen. Wird die Diplomarbeit nicht fristgemäß abgeliefert, gilt sie gemäß § 8 Abs. 2 Satz 2 als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet.

(8) Die Diplomarbeit ist von zwei Prüfungsberechtigten zu begutachten und zu bewerten, von denen eine oder einer der Gruppe der Professorinnen und Professoren angehören soll. Eine oder einer der Prüfenden muss die Person sein, mit der das Thema der Arbeit vereinbart wurde. Die oder der zweite Prüfende wird von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestimmt.

(9) Die einzelne Bewertung ist entsprechend § 13 vorzunehmen und schriftlich zu begründen. Die Note der Diplomarbeit wird aus dem arithmetischen Mittel der Einzelbewertungen gebildet, sofern die Differenz nicht mehr als 2,0 beträgt. Beträgt die Differenz mehr als 2,0, wird vom Prüfungsausschuss eine weitere Prüferin oder ein weiterer Prüfer zur Bewertung der Diplomarbeit bestimmt. In diesem Fall wird die Note der Diplomarbeit aus dem arithmetischen Mittel der beiden besseren Noten gebildet. Die Diplomarbeit kann jedoch nur dann als "ausreichend" oder besser bewertet werden, wenn mindestens zwei Noten "ausreichend" oder besser sind. Die Bewertung der Diplomarbeit ist der Kandidatin oder dem Kandidaten spätestens acht Wochen nach Abgabe der Arbeit mitzuteilen.

 

§ 22

Zulassung zur Diplomprüfung

(1) Der schriftliche Antrag gemäß § 4 Abs. 2 auf Zulassung zur Diplomprüfung ist innerhalb der vom Prüfungsausschuss festgelegten Fristen gemäß § 4 Abs. 3 zu stellen. Dem Antrag sind beizufügen:

  1. das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife, einer einschlägigen fachgebundenen Hochschulreife oder ein durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkanntes Zeugnis,
  2. der Nachweis über die Einschreibung an der Universität Bielefeld für den Diplomstudiengang Soziologie oder gemäß § 71 Abs. 2 HG über die Zulassung als Zweithörerin oder Zweithörer,
  3. der Nachweis, dass die Diplom-Vorprüfung im Studiengang Soziologie oder eine gemäss § 7 als gleichwertig angerechnete Prüfung bestanden ist,
  4. eine Erklärung darüber, ob die Kandidatin oder der Kandidat bereits eine Diplomprüfung im Studiengang Soziologie nicht oder endgültig nicht bestanden hat, oder ob sie oder er sich in einem anderen Prüfungsverfahren im Fach Soziologie befindet.

(2) Bei der schriftlichen Meldung gemäß § 4 Abs. 3 zur Diplomarbeit gemäß § 21 und zu den mündlichen Fachprüfungen gemäß § 19 sind folgende Nachweise vorzulegen:

2 Leistungsnachweise aus dem Lehrgebiet " AllgemeineSoziologie",

2 Leistungsnachweise aus dem von der Kandidatin bzw. dem Kandidaten gewählten Praxisschwerpunkt,

1 Leistungsnachweis aus einer dem Lehrgebiet "Methoden der empirischen Sozialforschung gemäß Studienordnung zugeordneten Lehrveranstaltung,

1 Leistungsnachweis aus dem von der Kandidatin bzw. dem Kandidaten gewählten Wahlpflichtfach,

1 Leistungsnachweis aus dem von der Kandidatin bzw. dem Kandidaten gewählten Ergänzungsfach,

1 Nachweis über die Teilnahme an einem betreuten Praktikum im Umfang von 20 Wochen mit Begleitseminar (integriertes Praxissemester gemäß der Studien- und Praktikumordnung),

1 Nachweis über die schriftliche Hausarbeit im Lehrforschungsprojekt gemäß § 20,

sowie gegebenenfalls entsprechende Leistungsnachweise des Hauptstudiums im gewählten Zusatzfach nach § 24.

Dem Antrag sind beizufügen:

  1. Vorschläge für Prüfende für den Fall, dass für eine Fachprüfung mehrere Prüfungsberechtigte zur Verfügung stehen,
  2. eine Erklärung, in welchem Wahlpflichtfach gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 3 die Prüfung abgelegt wird,
  3. eine Erklärung in welchem Ergänzungsfach gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 4 die Prüfung abgelegt wird,
  4. eine Erklärung darüber, ob der Zulassung von Zuhörerinnen oder Zuhörern bei den mündlichen Prüfungen widersprochen wird.

(3) Für das Zulassungsverfahren gilt § 16 entsprechend.

 

§ 23

Freiversuch

(1) Meldet sich eine Kandidatin oder ein Kandidat innerhalb der Regelstudienzeit und nach ununterbrochenem Studium zu einer Fachprüfung der Diplomprüfung an und besteht sie oder er diese Prüfung nicht, so gilt sie als nicht unternommen (Freiversuch). Ein zweiter Freiversuch im jeweiligen Prüfungsfach ist ausgeschlossen. Eine Prüfung nach Satz 1 gilt nicht als Freiversuch, wenn sie aufgrund eines ordnungswidrigen Verhaltens, insbesondere eines Täuschungsversuchs, für nicht bestanden erklärt wurde.

(2) Bei der Berechnung des in Absatz 1 genannten Zeitpunktes bleiben Studiengangsverzögerungen infolge einer Behinderung, höchstens jedoch bis zu vier Semestern, unberücksichtigt. Ferner bleiben Fachsemester in angemessenem Umfang, höchstens jedoch bis zu drei Semestern unberücksichtigt, wenn die Kandidatin oder der Kandidat nachweislich während dieser Zeit als gewähltes Mitglied in gesetzlichen oder von der Grundordnung vorgesehenen Gremien der Hochschule tätig war. Darüber hinaus bleiben Fachsemester unberücksichtigt und gelten nicht als Unterbrechung, während derer die Kandidatin oder der Kandidat nachweislich wegen längerer schwerer Krankheit oder aus einem anderen zwingenden Grund am Studium gehindert war. Ein Hinderungsgrund ist insbesondere anzunehmen, wenn mindestens vier Wochen der Mutterschutzfrist in die Vorlesungszeit fallen. Für den Fall der Erkrankung ist erforderlich, dass die Kandidatin oder der Kandidat unverzüglich eine amtsärztliche Untersuchung herbeigeführt hat und mit der Meldung das amtsärztliche Zeugnis vorlegt, das die medizinischen Befundtatsachen enthält, aus denen sich die Studierunfähigkeit ergibt. Unberücksichtigt bleibt auch ein Auslandsstudium bis zu drei Semestern, wenn die Kandidatin oder der Kandidat nachweislich an einer ausländischen Hochschule für das Studienfach, in dem sie oder er die Freiversuchsregelung in Anspruch nehmen möchte, eingeschrieben war und darin Lehrveranstaltungen in angemessenem Umfang, in der Regel von mindestens acht Semesterwochenstunden, besucht und je Semester mindestens einen Leistungsnachweis erworben hat.

(3) Wer eine Fachprüfung gemäß § 19 im Rahmen des Freiversuchs bestanden hat, kann zur Verbesserung der Fachnote die Fachprüfung einmal wiederholen. Der Antrag auf Zulassung ist zum nächsten Prüfungstermin zu stellen.

(4) Erreicht die Kandidatin oder der Kandidat in der Wiederholungsprüfung eine bessere Note, so wird diese auf dem Zeugnis ausgewiesen und bei der Berechnung der Gesamtnote der Diplomprüfung zugrunde gelegt.

§ 24

Zusatzfächer

(1) Die Kandidatin oder der Kandidat kann sich im Rahmen der Diplomprüfung und bei Nachweis der entsprechenden Studien- und Prüfungsvorleistungen in weiteren als den vorgeschriebenen Fächern einer Prüfung unterziehen (Zusatzfächer). Zusatzfächer können aus dem in § 19 Abs. 1 Nr. 2 (Praxisschwerpunkt) und Nr. 4 (Ergänzungsfächer) genannten Fächern gewählt werden. Weitere Fächer können auf Antrag und mit Zustimmung des Prüfungsausschusses aus den Studienangeboten anderer Fakultäten der Universität Bielefeld gewählt werden.

(2) Das Ergebnis der Prüfung in diesen Fächern wird auf Antrag der Kandidatin oder des Kandidaten in das Zeugnis aufgenommen, jedoch bei der Festsetzung der Gesamtnote nicht mit einbezogen.

§ 25

Wiederholung der Diplomprüfung

(1) Unbeschadet § 23 können mit "nicht ausreichend" bewertete Fachprüfungen zweimal wiederholt werden. Fehlversuche im selben Fach an anderen Hochschulen sind anzurechnen.

(2) Die Diplomarbeit kann einmal wiederholt werden. Eine Rückgabe des Themas der Diplomarbeit in der in § 21 Abs. 5 genannten Frist ist jedoch nur zulässig, wenn die Kandidatin oder der Kandidat bei der Anfertigung der ersten Diplomarbeit von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat.

(3) Die Hausarbeit im Lehrforschungsprojekt kann einmal wiederholt werden.


§ 26

Zeugnis

(1) Hat die Kandidatin oder der Kandidat die Diplomprüfung bestanden, erhält sie oder er über die Ergebnisse ein Zeugnis. In das Zeugnis wird aufgenommen:

  1. das Thema und die Note der Diplomarbeit,
  2. das Thema und die Note der Hausarbeit im Lehrforschungsprojekt,
  3. die Noten für die einzelnen Fachprüfungen,
  4. eine Studiengangbeschreibung unter besonderer Berücksichtigung der Studienrichtung und der Interessenschwerpunkte sowie des Praktikums,
  5. das in der Diplom-Vorprüfung gewählte Nebenfach sowie die Prüfungsnote in diesem Fach,
  6. auf Antrag der Kandidatin oder des Kandidaten das Ergebnis der Prüfung in den Zusatzfächern (§ 24) und die bis zum Abschluss der Diplomprüfung benötigte Fachstudiendauer.

(2) Auf Wunsch der Kandidatin oder des Kandidaten wird zusätzlich eine englischsprachige Fassung des Zeugnisses ausgehändigt.

(3) Das Zeugnis trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist. Das Zeugnis ist von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen und mit dem Siegel der Fakultät zu versehen.

(4) Ist die Diplomprüfung nicht bestanden oder gilt sie als nicht bestanden, gilt § 18 Abs. 2 und 3 entsprechend.

(5) Studierende, welche die Hochschule ohne Studienabschluss verlassen, erhalten auf Antrag ein Zeugnis über die insgesamt erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen entsprechend § 18 Abs. 4.

 

§ 27

Diplomurkunde

(1) Gleichzeitig mit dem Zeugnis wird der Kandidatin oder dem Kandidaten eine Diplomurkunde mit dem Datum des Zeugnisses ausgehändigt. Darin wird die Verleihung des Diplomgrades gemäss § 2 beurkundet.

(2) Die Diplomurkunde wird von der Dekanin oder dem Dekan der Fakultät für Soziologie und der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem Siegel der Fakultät versehen.


IV. Schlussbestimmungen

§ 28

Einsicht in die Prüfungsakten

Der Kandidatin oder dem Kandidaten wird auf Antrag nach Abschluss jeder Prüfungsleistung Einsicht in ihre bzw. seine Prüfungsarbeit, die Bemerkungen der Prüfenden und in die Prüfungsprotokolle gewährt. Der Antrag ist spätestens 8 Wochen nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Prüfung beim Prüfungsausschuss zu stellen. Der Prüfungsausschuss bestimmt Ort und Zeitpunkt der Einsichtnahme.


§ 29

Ungültigkeit der Diplom-Vorprüfung

und der Diplomprüfung

(1) Hat die Kandidatin oder der Kandidat bei einer Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, kann der Prüfungsausschuss nachträglich die Noten für diejenigen Prüfungsleistungen, bei deren Erbringung die Kandidatin oder der Kandidat getäuscht hat, entsprechend berichtigen und die Prüfung ganz oder teilweise für nicht bestanden erklären.

(2) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Prüfung nicht erfüllt, ohne dass die Kandidatin oder der Kandidat hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach der Aushändigung des Zeugnisses bekannt, wird dieser Mangel durch das Bestehen der Prüfung geheilt. Hat die Kandidatin oder der Kandidat die Zulassung vorsätzlich zu Unrecht erwirkt, entscheidet der Prüfungsausschuss unter Beachtung des Verwaltungsverfahrensgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen über die Rechtsfolgen.

(3) Vor einer Entscheidung ist der oder dem Betroffenen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

(4) Das unrichtige Prüfungszeugnis ist einzuziehen und gegebenenfalls ein neues zu erteilen. Eine Entscheidung nach Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 ist nach einer Frist von fünf Jahren nach Ausstellung des Prüfungszeugnisses ausgeschlossen.

§ 30

Aberkennung des Diplomgrades

(1) Der Diplomgrad kann aberkannt werden, wenn sich nachträglich herausstellt, dass er durch Täuschung erworben worden ist oder wenn wesentliche Voraussetzungen für die Verleihung irrtümlich als gegeben angesehen worden sind.

(2) Über die Aberkennung entscheidet die Fakultätskonferenz der Fakultät für Soziologie. § 28 Abs. 4 Satz 2 gilt entsprechend.


§ 31

Übergangsbestimmungen

(1) Diese Prüfungsordnung findet auf alle Studierenden Anwendung, die vom Sommersemester 2002 an erstmalig für den Studiengang Soziologie an der Universität Bielefeld eingeschrieben worden sind.

(2) Studierende, die vor dem Sommersemester 2002 für den Diplomstudiengang Soziologie an der Universität Bielefeld eingeschrieben waren und die bei Inkrafttreten dieser Prüfungsordnung bereits die Diplom-Vorprüfung bestanden haben, legen die Diplomprüfung nach der Prüfungsordnung ab, nach der auch die Diplom-Vorprüfung abgelegt wurde, es sei denn, dass sie die Anwendung der neuen Prüfungsordnung bei der Zulassung zur Prüfung schriftlich beantragen.

(3) Studierende, die vor dem Sommersemester 2002 für den Studiengang Soziologie an der Universität Bielefeld eingeschrieben worden sind und bei Inkrafttreten dieser Prüfungsordnung die Diplom-Vorprüfung noch nicht bestanden haben, legen diese nach der zum Zeitpunkt der Einschreibung geltenden Prüfungsordnung, die Diplomprüfung jedoch nach dieser neuen Prüfungsordnung ab; auf Antrag der Kandidatin oder des Kandidaten wird die neue Prüfungsordnung auch auf die Diplom-Vorprüfung angewendet.

(4) Der Antrag auf Anwendung der neuen Prüfungsordnung ist unwiderruflich. Wiederholungsprüfungen sind nach der Prüfungsordnung abzulegen, nach der die Erstprüfung abgelegt wurde.

§ 32

Inkrafttreten

Diese Prüfungsordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 2002 in Kraft.

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses der Fakultätskonferenz der Fakultät für Soziologie vom 6. Februar 2002.

Bielefeld, den 3. Juni 2002

 

Der Rektor

der Universität Bielefeld

Universitätsprofessor Dr. Dieter Timmermann

 

-.-.-.-.- 



Ordnung zur Änderung der Ordnung der Universität Bielefeld für die Durchführung von Einstufungsprüfungen gemäß § 67 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG -) vom 3. Juni 2002

 

Aufgrund des § 2 Abs. 4 und des § 94 Abs. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 14. März 2000 (GV. NRW. S. 190), geändert durch Gesetz vom 27. November 2001 (GV. NRW. S. 812), hat die Universität Bielefeld die folgende Änderungsordnung erlassen:

 
Artikel I

§ 8 Abs. 2 der Ordnung der Universität Bielefeld für die Durchführung von Einstufungsprüfungen gemäß § 67 HG i. d. F. der Bekanntmachung vom 1. Juni 2001 (Verkündungsblatt - Amtliche Bekanntmachungen - der Universität Bielefeld, Jg. 30 Nr. 10 vom 1. Juni 2001) wird wie folgt geändert:

  1. Nach "Philosophie" wird eingefügt:

"Gesundheitswissenschaften - Health Communication:

Für Absolventinnen und Absolventen und Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Weiterbildenden Fernstudiums Angewandte Gesundheitswissenschaften, die nach der Ordnung zur Feststellung des Erfolgs der Teilnahme am Weiterbildenden Fernstudium Angewandte Gesundheitswissenschaften vom 5. September 1997 oder der Neufassung vom 22. September 1999 studiert haben:

Schriftliche Ausarbeitung eines gesundheitswissenschaftlichen Projektes in Form einer Hausarbeit im Umfang von 15-20 Seiten (30.000 Zeichen). Hierauf kann die Abschlussarbeit des Weiterbildenden Fernstudiums Angewandte Gesundheitswissenschaften angerechnet werden, sofern diese auf Antrag der Bewerberin oder des Bewerbers entsprechend § 8 der Prüfungsordnung für den Bachelor-Studiengang in Health Communication bewertet wird und danach mindestens eine Leistung darstellt, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht (=befriedigend).

Für die übrigen Bewerberinnen und Bewerber:

Vierstündige Klausurarbeit in Form von Fragen, die an Inhalten der Grundlagenkurse des Bachelor-Studiengangs in Health Communication orientiert sind."

  1. Bei "Psychologie" werden die Angaben durch folgende Neufassung ersetzt:

"4stündige Klausurarbeit in Form eines Fragenkatalogs aus bis zu 3 Fachgebieten des Grundstudiums und Erfassung des Verständnisses englischsprachiger psychologischer Texte."

 

 

Artikel II

Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen - in Kraft.

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses des Senats der Universität Bielefeld vom 8. Mai 2002.

Bielefeld, den 3. Juni 2002

Der Rektor

der Universität Bielefeld

Universitätsprofessor Dr. Dieter Timmermann

 

 -.-.-.-.-

 

 

 

Exkursionsrichtlinien der Universität Bielefeld vom 3. Juni 2002


1. Exkursionen sind Bestandteil des Lehrangebotes der Universität Bielefeld. Es können im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel bezuschusst werden

a) Pflichtexkursionen, an denen Studierende aufgrund einer Studien- und/oder Prüfungsordnung teilnehmen müssen und

b) Exkursionen, die notwendiger Bestandteil einer Lehrveranstaltung oder fester Bestandteil des Lehrangebotes sind.

2. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Gewährung einer Exkursionsbeihilfe. Lediglich bei Pflichtexkursionen haben die Exkursionsleiterin oder der Exkursionsleiter und die erforderlichen Begleitpersonen einen Anspruch in Anlehnung an die Bestimmungen des Landesreisekostenrechtes (vgl. Ziff. 5).

3. Folgende Personen können Exkursionsbeihilfen erhalten:

a) Exkursionsleiterinnen oder -leiter.

b) Begleitpersonen, deren Teilnahme an der Exkursion erforderlich ist.

c) Studierende einschließlich Gasthörer und Doktoranden.

Für jeweils bis zu 10 Studierende kann in der Regel nur eine der unter a) und b) genannten Personen berücksichtigt werden.


Bezuschussung von Fahrtkosten

4. Es sind grundsätzlich öffentliche Verkehrsmittel oder ein Reisebus zu benutzen. Die entsprechenden Kosten können in voller Höhe erstattet werden.

Mietfahrzeuge und/oder Privat-PKW sind nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Berechnungsgrundlage ist (auch für Mietfahrzeuge) das Landesreisekostenrecht. Für die Nutzung eines Privat-PKW können Entschädigungen nur an die Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer gewährt werden, die für die Durchführung der Exkursion ihren Privat-PKW zur Verfügung gestellt haben.

 

Bezuschussung von Übernachtungs-

und Verpflegungskosten

5. (1) Die Exkursionsleiterin oder der Exkursionsleiter und die erforderlichen Begleitpersonen können aus laufenden Haushaltsmitteln bei Inlandsexkursionen bis zu 40 % und bei Auslandsexkursionen bis zu 30 % und Studierende bis zu 20 % der Tage- und Übernachtungsgelder nach den Bestimmungen des Landesreisekostenrechtes erhalten. Die in Satz 1 genannten Prozentsätze können nur dann überschritten werden, wenn zu diesem Zweck entsprechende Mittel von dritter Seite zur Verfügung gestellt werden.

(2) Bei eintägigen Exkursionen werden Verpflegungskosten nicht erstattet.

(3) Bei Pflichtexkursionen erhalten die Exkursionsleiterin oder der Exkursionsleiter und die erforderlichen Begleitpersonen abweichend von Absatz 1 und Absatz 2 Tage- und Übernachtungsgelder nach den Bestimmungen des Landesreisekostenrechtes in voller Höhe.

 

Bezuschussung von sonstigen Kosten

6. Die im Rahmen der Durchführung der Exkursion entstandenen notwendigen Nebenkosten können bis zur Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten nach Vorlage der Belege erstattet werden. Zu den Nebenkosten gehören Eintrittsgelder, Führungen und andere vergleichbare Ausgaben.

7. Die Dekanin oder der Dekan der Fakultät erteilt der Exkursionsleiterin oder dem Exkursionsleiter vor Durchführung der Exkursion einen Bewilligungsbescheid. Dieser Bescheid muss enthalten:

a) die Höhe der bewilligten Beihilfe (möglichst personenbezogen),

b) den Termin für die Vorlage der Abrechnungsunterlagen und

c) eine Liste der der Abrechnung beizufügenden Unterlagen (siehe Ziff. 8).

8. Spätestens 3 Wochen nach Durchführung der Exkursion hat die Exkursionsleiterin oder der Exkursionsleiter Dez. II eine Exkursionsabrechnung vorzulegen. Dieser Abrechung sind beizufügen

- eine Kopie des Bewilligungsbescheides,

- ein Verwendungsnachweis,

- eine Teilnehmerliste,

- Belege über die zu erstattenden Exkursionskosten,

- ein Exkursionsbericht und

- ggf. Nachweise über Zuschüsse anderer Stellen.

9. Es ist nicht zulässig, dass Lehrende der Universität Bielefeld als Exkursionsleiterin oder -leiter eine Kostenerstattung nach dem Landesreisekostenrecht erhalten.

10. Aufgrund der vorgelegten Abrechnungsunterlagen wird die Beihilfe personenbezogen berechnet und höchstens der von der Fakultät bewilligte Betrag ausgezahlt.

11. Auf Antrag der Dekanin oder des Dekans der Fakultät können, sofern eine Beihilfe bewilligt wurde, Abschläge auf die zu erwartende Beihilfe ausgezahlt oder die Auszahlung der Beihilfe vorgezogen werden. Dieses ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  1. Es sind bereits Exkursionskosten entstanden und belegt worden.
  2. Es sind nachweislich Vorauszahlungen (z. B. an Reiseunternehmen, Hotels) zu leisten.
  3. Exkursionen finden zum Ende des laufenden Jahres statt und können aufgrund der Termine für den Jahresabschluss des Universitätshaushaltes nicht mehr innerhalb des laufenden Haushaltsjahres abgerechnet werden.

 

12. Diese Regelungen treten am Tage nach der Bekanntgabe im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld – Amtliche Bekanntmachungen - in Kraft.

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses des Rektorats der Universität Bielefeld vom 30. April 2002.

Bielefeld, den 3. Juni 2002

Der Rektor

der Universität Bielefeld

Universitätsprofessor Dr. Dieter Timmermann

 

 

 -.-.-.-.-

 

 

 

Promotionsordnung der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld vom 3. Juni 2002

 

Aufgrund des § 2 Abs. 4 und des § 97 Abs. 4 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 14. März 2000 (GV.NRW. S.190), geändert durch Gesetz vom 27.11.2001 (GV. NRW. S. 812) hat die Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld folgende Ordnung erlassen:

 

Inhaltsübersicht

§ 1 Ziel und Zweck des Promotionsverfahrens

§ 2 Promotionsausschuss

§ 3 Zulassung

§ 4 Dissertation

§ 5 Eröffnung des Promotionsverfahrens

§ 6 Begutachtung der Dissertation

§ 7 Disputation

§ 8 Beurteilung der Disputation

§ 9 Wiederholung der Disputation

§ 10 Gesamtbenotung

§ 11 Widerspruch

§ 12 Veröffentlichung der Dissertation

§ 13 Promotionsurkunde

§ 14 Ehrenpromotion

§ 15 Aberkennung des Doktorgrades

§ 16 Inkrafttreten

 

§ 1

Ziel und Zweck des Promotionsverfahrens

(1) Die Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, im Folgenden "Fakultät" genannt, verleiht den Grad einer Doktorin oder eines Doktors der Naturwissenschaften für Dissertationen mit biologischem Schwerpunkt, abgekürzt als Dr. rer. nat., und für interdisziplinär ausgerichtete Dissertationen mit Schwerpunkten z.B. im geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, abgekürzt als Dr. phil. nat. Für Dissertationen mit fachdidaktischem Schwerpunkt verleiht sie den Grad einer Doktorin oder eines Doktors der Didaktik der Naturwissenschaften, abgekürzt als Dr. phil. nat.

(2) Durch die Promotion sollen besondere wissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten im Fach Biologie bzw. Didaktik der Biologie bzw. auf einem Gebiet der Biologie mit interdisziplinärer Ausrichtung durch die Anfertigung einer wissenschaftlichen Abhandlung (Dissertation) und eine Disputation nachgewiesen werden.


§ 2

Promotionsausschuss

(1) Der von der Fakultät eingerichtete Promotionsausschuss hat sieben Mitglieder: vier Professorinnen oder Professoren oder Habilitierteim Sinne von § 4 Abs. 1, eine promovierte wissenschaftliche Mitarbeiterin oder einen promovierten wissenschaftlichen Mitarbeiter, eine Studierende oder einen Studierenden, die oder der das Staatsexamen oder die Diplomprüfung in Biologie abgelegt haben soll, und eine weitere Mitarbeiterin oder einen weiteren Mitarbeiter. Die Amtszeit der nicht studentischen Mitglieder beträgt drei Jahre, die des studentischen Mitgliedes ein Jahr. Die oder der Vorsitzende, ihre oder seine Stellvertreterin oder ihr oder sein Stellvertreter und die weiteren Mitglieder des Promotionsausschusses werden von der Fakultätskonferenz gewählt. Die oder der Vorsitzende und ihre oder seine Stellvertreterin oder ihr oder sein Stellvertreter müssen Professorinnen oder Professoren sein.

(2) Zu den Aufgaben des Promotionsausschusses gehören:

  1. die Entscheidung über die Zulassung zum Promotionsverfahren gemäß § 3;
  2. die Eröffnung des Promotionsverfahrens gemäß § 5;
  3. die Bestimmung der Gutachterinnen und Gutachter und des Disputationstermins gemäß § 7 Abs. 2 sowie die Entscheidung über eine Umarbeitung gemäß § 6 Abs. 3 und bei Einsprüchen gemäß § 6 Abs. 8;
  4. die Bestellung der Mitglieder der Promotionskommission gemäß § 8 Abs. 1;
  5. die Entscheidung über eine Wiederholung der Disputation gemäß § 9.

(3) Zu den Aufgaben der oder des Vorsitzenden des Promotionsausschusses gehören:

  1. die Überweisung der Dissertation an die Gutachterinnen oder Gutachter gemäß § 6 Abs. 1;
  2. die Überwachung eines zügigen Ablaufs des Promotionsverfahrens, insbesondere der Fristen gemäß § 6 Abs. 2 und 5, § 7 Abs. 2 sowie § 9;
  3. die Organisation und Leitung der Disputation.

(4) Bei Entscheidungen nach Absatz 2 Nrn. 1 und 3 bis 5 sind nur promovierte Mitglieder des Promotionsausschusses stimmberechtigt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der oder des Vorsitzenden. § 14 HG ist bei der Beteiligung von weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Abstimmungen zu beachten.

§ 3

Zulassung

(1) Vor Beginn der Doktorarbeit ist beim Promotionsausschuss die Zulassung zum Promotionsverfahren zu beantragen.

(2) Voraussetzung für eine Zulassung ohne Auflagen ist

  1. ein Master-, Magister- oder Diplomabschluss an einer deutschen Universität im Fach Biologie oder im Fach Umweltwissenschaften oder
  2. das abgeschlossene Erste Staatsexamen für das Lehramt für die Sekundarstufe II (oder ein gleichwertiges Lehramtsexamen) im Fach Biologie.

(3) Voraussetzung für eine Zulassung unter Auflagen ist

  1. das mit mindestens "gut" abgeschlossene Erste Staatsexamen für das Lehramt für die Sekundarstufe I (oder ein gleichwertiges Lehramtsexamen) im Fach Biologie oder
  2. das II. Staatsexamen in Human- oder Veterinärmedizin oder
  3. ein Master-, Magister- oder Diplomabschluss an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen oder einem anderen, in sinnvollem Zusammenhang mit der Biologie stehenden Fach mit Nebenfachleistungen in Biologie oder
  4. ein mit mindestens "gut" bewerteter Bachelor- oder Baccalaureus-Abschluss in Biologie oder Umweltwissenschaften oder
  5. ein mit mindestens "gut" bewerteter Fachhochschulabschluss in einem naturwissenschaftlichen oder einem anderen in sinnvollem Zusammenhang mit der Biologie stehenden Fach.

(4) Die Auflagen gemäß Absatz 3 werden vom Promotionsausschuss festgesetzt und bestehen in der Regel aus einem nachzuweisenden Studienvolumen von 20 SWS im Fach Biologie mit mindestens zwei Leistungsnachweisen und einer in der Regel zweistündigen Klausur bzw. einer vergleichbaren Leistung im Fach Biologie. Die geforderten Leistungen können auf Empfehlung der Betreuerin oder des Betreuers parallel zur Dissertation erbracht werden. Der Promotionsausschuss entscheidet über einen entsprechenden Antrag und kann feststellen, dass die Auflagen während des bisherigen Studiums bereits ganz oder zum Teil erfüllt wurden.

(5) Für Studierende, die für einen Promotionsstudiengang an der Universität Bielefeld eingeschrieben sind, gelten darüber hinaus die besonderen Zugangsvoraussetzungen gemäß der jeweils gültigen Promotionsprüfungs- bzw. Studienordnung.

(6) Über die Anerkennung gleichwertiger ausländischer Studienabschlüsse als Zulassungsvoraussetzung entscheidet der Promotionsausschuss. Für die Entscheidung über die Gleichwertigkeit ausländischer Studienabschlüsse sind die von der Kultusministerkonferenz und der Hochschulrektorenkonferenz gebilligten Äquivalenzvereinbarungen oder gesetzliche Regelungen zu berücksichtigen. Bei Zweifeln an der Gleichwertigkeit soll die Zentralstelle für Ausländisches Bildungswesen gehört werden. Der Diplomprüfungsausschuss ist vor der Entscheidung zu hören. Absätze 2 bis 4 gelten sinngemäß.

(7) Dem Antrag auf Zulassung zum Promotionsverfahren sind beizufügen:

  1. Unterlagen über den Studienverlauf und der Nachweis des Examensabschlusses;
  2. Arbeitstitel der geplanten Dissertation;
  3. Angabe, wo die Arbeit durchgeführt wird;
  4. Name der verantwortlichen Betreuerin oder des verantwortlichen Betreuers.

(8) Die Angaben zu Absatz 7 Nrn. 2 bis 4 sind von der Betreuerin oder dem Betreuer gegenzuzeichnen.

(9) Sind die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, ergeht ein Bescheid, der ggf. die gemäß Absatz 4 festgesetzten Auflagen enthält.


§ 4

Dissertation

(1) Betreuerinnen oder Betreuer von Dissertationen sind Professorinnen oder Professoren und Habilitierte, die in der Regel Mitglieder der Universität Bielefeld an der Fakultät für Biologie sind.

(2) Das Thema soll so gewählt sein, dass seine Bearbeitung innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden kann. Bei mehr als vierjähriger Verweildauer von Promovenden bittet der Promotionsausschuss die Betreuerin oder den Betreuer um eine Begründung.

(3) Die Bewerberin oder der Bewerber hat im Rahmen der vorhandenen personellen und sachlichen Mittel Anspruch auf individuelle Betreuung. Eine beabsichtigte Lösung des Betreuungsverhältnisses soll in gegenseitigem Einverständnis erfolgen und ist dem Promotionsausschuss anzuzeigen. Im Streitfall kann der Promotionsausschuss eine Begründung verlangen, um eine Entscheidung herbeizuführen.

(4) Die Dissertation muss einen Beitrag zum Fortschritt der Wissenschaft Biologie bzw. der Didaktik der Biologie oder zu interdisziplinären Aspekten der Biologie leisten. Sie muss von der Bewerberin oder dem Bewerber selbstständig verfasst sein. Beiträge zu einer Gruppenarbeit können dann als Dissertation akzeptiert werden, wenn die umfassende Thematik sich der Bearbeitung durch eine einzelne Person entzieht und die individuellen Leistungen deutlich abgrenzbar und bewertbar sind und den Anforderungen an eine selbstständige Dissertation entsprechen.

(5) Nach schriftlicher Übereinkunft mit der Betreuerin oder dem Betreuer können Teile der im Rahmen der Dissertation durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten vor Abschluss des Promotionsverfahrens veröffentlicht werden.

(6) Die Dissertation ist in deutscher oder englischer Sprache abzufassen. Andere Sprachen können vom Promotionsausschuss auf Antrag zugelassen werden.

(7) Die Dissertation kann als kumulative Arbeit eingereicht werden, die in der Regel aus drei in referierten Journalen publizierten bzw. zur Publikation angenommenen Artikeln mit mindestens einer Erstautorenschaft der Kandidatin oder des Kandidaten besteht. Die Einzelelemente der kumulativen Dissertation können in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein, müssen unter einer gemeinsamen Fragestellung entstanden sein und dürfen zeitlich nicht länger als vier Jahre auseinander liegen. Der wissenschaftliche Zusammenhang ist von der Kandidatin oder dem Kandidaten in einer zusammenfassenden Abhandlung darzulegen und hinreichend zu begründen. Die kumulative Dissertation bedarf einer befürwortenden Stellungnahme der Betreuerin oder des Betreuers im Sinne von Absatz 1, aus der detailliert der Anteil der Kandidatin oder des Kandidaten an den Publikationen hervorgehen muss.

§ 5

Eröffnung des Promotionsverfahrens

(1) Die Bewerberin oder der Bewerber beantragt schriftlich die Eröffnung des Promotionsverfahrens beim Promotionsausschuss. Dem Antrag sind beizufügen:

eine Darstellung des Bildungsganges der Bewerberin oder des Bewerbers;

der Zulassungsbescheid gemäß § 3 und ggf. der Nachweis der Erfüllung der Auflagen gemäß § 3 Abs. 3 und 4;

  1. sechs Exemplare der wissenschaftlichen Abhandlung (Dissertation) oder bei einer kumulativen Dissertation gemäß § 4 Abs. 7 die als Dissertation vorgelegten Artikel mit der zusammenfassenden Abhandlung in sechsfacher Ausfertigung;
  2. die Versicherung der Bewerberin oder des Bewerbers, dass sie oder er die Dissertation selbstständig angefertigt und die benutzten Hilfsmittel kenntlich gemacht hat;
  3. der Name der Betreuerin oder des Betreuers;
  4. eine Erklärung über frühere Promotionsversuche;
  5. bei Gruppenarbeiten folgende Angaben:
  1. bei kumulativen Dissertationen die befürwortende Stellungnahme der Betreuerin oder des Betreuers gemäß § 4 Abs. 7;
  2. eine deutschsprachige Zusammenfassung der Dissertation im Umfang von maximal zwei Seiten;
  3. die Nennung einer Erstgutachterin oder eines Erstgutachters nach § 6 Abs. 1 Satz 2, falls die Arbeit ausnahmsweise nicht unter Betreuung einer Professorin oder eines Professors oder einer oder eines Habilitierten der Fakultät im Sinne von § 4 Abs. 1 durchgeführt wurde.

(2) Zusätzlich wird die Abgabe einer elektronisch lesbaren Version der Dissertation empfohlen.

(3) Die Eröffnung des Promotionsverfahrens wird der Bewerberin oder dem Bewerber vom Promotionsausschuss schriftlich mitgeteilt.


§ 6

Begutachtung der Dissertation

(1) Die oder der Vorsitzende des Promotionsausschusses überweist die Dissertation zur schriftlichen Begutachtung an zwei Gutachterinnen oder Gutachter. Die Erstgutachterin oder der Erstgutachter, die oder der in der Regel die Betreuerin oder der Betreuer der Dissertation ist, muss Mitglied der Gruppe der Professorinnen und Professoren oder habilitiertes Mitglied der Fakultät für Biologie sein, die Zweitgutachterin oder der Zweitgutachter eine promovierte Wissenschaftlerin oder ein promovierter Wissenschaftler.

(2) Die Gutachterinnen oder Gutachter sollen vor Ablauf von sechs Wochen ein Gutachten über die Dissertation abgeben. Sie votieren für Annahme oder Ablehnung oder eine Umarbeitung der Dissertation. Das Votum ist zu begründen. Haben sie für die Annahme votiert, benoten die Gutachterinnen oder Gutachter die Dissertation gemäß § 10 Abs. 1 Satz 2 und 3.

(3) Über ein Votum für eineUmarbeitung der Dissertation entscheidet der Promotionsausschuss. Schließt er sich dem Votum an, so teilt er dies der Bewerberin oder dem Bewerber mit und gibt die Erstfassung zurück. Die umgearbeitete Fassung muss spätestens sechs Monate nach Rückgabe der Erstfassung wieder beim Promotionsausschuss eingereicht werden. Die umgearbeitete Fassung wird erneut beiden Gutachterinnen oder Gutachtern überwiesen. Wird das Votum für eineUmarbeitung vom Promotionsausschuss nicht angenommen, so bestimmt dieser zwei neue Gutachterinnen oder Gutachter. In diesem Fall gelten die Absätze 2 sowie 4 bis 9 entsprechend.

(4) Die Kandidatin oder der Kandidat, die Mitglieder der Promotionskommission (vgl. § 8 Abs. 1) und des Promotionsausschusses sowie die promovierten Mitglieder der Fakultät können die Gutachten einsehen. Das Ergebnis der Einsichtnahme ist vertraulich zu behandeln.

(5) Die Dissertation wird zusammen mit den Voten der Gutachterinnen oder Gutachter und der Zusammenfassung der Dissertation gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 an zehn Arbeitstagen für die Mitglieder der Fakultät ausgelegt.Die oder der Vorsitzende des Promotionsausschusses macht in fakultätsüblicher Weise Ort und Zeitraum der Auslage bekannt und fügt die Zusammenfassung der Dissertation bei.

(6) Haben beide Gutachterinnen oder Gutachter für die Annahme bzw. Ablehnung der Arbeit votiert, so gilt sie als angenommen bzw. abgelehnt, wenn kein promoviertes Mitglied der Fakultät bis zum Ablauf einer Woche nach Beendigung der Auslegefrist schriftlich Einspruch bei der oder dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses erhebt. Der Einspruch ist zu begründen.

(7) Hat eine Gutachterin oder ein Gutachterfür die Annahme, die oder der andere für die Ablehnung der Arbeit votiert, so bestimmt der Promotionsausschuss nach Anhörung der Kandidatin oder des Kandidaten eine weitere Gutachterin oder einen weiteren Gutachter. Deren oder dessen Votum entscheidet nach einer erneuten Auslage über Annahme oder Ablehnung der Arbeit, wenn kein promoviertes Mitglied der Fakultät Einspruch erhoben hat. Absätze 2, 5 und 6 gelten entsprechend.

(8) Über Einsprüche, die gemäß Absatz 6 oder 7 durch promovierte Mitglieder der Fakultät vorgebracht wurden, entscheidet der Promotionsausschuss. Weist er den Einspruch zurück, so gilt die Empfehlung der Gutachterinnen oder Gutachter. Gibt er dem Einspruch statt, so führt er die Klärung des strittigen Punktes herbei, wobei die Kandidatin oder der Kandidat, die oder der Einspruchführende und die Gutachterinnen oder Gutachter zu hören sind. Hiernach entscheidet er über Annahme, Umarbeitung oder Ablehnung der Dissertation.

(9) Die endgültige Annahme oder Ablehnung der Dissertation wird der Kandidatin oder dem Kandidaten von der oder dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses unter Beifügung einer Rechtsbehelfsbelehrung schriftlich mitgeteilt. Im Fall der Ablehnung einer Dissertation ist eine Umarbeitung nach Absatz 2 und 3 nicht möglich. Eine Kandidatin oder ein Kandidat, deren oder dessen Dissertation abgelehnt wurde, kann ein Mal die Eröffnung eines weiteren Promotionsverfahrens mit einer anderen Dissertation beantragen.

 

§ 7

Disputation

(1) Die mündliche Prüfung findet in Form einer Disputation statt. Sie soll der Feststellung dienen, ob die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage ist, die von ihr oder ihm in der Dissertation erarbeiteten Ergebnisse gegenüber Fragen und Einwänden zu begründen oder weiter auszuführen und, davon ausgehend, wissenschaftlich zu diskutieren. Die Disputation erstreckt sich auf die theoretischen und methodologischen Grundlagen der Dissertation und den Forschungsstand auf angrenzenden Gebieten.

(2) Die Disputation findet spätestens einen Monat nach Annahme der Dissertation in der Vorlesungszeit statt. Über Ausnahmen entscheidet der Promotionsausschuss. Der Promotionsausschuss bestimmt im Einvernehmen mit der Betreuerin oder dem Betreuer der Arbeit den Disputationstermin. Die stimmberechtigten Mitglieder der Promotionskommission gemäß § 8 Abs. 1 erhalten die Dissertation eine Woche vor dem Disputationstermin für eine Woche zur Einsicht.

(3) Die Disputation beginnt mit einem Bericht der Kandidatin oder des Kandidaten über Grundlagen und Ergebnisse seiner Dissertation von höchstens 30 Minuten Dauer, gefolgt von einer Diskussion von 30 bis 45 Minuten Dauer.

(4) Der Bericht ist öffentlich; die Diskussion ist öffentlich für alle promovierten und alle zur Promotion zugelassenen Mitglieder der Universität. Die Kandidatin oder der Kandidat kann für jeden Teil der Öffentlichkeit widersprechen. Frageberechtigt sind alle promovierten Mitglieder der Fakultät. Die oder der Vorsitzende des Promotionsausschusses oder eine oder ein von ihr oder ihm beauftragte Stellvertreterin oder beauftragter Stellvertreter leitet die Diskussion; sie oder er berücksichtigt vorrangig Fragen von Mitgliedern der Promotionskommission gemäß § 8 Abs. 1.

(5) Über den Verlauf der Disputation wird Protokoll geführt.


§ 8

Beurteilung der Disputation

(1) Die Disputation wird von der sechsköpfigen Promotionskommission beurteilt, der die oder der Promotionsausschuss-Vorsitzende oder eine oder ein von ihm oder ihr beauftragte Stellvertreterin oder beauftragter Stellvertreter als Vorsitzende oder Vorsitzender mit beratender Stimme, mindestens eine Gutachterin oder ein Gutachter der Dissertation und weitere, promovierte Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler angehören, die in der Regel Mitglieder der Fakultät für Biologie sind. Bei Promotionsverfahren aufgrund interdisziplinär ausgerichteter Dissertationen muss die Mehrheit der stimmberechtigten Kommissionsmitglieder der Fakultät für Biologie angehören. Es darf in der Regel nur ein stimmberechtigtes Mitglied der Kommission dem Lehrstuhl bzw. der Abteilung angehören, dem bzw. der die Erstgutachterin oder der Erstgutachter angehört. Über Ausnahmen entscheidet der Promotionsausschuss.

(2) Die Kommission entscheidet im Anschluss an die Disputation in nichtöffentlicher Sitzung darüber, ob die Disputation erfolgreich verlief, und benotet sie gemäß § 10 Abs. 1 Satz 2 und 3.


§ 9

Wiederholung der Disputation

Bei nicht erfolgreicher Disputation kann sich die Kandidatin oder der Kandidat erneut einer Disputation stellen. Die Disputation muss innerhalb von sechs Monaten wiederholt werden. Eine zweite Wiederholung der Disputation ist nicht möglich.


§ 10

Gesamtbenotung

(1) Nach erfolgreicher Disputation setzt die Promotionskommission die Gesamtnote der Promotion fest. Noten sind:

- magna cum laude (1, sehr gut);

- cum laude (2, gut);

- rite (3, befriedigend).

Bei außerordentlichen wissenschaftlichen Leistungen kann das Prädikat

- summa cum laude (1*, mit Auszeichnung)

gegeben werden.

(2) Die Gesamtnote wird durch Mittelung aus den von den Gutachterinnen oder Gutachtern festgesetzten Noten der Dissertation und der Note der Disputation bestimmt. Dabei werden Notenwerte von 1,0 bis einschließlich 1,5 zu "magna cum laude", Notenwerte über 1,5 bis einschließlich 2,5 zu "cum laude", Notenwerte über 2,5 bis einschließlich 3,0 zu "rite" gerundet. Eine Gesamtnote "summa cum laude" wird nicht durch Mittelung bestimmt, sondern nur vergeben, wenn alle drei Teilnoten "summa cum laude" lauten.

§ 11

Widerspruch

Gegen belastende Bescheide, die auf der Grundlage dieser Ordnung ergehen, kann die Kandidatin oder der Kandidat schriftlich Widerspruch bei der Dekanin oder dem Dekan einlegen. Über den Widerspruch der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidet die Dekanin oder der Dekan nach Anhörung der Promotionskommission bzw. des Promotionsausschusses.


§ 12

Veröffentlichung der Dissertation

(1) Die Dissertation soll in angemessener Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hierzu sind der Dekanin oder dem Dekan von der Promovendin oder dem Promovenden zusätzlich zu den sechs Exemplaren der Originalfassung (vgl. § 5) abzuliefern:

  1. 40 Exemplare in Buch- oder Fotodruck zum Zwecke der Verbreitung
  2. oder

  3. drei Exemplare, wenn die Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Zeitschrift erfolgt. Diese Bedingung gilt als erfüllt, wenn die Herausgeberin oder der Herausgeber die Annahme der Arbeit bestätigt hat; zusätzlich ist von der Betreuerin oder dem Betreuer der Dissertation zu bestätigen, dass der Inhalt der Veröffentlichung(en) mit dem der Dissertation in den wesentlichen Teilen übereinstimmt
  4. oder

  5. drei Exemplare, wenn eine gewerbliche Verlegerin oder ein gewerblicher Verleger die Verbreitung über den Buchhandel übernimmt, eine Mindestauflage von 150 Exemplaren nachgewiesen wird und auf der Rückseite des Titelblattes die Veröffentlichung als Dissertation unter Angabe des Dissertationsortes ausgewiesen ist
  6. oder

  7. drei Exemplare in kopierfähiger Maschinenschrift zusammen mit der Mutterkopie und 40 weiteren Kopien in Form von Mikrofiches,
  8. oder

  9. sechs Exemplare bei Ablieferung einer elektronischen Version, deren Datenformat und deren Datenträger mit der Hochschulbibliothek abzustimmen sind, zum Zwecke der Bereitstellung in Datennetzen.

(2) Eine für die Veröffentlichung vorgesehene Fassung der Dissertation ist mit der Betreuerin oder dem Betreuer der Arbeit abzustimmen. Fassungen in englischer und französischer Sprache sind gestattet, wenn die Betreuerin oder der Betreuer die Inhaltsgleichheit mit der Originalfassung bestätigt.


§ 13

Promotionsurkunde

(1) Die Promotionsurkunde wird ausgefertigt, sobald die unter § 12 Abs. 1 genannten Bedingungen erfüllt sind.

(2) Die Promotionsurkunde enthält den Titel der Dissertation und die Gesamtnote der Promotion. Sie trägt das Datum des Disputationstages und wird mit dem Fakultätssiegel versehen. Die Dekanin oder der Dekan unterschreibt die Urkunde. Eine Abschrift verbleibt bei den Akten.

(3) Mit der Aushändigung der Urkunde ist die Promotion vollzogen; die Kandidatin oder der Kandidat ist von diesem Zeitpunkt an berechtigt, den Doktorgrad zu führen.

§ 14

Ehrenpromotion

(1) Die Fakultät für Biologie kann aufgrund besonderer wissenschaftlicher Verdienste oder Verdienste um die Wissenschaft den Grad einer Doktorin oder eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber (Dr. rer. nat. h.c.) oder den Grad einer Doktorin oder eines Doktors der Didaktik der Naturwissenschaften ehrenhalber (Dr. phil. nat. h.c.) verleihen.

(2) Der Vorschlag für eine Ehrenpromotion wird der Fakultätskonferenz von mindestens drei Professorinnen oder Professoren oder Habilitierten im Sinne von § 4 Abs. 1 vorgelegt.

(3) Stimmt die Fakultätskonferenz der Aufnahme des Ehrenpromotionsverfahrens mit einfacher Mehrheit zu, so wählt sie eine "Ehrenpromotions-Kommission", die aus drei Professorinnen oder Professoren oder Habilitierten im Sinne von § 4 Abs. 1, zwei Vertreterinnen oder Vertretern der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern und einem studentischen Mitglied besteht. Die Kommission stellt die notwendigen Informationen über die zu Ehrende oder den zu Ehrenden zusammen und bereitet die Abstimmung gemäß Absatz 4 vor.

(4) Die Ehrenpromotion bedarf der Zustimmung von mindestens vier Fünfteln der Mitglieder der Fakultätskonferenz.

(5) Die Ehrenpromotion wird durch Überreichung einer hierfür angefertigten und von der Dekanin oder dem Dekan unterzeichneten Urkunde vollzogen, in der die wissenschaftlichen Verdienste der oder des Promovierenden gewürdigt werden.


§ 15

Aberkennung des Doktorgrades

Der Doktorgrad kann aberkannt werden,

  1. wenn sich nachträglich herausstellt, dass er durch Täuschung erlangt wurde,
  2. wenn die oder der Promovierte wegen einer vorsätzlichen Straftat verurteilt worden ist, bei deren Vorbereitung oder Begehung der Doktorgrad missbraucht worden ist.

Die Entscheidung trifft die Fakultätskonferenz.

§ 16

Inkrafttreten

Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen - in Kraft. Gleichzeitig tritt die Promotionsordnung der Fakultät für Biologie vom 2. Februar 1989 (GABl. NW. S. 140), zuletzt geändert durch Satzung vom 20. April 1999 (GABl. NW. S. 527) außer Kraft. Sie ist weiter anzuwenden für alle Kandidatinnen und Kandidaten, die vor Inkrafttreten dieser Promotionsordnung zum Promotionsverfahren zugelassen worden sind. Auf Antrag kann auch in diesem Fall die vorliegende Ordnung angewendet werden; der Antrag ist unwiderruflich.

 

Ausgefertigt aufgrund der Beschlüsse der Fakultätskonferenz der Fakultät für Biologie vom 7. Februar und 12. De-zember 2001.

 

Bielefeld, den 3. Juni 2002

Der Rektor

der Universität Bielefeld

Universitätsprofessor Dr. Dieter Timmermann



-.-.-.-.-