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Amtliche Bekanntmachungen

 
                            Jahrgang 31           Nr. 16 Bielefeld, 1. August 2002

 
 
Prüfungsordnung
für die Diplomstudiengänge
Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre
der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld
vom 1. August 2002

200


Studienordnung
für die Diplomstudiengänge
Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftlehre
der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld
vom 1. August 2002

210


Studienordnung
für den Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft
der Fakultät für Soziologie
der Universität Bielefeld
vom 1. August 2002

218


Ordnung
für das Studium der italienischen, russischen, spanischen und türkischen Rechtssprache
der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld
vom 1. August 2002

222




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Prüfungsordnung für die Diplomstudiengänge Betriebswirtschaftlehre und Volkswirtschaftslehre der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld vom 1. August 2002

Az.: - 2201.4 -


Aufgrund des § 2 Abs. 4 und des § 94 Abs. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 14. März 2000 (GV. NW. S. 190), geändert durch Gesetz vom 27. November 2001 (GV. NRW. S. 812), hat die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften folgende Ordnung erlassen:

 

Inhaltsübersicht:

I. Allgemeines

§ 1 Ziel des Studiums und Zweck der Prüfung

§ 2 Diplomgrad

§ 3 Regelstudienzeit und Studienumfang

§ 4 Anmeldungen und Zulassungen zu Prüfungen

§ 5 Abschlussprüfungen zu Veranstaltungen

§ 6 Prüfungsausschuss

§ 7 Prüferinnen oder Prüfer und Beisitzerinnen oder Beisitzer

§ 8 Anrechung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen, Einstufung in höhere Fachsemester

§ 9 Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß

II. Diplom-Vorprüfung

§ 10 Voraussetzungen

§ 11 Zulassungsverfahren

§ 12 Ziel, Umfang und Art der Prüfung

§ 13 Abschlussprüfungen zu Veranstaltungen der Diplom-Vorprüfung, Wiederholungsprüfungen

§ 14 Bewertung der Prüfungsleistungen, Bildung der No-ten, Bestehen der Diplom-Vorprüfung

§ 15 Zeugnis

III. Diplomprüfung

§ 16 Zulassung zur Diplomprüfung

§ 17 Umfang und Art der Diplomprüfung

§ 18 Durchführung der Diplomprüfung

§ 19 Freiversuch

§ 20 Beschränkungen für Erwerb und Anerkennung von Kreditpunkten

§ 21 Diplomarbeit

§ 22 Annahme, Bewertung und Wiederholung der Diplomarbeit

§ 23 Abschluss des Studiums

§ 24 Zusatzfächer

§ 25 Bewertung der Prüfungsleistungen

§ 26 Zeugnis

§ 27 Diplomurkunde

IV. Schlussbestimmungen

§ 28 Ungültigkeit der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung, Aberkennung des Diplomgrades

§ 29 Experimentierklausel für multimediale Prüfungen

§ 30 Übergangsbestimmungen

§ 31 Inkrafttreten und Veröffentlichung


I. Allgemeines

 

§ 1

Ziel des Studiums und Zweck der Prüfung

Das Studium soll den Studierenden unter Berücksichtigung der Anforderungen und Veränderungen in der Berufswelt die erforderlichen fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden so vermitteln, dass sie zu wissenschaftlicher Arbeit und zur selbstständigen Anwendung wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse befähigt werden. In der studienbegleitenden Diplomprüfung sollen die Studierenden den Erwerb dieser Befähigung nachweisen.

§ 2

Diplomgrad

Ist die Diplomprüfung bestanden, verleiht die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (nachfolgend: die Fakultät) den Diplomgrad "Diplom-Kauffrau" (abgekürzt: "Dipl.-Kff.") oder "Diplom-Kaufmann" (abgekürzt "Dipl.-Kfm.") bzw. "Diplom-Volkswirtin" oder "Diplom-Volkswirt" (abgekürzt "Dipl.-Volksw.").

§ 3

Regelstudienzeit und Studienumfang

(1) Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich der Diplomprüfung neun Semester, davon vier Semester für das Grundstudium, vier Semester für das Hauptstudium und ein Examenssemester.

(2) Der Gesamt-Studienumfang beträgt 105 Semesterwochenstunden.

(3) In der Studienordnung sind die Studieninhalte so auszuwählen und zu begrenzen, dass das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen werden kann.


§ 4

Anmeldungen und Zulassungen zu Prüfungen

(1) Der Diplomprüfung geht die Diplom-Vorprüfung voraus. Sie soll in der Regel vor Beginn des fünften Studiensemesters abgeschlossen sein.

(2) Die Zulassung zur Diplom-Vorprüfung soll im ersten Studiensemester, die Zulassung zur Diplomprüfung soll im fünften Studiensemester durch Einreichen des schriftlichen Zulassungsantrages (§ 10 bzw. § 16) beim Prüfungsausschuss erfolgen.

(3) Die Fachprüfungen der Diplom-Vorprüfung und die Diplomprüfung werden studienbegleitend durch Abschlussprüfungen zu Veranstaltungen abgelegt. Zu jeder einzelnen Prüfungsleistung der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung ist eine gesonderte Meldung erforderlich. Die Meldung kann jeweils nur erfolgen, soweit die Zulassungsvoraussetzungen (§§ 10, 16 und 21 Abs. 2) erfüllt sind. Die Meldetermine werden drei Wochen vor dem Prüfungstermin durch Aushang bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um Ausschlussfristen. Die Anmeldung darf bis spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Prüfungstermin schriftlich widerrufen werden. Besteht die Prüfungsleistung aus mehreren Teilleistungen, dann gilt der Termin der ersten zu erbringenden Teilleistung als Prüfungstermin im Sinne dieser Regelung.

§ 5

Abschlussprüfungen zu Veranstaltungen

(1) Abschlussprüfungen zu Veranstaltungen erfolgen als Klausur, in Form einer mündlichen Prüfung, durch Vortrag, Hausarbeit oder Projektarbeit mit individuell zurechenbarer Prüfungsleistung oder durch Kombination solcher Leistungen. Hierbei soll die Kandidatin oder der Kandidat nachweisen, dass sie oder er in begrenzter Zeit und mit begrenzten Hilfsmitteln ein Problem aus dem Stoffgebiet der Veranstaltung mit den in diesem Gebiet geläufigen Methoden erkennen und Wege zu seiner Lösung finden kann.

(2) Über die Form der Prüfung entscheidet der Prüfungsausschuss auf Vorschlag der Veranstalterin oder des Veranstalters. Die Prüfungsform zu einer Veranstaltung ist für alle Kandidatinnen und Kandidaten eines Termins unbeschadet § 29 gleich und wird spätestens zwei Monate vor dem Prüfungstermin vom Prüfungsausschuss durch Aushang bekannt gemacht.

(3) Wenn die Prüfung nicht in Form einer Klausur oder einer mündlichen Prüfung durchgeführt wird, werden durch den Prüfungsausschuss neben der Form auch die weiteren Anforderungen wie Umfang, Bearbeitungszeit (bei Hausarbeiten, Projektarbeiten), Vorbereitungszeit, zeitlicher Umfang (bei Vorträgen) bekannt gegeben. Es ist zulässig, die letztendliche Entscheidung zwischen einer mündlichen Prüfung oder einer Klausur erst vier Wochen vor dem Prüfungstermin zu treffen, wenn die Entscheidung von der Teilnehmerzahl abhängt und die Prüfungsbedingungen für beide Alternativen spätestens zwei Monate vor dem Prüfungstermin bekannt gemacht werden.

(4) Die Dauer einer Klausur beträgt mindestens 60 und höchstens 120 Minuten.

(5) Mündliche Prüfungen dauern für jede Kandidatin oder jeden Kandidaten in der Regel mindestens 15 und höchstens 25 Minuten. Mündliche Prüfungen werden in Gegenwart einer sachkundigen Beisitzerin oder eines sachkundigen Beisitzers abgelegt. Die wesentlichen Gegen-stände und Ergebnisse der Prüfung werden protokolliert.

(6) Abschlussprüfungen werden in der Regel in deutscher Sprache abgenommen. Einzelne Prüfungsleistungen können nach Ankündigung zu Beginn der Veranstaltung auch in englischer Sprache abgenommen werden.

(7) Die Abschlussprüfungen werden in der Regel von der jeweiligen Veranstalterin oder dem Veranstalter mit der Qualifikation gemäß § 7 Abs. 1 bewertet.

(8) Für die Bewertung sind folgende Noten zu verwenden:

1 = sehr gut = eine hervorragende Leistung;

2 = gut = eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt;

3 = befriedigend = eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht

4 = ausreichend = eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt;

5 = nicht ausreichend = eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt.

Durch Erniedrigen oder Erhöhen der einzelnen Noten um 0,3 kann weiter differenziert werden. Die Noten 0,7; 4,3; 4,7 und 5,3 sind dabei ausgeschlossen.

(9) Die Bewertung einer Abschlussprüfung ist der Kandidatin oder dem Kandidaten nach spätestens sechs Wochen durch Aushang am Prüfungsamt mitzuteilen.

(10) Nach jeder studienbegleitenden Abschlussprüfung ist den Studierenden Gelegenheit zu geben, in die prüfungsbegleitenden Unterlagen Einsicht zu nehmen. Im Falle von Klausuren wird ein für alle Studierenden verbindlicher Termin für die Gelegenheit zur Einsichtnahme bestimmt und rechtzeitig bekannt gegeben.

(11) Für jeden Studierenden wird ein Kreditpunktekonto und ggfs. ein Maluspunktekonto eingerichtet. Im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten kann die Kandidatin oder der Kandidat den Kontostand jederzeit formlos erfragen.

(12) Macht die Kandidatin oder der Kandidat durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, dass sie oder er wegen ständiger oder mehr als ein Semester andauernder körperlicher Behinderung nicht in der Lage ist, die Prüfung ganz oder teilweise in der vorgesehen Form abzulegen, hat die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Kandidatin oder dem Kandidaten zu gestatten, gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form zu erbringen. Entsprechendes gilt für Studienleistungen.

§ 6

Prüfungsausschuss

(1) Für die Organisation der Prüfungen und die durch diese Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben bildet die Fakultät einen Prüfungsausschuss. Der Prüfungsausschuss besteht aus der oder dem Vorsitzenden, ihrer oder seiner Stellvertreterin oder ihrem oder seinem Stellvertreter und sechs weiteren Mitgliedern. Die oder der Vorsitzende, ihre oder seine Stellvertreterin oder ihr oder sein Stellvertreter und zwei weitere Mitglieder werden aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren, ein Mitglied wird aus der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zwei Mitglieder werden aus der Gruppe der Studierenden und ein Mitglied wird aus der Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewählt. Die Amtszeit der Mitglieder aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren und aus der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beträgt zwei Jahre, die Amtszeit der studentischen Mitglieder und die Amtszeit der Mitglieder aus der Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Jahr. Wiederwahl ist zulässig.

(2) Der Prüfungsausschuss ist Behörde im Sinne des Verwaltungsverfahrens und des Verwaltungsprozessrechts.

(3) Der Prüfungsausschuss achtet darauf, dass die Bestimmungen der Prüfungsordnung eingehalten werden und sorgt für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen. Er ist insbesondere zuständig für die Entscheidung über Widersprüche gegen in Prüfungsverfahren getroffene Entscheidungen. Der Prüfungsausschuss kann die Erledigung seiner Aufgaben auf die Vorsitzende oder den Vorsitzenden übertragen; dies gilt nicht für belastende Entscheidungen über Widersprüche. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss der Fakultätskonferenz über die Entwicklung der Prüfungen und Studienzeiten zu berichten. Er gibt Anregungen zur Reform der Prüfungsordnung, der Studienordnung und der Studienpläne.

(4) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn neben der oder dem Vorsitzenden bzw. der stellvertretenden Person und zwei weiteren Professorinnen oder Professoren mindestens zwei weitere stimmberechtigte Mitglieder anwesend sind. Er beschließt mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der oder des Vorsitzenden. Die studentischen Mitglieder des Prüfungsausschusses wirken bei der Bewertung und Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen, der Festlegung von Prüfungsaufgaben und der Bestellung von Prüferinnen oder Prüfern und Beisitzerinnen oder Beisitzern nur beratend mit. Über das Stimmrecht von Mitgliedern aus der Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidet die oder der Vorsitzende nach Maßgabe von § 14 HG.

(5) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, der Abnahme der Prüfungen beizuwohnen. Die Prüfenden und die Kandidatinnen und Kandidaten sind vorab zu informieren.

(6) Die Sitzungen des Prüfungsausschusses sind nicht öffentlich. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses, ihre Stellvertreterinnen oder Stellvertreter, die Prüferinnen oder Prüfer und die Beisitzerinnen oder die Beisitzer unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Sofern sie nicht im öffentlichen Dienst stehen, sind sie durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zur Verschwiegenheit zu verpflichten.


§ 7

Prüferinnen oder Prüfer

und Beisitzerinnen oder Beisitzer

(1) Prüferin oder Prüfer im Sinne dieser Prüfungsordnung sind die hauptamtlichen Professorinnen oder Professoren der Fakultät und deren habilitierte Mitglieder. Weitere Prüferinnen oder Prüfer und Beisitzerinnen oder Beisitzer können durch den Prüfungsausschuss bestellt werden, wenn sie Aufgaben nach § 59 Abs. 1 S. 4 HG wahrnehmen. Prüfungsleistungen dürfen nur von Personen bewertet werden, die selbst die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen.

(2) Die Prüferinnen oder Prüfer sind in ihrer Prüfungstätigkeit unabhängig.

(3) Die Kandidatin oder der Kandidat kann für die Diplomarbeit Prüferinnen und Prüfer vorschlagen. Die Vorschläge sollen nach Möglichkeit berücksichtigt werden; es besteht jedoch kein Rechtsanspruch auf Berücksichtigung.

§ 8

Anrechnung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen, Einstufung in höhere Fachsemester

(1) Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in demselben Studiengang an anderen Universitäten im Geltungsbereich des Grundgesetzes werden ohne Gleichwertigkeitsprüfung angerechnet. Soweit die Diplom-Vorprüfung Fächer nicht enthält, die nach dieser Prüfungsordnung Gegenstand der Diplom-Vorprüfung, nicht aber der Diplomprüfung sind, können bei der Anrechnung Auflagen gemacht werden.

(2) Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in anderen Studiengängen oder an anderen Hochschulen im Geltungsbereich des Grundgesetzes werden angerechnet, soweit die Gleichwertigkeit festgestellt wird. Auf Antrag können auch gleichwertige Studien- und Prüfungsleistungen angerechnet werden, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademien erbracht wurden. Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen, die an Hochschulen außerhalb des Geltungsbereiches des Grundgesetzes erbracht wurden, werden auf Antrag angerechnet, soweit die Gleichwertigkeit festgestellt wird. Gleichwertigkeit ist festzustellen, wenn Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in Inhalt, Umfang und in den Anforderungen denjenigen des entsprechenden Studiums an der aufnehmenden Hochschule im Wesentlichen entsprechen, wobei Studienleistungen als Prüfungsleistungen anerkannt werden können. Dabei ist kein schematischer Vergleich, sondern eine Gesamtbetrachtung und Gesamtbewertung vorzunehmen. Für die Gleichwertigkeit von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen an ausländischen Hochschulen sind die von der Kultusministerkonferenz und der Hochschulrektorenkonferenz gebilligten Äquivalenzvereinbarungen maßgebend. Im Übrigen kann bei Zweifeln an der Gleichwertigkeit die Zentralstelle für Ausländisches Bildungswesen gehört werden.

(3) Studienleistungen, die an Hochschulen erbracht wurden, mit denen die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften bilaterale Abkommen zur Förderung des Austauschs von Studierenden abgeschlossen hat, werden angerechnet, soweit die Gleichwertigkeit vom jeweiligen Programmbeauftragten im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss festgestellt wird. Dabei ist kein schematischer Vergleich, sondern eine Gesamtbetrachtung und Gesamtbewertung vorzunehmen.

(4) Für die Anrechnung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in staatlich anerkannten Fernstudien oder in vom Land Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit den anderen Ländern und dem Bund entwickelten Fernstudieneinheiten gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

(5) Eine Anerkennung andernorts erbrachter Prüfungsleistungen gemäß den Absätzen 1 bis 4 ist nur möglich, wenn sie im Rahmen eines formellen Prüfungsverfahrens erbracht wurden.

(6) Leistungen, die im Rahmen einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung an dem Versuch Oberstufenkolleg Bielefeld erbracht worden sind, werden grundsätzlich nur insoweit auf die Diplom-Vorprüfung angerechnet, als die Gleichwertigkeit festgestellt ist.

(7) Studienbewerberinnen oder Studienbewerber, die aufgrund einer Einstufungsprüfung gemäß § 67 HG berechtigt sind, das Studium in einem höheren Fachsemester aufzunehmen, werden die in der Einstufungsprüfung nachgewiesenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf Studienleistungen des Grundstudiums und auf Prüfungsleistungen der Diplom-Vorprüfung angerechnet. Die Feststellungen im Zeugnis über die Einstufungsprüfung sind für den Prüfungsausschuss bindend.

(8) Nicht bestandene Prüfungsleistungen im selben oder in einem vergleichbaren Studiengang werden auf die Zahl der Prüfungsversuche der durch diese Prüfungsordnung geregelten Studiengänge angerechnet. Entsprechende Unterlagen sind vorzulegen.

(9) Zuständig für die Anrechnungen nach den Absätzen 1 bis 6 ist der Prüfungsausschuss. Er kann zuständige Fachvertreterinnen oder Fachvertreter vorher hören.

(10) Werden Studienleistungen und Prüfungsleistungen angerechnet, sind die Noten - soweit die Notensysteme vergleichbar sind - zu übernehmen und in die Berechnung der Gesamtnote einzubeziehen. Bei nicht vergleichbaren Notensystemen wird der Vermerk "bestanden" aufgenommen. Die Anrechnung wird im Zeugnis gekennzeichnet.

(11) Bei Vorliegen der Voraussetzungen der Absätze 1 bis 5 besteht ein Rechtsanspruch auf Anrechnung. Die Anrechnung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen, die im Geltungsbereich des Grundgesetzes erbracht wurden, erfolgt von Amts wegen. Die oder der Studierende hat die für die Anrechnung erforderlichen Unterlagen vorzulegen.

§ 9

Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß

(1) Eine Prüfungsleistung gilt als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet, wenn die Kandidatin oder der Kandidat nach der Meldung zu einer zeitlich und örtlich festgesetzten Prüfung ohne triftige Gründe nicht erscheint oder wenn sie oder er nach Beginn der Prüfung ohne triftige Gründe von der Prüfung zurücktritt. Dasselbe gilt, wenn eine schriftliche Prüfungsleistung nicht innerhalb der vorgegebenen Bearbeitungszeit erbracht wird.

(2) Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe müssen dem Prüfungsausschuss unverzüglich schriftlich angezeigt und glaubhaft gemacht werden. Bei Krankheit der Kandidatin oder des Kandidaten ist ein ärztliches Attest vorzulegen, das die Angaben enthält, die der Prüfungsausschuss für die Feststellung der Prüfungsunfähigkeit benötigt. Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses kann im Einzelfall die Vorlage eines amtsärztlichen Attests verlangen. Erkennt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses die Gründe an, wird der Kandidatin oder dem Kandidaten dies schriftlich mitgeteilt und im Falle einer mündlichen Prüfung ein neuer Termin festgesetzt.

(3) Stellt sich während der Prüfung oder nachträglich heraus, dass sich die Kandidatin oder der Kandidat bei dieser Prüfung unerlaubter Hilfen bedient, eine Täuschung begangen oder sich eines Verstoßes gegen die Ordnung während der Prüfung schuldig gemacht hat, kann der Prüfungsausschuss die betreffende Prüfungsleistung für nicht bestanden erklären. In diesem Fall gilt die Prüfungsleistung als "nicht ausreichend" (5,0) bewertet. Falls es sich um eine Prüfung im Rahmen der Diplomprüfung gemäß Teil III dieser Prüfungsordnung handelt, erhält die Kandidatin oder der Kandidat zudem zwei Maluspunkte.

(4) Belastende Entscheidungen des Prüfungsausschusses sind der Kandidatin oder dem Kandidaten unverzüglich schriftlich mitzuteilen und zu begründen. Vor der Entscheidung ist der Kandidatin oder dem Kandidaten Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

 

II. Diplom-Vorprüfung

§ 10

Voraussetzungen

(1) Zur Diplom-Vorprüfung kann nur zugelassen werden, wer

(2) Die in Absatz 1 genannten Voraussetzungen werden im Falle des § 8 Abs. 7 durch entsprechende Feststellungen im Zeugnis über die Einstufungsprüfung ganz oder teilweise ersetzt.

(3) Die erste Anmeldung zu einer Abschlussprüfung der Diplom-Vorprüfung gilt als Antrag auf Zulassung zur Diplom-Vorprüfung, sofern die Kandidatin oder der Kandidat in der durch das Formblatt vorgesehenen Form erklärt, dass keiner der folgenden Ausschlussgründe vorliegt:

  1. Die Kandidatin oder der Kandidat hat bereits eine Diplom-Vorprüfung oder eine Diplomprüfung in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang nicht oder endgültig nicht bestanden
  2. Die Kandidatin oder der Kandidat befindet sich in einem anderen Prüfungsverfahren in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang an einer deutschen Hochschule.


§ 11

Zulassungsverfahren

(1) Über die Zulassung entscheidet der Prüfungsausschuss.

(2) Die Zulassung ist abzulehnen, wenn

  1. die in § 10 Abs. 1 genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind oder
  2. die Unterlagen gemäß § 10 Abs. 3 unvollständig sind oder
  3. die Kandidatin oder der Kandidat bereits eine Diplom-Vorprüfung oder eine Diplomprüfung in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang oder einem diesem vergleichbaren oder verwandten Studiengang endgültig nicht bestanden hat oder sie oder er sich in einem anderen Prüfungsverfahren in einem wirtschaftwissenschaftlichen Studiengang befindet.

(3) Die Zulassung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass dem Prüfungsausschuss mit der Meldung zur letzten Fachprüfung die in § 10 Abs. 1 Nr. 3 bezeichneten Nachweise vorliegen.

§ 12

Ziel, Umfang und Art der Prüfung

(1) Durch die Diplom-Vorprüfung soll die Kandidatin oder der Kandidat nachweisen, dass sie oder er befähigt ist, das weitere Studium mit Erfolg zu betreiben.

(2) Die Diplom-Vorprüfung erstreckt sich auf die Grundzüge folgender Prüfungsfächer:

  1. Betriebswirtschaftslehre
  2. Volkswirtschaftslehre
  3. Methoden 1 (Mathematik und Informatik)
  4. Methoden 2 (Statistik, Ökonometrie und Unternehmensforschung)

In jedem dieser Prüfungsfächer werden jeweils vier Veranstaltungen angeboten (damit insgesamt 16), in denen Abschlussprüfungen abzulegen sind. Für jede bestandene Abschlussprüfung werden 6 Kreditpunkte vergeben.

(3) In jedem der in Absatz 2 genannten Prüfungsfächer wird studienbegleitend geprüft.


§ 13

Abschlussprüfungen zu Veranstaltungen der Diplom-Vorprüfung, Wiederholungsprüfungen

(1) Zu jeder Veranstaltung der in § 12 Abs. 2 angeführten Prüfungsfächer werden zwei benotete Abschlussprüfungen gemäß § 5 angeboten. Die erste Abschlussprüfung findet nach dem Ende der Veranstaltung, die zweite zu Beginn des folgenden Semesters statt.

(2) Eine Abschlussprüfung, die nicht bestanden ist oder als nicht bestanden gilt, kann zweimal wiederholt werden.

(3) Nach der zweiten Wiederholung einer Prüfungsleistung ist der Kandidatin oder dem Kandidaten vor Festsetzung der Note "nicht ausreichend" Gelegenheit zu einer mündlichen Ergänzungsprüfung mit einer Dauer von in der Regel 15 bis 20 Minuten zu geben.

(4) Die mündliche Ergänzungsprüfung wird vor zwei Prüferinnen oder Prüfern abgelegt. Aufgrund der mündlichen Ergänzungsprüfung wird die Note "ausreichend" (4,0) festgesetzt, wenn mindestens eine Prüferin oder ein Prüfer dies verlangt; andernfalls gilt die Note der Prüfungsleistung als bestätigt.

(5) Die mündliche Ergänzungsprüfung ist in dem auf die Bekanntgabe der Note der Prüfungsleistung folgenden Termin für mündliche Prüfungen abzulegen. Mündliche Ergänzungsprüfungen sollen in angemessener Zeit, frühestens drei Wochen und spätestens sechs Wochen nach Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse zu vom Prüfungsausschuss festgesetzten Terminen abgenommen werden.

(6) Die wesentlichen Gegenstände und Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung sind in einem Protokoll festzuhalten. Das Ergebnis der Prüfung ist der Kandidatin oder dem Kandidaten im Anschluss an die Ergänzungsprüfung bekannt zu geben.

(7) Auf Wunsch der Kandidatin oder des Kandidaten kann die mündliche Ergänzungsprüfung nach der ersten Wiederholungsprüfung stattfinden. Hat die Kandidatin oder der Kandidat die mündliche Ergänzungsprüfung nicht bestanden, so ist eine zweite schriftliche Wiederholungsprüfung möglich, eine weitere mündliche Ergänzungsprüfung ist ausgeschlossen.

§ 14

Bewertung der Prüfungsleistungen, Bildung der Noten, Bestehen der Diplom-Vorprüfung

(1) Kreditpunkte werden in Abschlussprüfungen gemäß § 13 erworben.

(2) Für Prüfungsleistungen, die mit 4,0 oder besser benotet sind, werden sechs Kreditpunkte erworben.

(3) Das Grundstudium ist bestanden, wenn insgesamt 96 Kreditpunkte erworben sind.

(4) Die Fachnote errechnet sich als arithmetisches Mittel der Noten der einzelnen Prüfungsleistungen in dem jeweiligen Prüfungsfach. Die im Zeugnis auszuweisende Fachnote lautet:

bei einem Durchschnitt bis 1,5 = sehr gut

bei einem Durchschnitt über 1,5 bis 2,5 = gut

bei einem Durchschnitt über 2,5 bis 3,5 = befriedigend

bei einem Durchschnitt über 3,5 bis 4,0 = ausreichend

bei einem Durchschnitt über 4,0 = nicht ausreichend.

Die Gesamtnote entspricht dem arithmetischen Mittel der vier Fachnoten.

(5) Die Diplom-Vorprüfung ist nicht bestanden, wenn eine der Abschlussprüfungen nach Ausnutzung aller Wiederholungsmöglichkeiten und der mündlichen Ergänzungsprüfung gemäß § 13 nicht bestanden worden ist.

§ 15

Zeugnis

(1) Über die bestandene Diplom-Vorprüfung wird möglichst innerhalb von vier Wochen nach Bekanntgabe des Ergebnisses der letzten Prüfungsleistung ein Zeugnis ausgestellt, das die einzelnen Fachnoten, die Gesamtnote und den Vermerk "bestanden" enthält. Bei den Noten im Zeugnis wird eine Stelle nach dem Komma ausgewiesen, wobei gegebenenfalls weitere Stellen nach dem Komma gestrichen werden. Das Zeugnis ist von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen. Als Datum des Zeugnisses ist der Tag anzugeben, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht ist.

(2) Ist die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden oder gilt sie als nicht bestanden, erteilt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Kandidatin oder dem Kandidaten hierüber einen schriftlichen Bescheid. Dieser ist zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

(3) Studierende, welche die Hochschule ohne Studienabschluss verlassen, erhalten auf Antrag ein Zeugnis über die insgesamt erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen.

 

III. Diplomprüfung

§ 16

Zulassung zur Diplomprüfung

(1) Zur Diplomprüfung kann nur zugelassen werden, wer

  1. das Zeugnis der Hochschulreife (allgemeine oder einschlägige fachgebundene Hochschulreife) oder ein durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkanntes Zeugnis besitzt oder die Einstufungsprüfung (§ 8 Abs. 7) bestanden hat;
  2. die Diplom-Vorprüfung in einem der beiden Studiengänge Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre an einer Universität im Geltungsbereich des Grundgesetzes oder eine gemäß § 8 als gleichwertig angerechnete Prüfung bestanden hat;
  3. an der Universität Bielefeld für einen der beiden Diplomstudiengänge Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre eingeschrieben oder gemäß § 71 Abs. 2 HG als Zweithörerin oder Zweithörer zugelassen ist;
  4. die Diplom-Vorprüfung oder die Diplomprüfung in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang an einer Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes nicht endgültig nicht bestanden hat.

(2) Dem Antrag auf Zulassung sind beizufügen:

  1. die Nachweise über das Vorliegen der in Absatz 1 genannten Zulassungsvoraussetzungen,
  2. ein mit Lichtbild versehener Lebenslauf der Kandidatin oder des Kandidaten und
  3. das Studienbuch.

(3) Der Antrag auf Zulassung zur Diplomprüfung soll im ersten Semester des Hauptstudiums gestellt werden. Als erstes Semester des Hauptstudiums gilt das Semester, dessen Vorlesungszeit nach dem Datum des Zeugnisses über die bestandene Diplom-Vorprüfung beginnt.

(4) Im Übrigen gelten für die Zulassung zur Diplomprüfung die §§ 10 und 11 entsprechend.


§ 17

Umfang und Art der Diplomprüfung

(1) Die Diplomprüfung besteht aus den studienbegleitenden Abschlussprüfungen zu Veranstaltungen in den Prüfungsfächern gemäß Absatz 3 und 4 und der Diplomarbeit gemäß § 21.

(2) Maßgeblich für die Auswahl der Veranstaltungen sind die §§ 18 Abs. 1 und 20 Abs. 2 bis 8 sowie die den Prüfungsfächern gemäß der Studienordnung zugeordneten Veranstaltungen.

(3) Die Fächer des Studienganges Betriebswirtschaftslehre sind:

  1. Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
  2. Angewandte Betriebswirtschaftslehre
  3. Allgemeine Volkswirtschaftslehre
  4. Betriebsinformatik
  5. Wahlpflichtfach.

(4) Die Fächer des Studienganges Volkswirtschaftslehre sind:

  1. Volkswirtschaftstheorie
  2. Volkswirtschaftspolitik
  3. Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
  4. Statistik oder Ökonometrie
  5. Wahlpflichtfach.

(5) Als Wahlpflichtfächer werden durch die Fakultät angeboten:


§ 18

Durchführung der Diplomprüfung

(1) Aus Prüfungsleistungen gemäß § 17 Abs. 1 können Kreditpunkte nur erworben werden, wenn

  1. die Veranstaltung dem Hauptstudium angehört,
  2. die Veranstaltung mindestens zwei Semesterwochenstunden umfasst,
  3. der Prüfungsausschuss festgestellt hat, dass die Veranstaltung durch eine Abschlussprüfung abgeschlossen werden wird oder die Erbringung individuell zurechenbarer, benoteter Studienleistungen unter Prüfungsbedingungen beinhalten wird, und
  4. keine Kreditpunkte aus der gleichen Veranstaltung eines früheren Semesters oder aus einer dafür angerechneten Studien- oder Prüfungsleistung vorliegen.

(2) Zu jeder Vorlesung des Hauptstudiums werden zwei benotete Abschlussprüfungen gemäß § 5 angeboten. Die erste Abschlussprüfung findet nach dem Ende der Vorlesung, die zweite zu Beginn des folgenden Semesters statt.

(3) Für die Teilnahme an einem Seminar, in dem bewertete Studienleistungen unter Prüfungsbedingungen erbracht wurden, wird ein benoteter Seminarschein erteilt.

(4) Wer in einer Abschlussprüfung zu einer Veranstaltung eine Note "ausreichend" (4,0) oder besser erzielt hat, erhält Kreditpunkte, sofern § 20 Abs. 8 dies zulässt. Die Anzahl der Kreditpunkte beträgt:

(5) Wird eine Abschlussprüfung zu einer Veranstaltung mit "nicht ausreichend" benotet, so erhält der Prüfling einen Maluspunkt.

(6) Bereits vor der Zulassung zur Diplomprüfung können Maluspunkte und bis zu 24 Kreditpunkte aus Abschlussprüfungen zu Vorlesungen erworben werden. Der Prüfungsausschuss eröffnet in diesem Fall ein vorläufiges Kreditpunktekonto und ein Maluspunktekonto. Der Stand dieser Konten wird bei der Zulassung zur Diplomprüfung auf die nach § 5 Abs. 11 einzurichtenden Konten übertragen.

(7) Kreditpunkte zählen mit der Erbringung der jeweils geforderten Prüfungsleistung. Maluspunkte zählen erst mit Abschluss des jeweiligen Prüfungsangebots gemäß Absatz 2. Die Zählung der Kreditpunkte geht der Zählung der Maluspunkte voraus. Maluspunkte zählen nur dann, wenn die Kandidatin oder der Kandidat mit Abschluss des jeweiligen Prüfungstermins unter Berücksichtigung der Höchstpunktschranken von § 20 Abs. 5 und 7 die Gesamtzahl von 100 Kreditpunkten für Veranstaltungen noch nicht erreicht hat oder die Beschränkungen von § 20 Abs. 3 und 4 noch nicht erfüllt hat.


§ 19

Freiversuch

(1) Meldet sich ein Prüfling innerhalb der Regelstudienzeit von neun Semestern und nach ununterbrochenem Studium zu einer Abschlussprüfung zu einer Vorlesung des Hauptstudiums an und besteht er diese nicht, so gilt sie als nicht unternommen und § 18 Abs. 5 kommt nicht zur Anwendung (Freiversuch). Dies gilt nicht, wenn die Prüfung aufgrund eines ordnungswidrigen Verhaltens, insbesondere eines Täuschungsversuchs, für nicht bestanden erklärt wurde. Für jede Vorlesung kann nur ein Freiversuch geltend gemacht werden.

(2) Die Überprüfung der Bedingungen des Abs. 1 Satz 1 hat nach Maßgabe von § 93 Abs. 2 - 5 HG zu erfolgen.

(3) Auf Antrag kann sich innerhalb der Regelstudienzeit zur zweiten Abschlussprüfung zu einer Vorlesung des Hauptstudiums in einem Semester auch anmelden, wer die erste Abschlussprüfung desselben Semesters bereits bestanden hat. Ein solcher Antrag kann höchstens einmal für jede Vorlesung gestellt werden. Der Antrag ist zeitgleich mit der Anmeldung an das Prüfungsamt zu richten. Gewertet wird in diesem Fall die bessere der beiden Noten.


§ 20

Beschränkungen für Erwerb und

Anerkennung von Kreditpunkten

(1) Beim Erwerb von Kreditpunkten im Rahmen der Diplomprüfung gemäß Teil III dieser Prüfungsordnung ist die Kandidatin oder der Kandidat unbeschadet der Regelungen in § 18 Abs. 1 an die Erfüllung der Beschränkungen der Absätze 2 bis 8 gebunden.

(2) Eine nicht bestandene Abschlussprüfung zu einer Vorlesung kann zweimal wiederholt werden. § 19 Abs. 1 bleibt unberührt.

(3) In jedem der Fächer gemäß § 17 Abs. 3 bzw. Abs. 4 müssen mindestens 14 Kreditpunkte aus Prüfungsleistungen gemäß § 17 Abs. 1 erworben werden.

(4) Es müssen Kreditpunkte für mindestens drei Seminare aus verschiedenen Prüfungsfächern erworben werden.

(5) Insgesamt können höchstens 20 Kreditpunkte für Seminare erworben werden.

(6) Es müssen 30 Kreditpunkte durch die Erstellung einer Diplomarbeit erworben werden.

(7) Vor der Zulassung zur Diplomprüfung können höchstens 24 Kreditpunkte erworben werden.

(8) Sobald unter Berücksichtigung der Höchstpunktschranken der Absätze 5 und 7 100 Kreditpunkte aus Prüfungsleistungen gemäß § 17 Abs. 1 erreicht sind, können Kreditpunkte nur noch erworben werden, soweit sie zur Erfüllung der Beschränkungen der Absätze 3, 4 und 6 notwendig sind, oder falls sie aus Abschlussprüfungen stammen, zu denen sich die Kandidatin oder der Kandidat bereits gemeldet hatte. Kreditpunkte für Prüfungsleistungen gemäß § 17 Abs. 1 können letztmalig in dem Termin der Abschlussprüfungen erworben werden, in dem unter Berücksichtigung der Beschränkungen der Absätze 3 und 4 und der Höchstpunktschranken der Absätze 5 und 7 100 Kreditpunkte erreicht werden.

§ 21

Diplomarbeit

(1) Die Diplomarbeit soll zeigen, dass die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus ihrem oder seinem Fachgebiet selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.

(2) Voraussetzung für die Zulassung zur Diplomarbeit ist, dass die Kandidatin oder der Kandidat mindestens 80 Kreditpunkte erworben hat. Der beim Prüfungsamt zu stellende Antrag auf Zulassung zur Diplomarbeit muss erkennen lassen, in welchem Fach gemäß § 17 Abs. 3 bzw. 4 und bei welcher Fachvertreterin oder welchem Fachvertreter die Diplomarbeit angefertigt wird. Der Kandidatin oder dem Kandidaten ist Gelegenheit zu geben, für das Thema der Diplomarbeit und für die Prüferinnen oder Prüfer Vorschläge zu machen. Der Vorschlag für die Fachvertreterinnen oder Fachvertreter in den Fächern zu § 17 Abs. 3 Nr. 1 bis 5 bzw. Abs. 4 Nr. 1 bis 5 muss die Bedingungen des § 7 Abs. 1 erfüllen. Soll die Diplomarbeit in einer Einrichtung außerhalb der Hochschule durchgeführt werden, bedarf es hierzu der Zustimmung der oder des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.

(3) Die Zulassung und die Ausgabe des Themas der Diplomarbeit erfolgt durch die Vorsitzende bzw. den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Der Zeitpunkt der Ausgabe ist aktenkundig zu machen.

(4) Auf Antrag sorgt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dafür, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat rechtzeitig ein Thema für eine Diplomarbeit erhält.

(5) Die Diplomarbeit kann auch in Form einer Gruppenarbeit zugelassen werden, wenn der als Prüfungsleistung zu bewertende Beitrag des Einzelnen aufgrund der Angabe von Abschnitten, Seitenzahlen oder anderen objektiven Kriterien, die eine eindeutige Abgrenzung ermöglichen, deutlich unterscheidbar und bewertbar ist und die Anforderungen nach Absatz 1 erfüllt.

(6) Die Bearbeitungszeit für die Diplomarbeit beträgt vier Monate. Auf Antrag der ausgebenden Prüferin oder des ausgebenden Prüfers kann die Bearbeitungszeit bei Ausgabe von Arbeiten zu einem empirischen, experimentellen oder mathematischen Thema auf bis zu sechs Monate festgesetzt werden. Das Thema und die Aufgabenstellung müssen so beschaffen sein, dass die Diplomarbeit innerhalb der vorgegebenen Frist abgeschlossen werden kann. Das Thema kann einmal innerhalb der ersten vier Wochen zurückgegeben werden. Die Diplomarbeit gilt bei Rückgabe des Themas als nicht ausgegeben. Ausnahmsweise kann der Prüfungsausschuss im Einzelfall auf begründeten Antrag die Bearbeitungszeit um bis zu vier Wochen, bei empirischen, experimentellen oder mathematischen Arbeiten um bis zu sechs Wochen verlängern.

(7) Bei der Abgabe der Diplomarbeit hat die Kandidatin oder der Kandidat schriftlich zu versichern, dass sie oder er seine Arbeit – bei einer Gruppenarbeit ihren oder seinen entsprechend gekennzeichneten Anteil der Arbeit – selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt sowie Zitate kenntlich gemacht hat.

(8) Der Umfang der Diplomarbeit beträgt in der Regel 50 bis 80 Seiten.

§ 22

Annahme, Bewertung und

Wiederholung der Diplomarbeit

(1) Die Diplomarbeit ist fristgemäß beim Prüfungsausschuss in dreifacher Ausfertigung abzuliefern; der Abgabezeitpunkt ist aktenkundig zu machen. Die Kandidatin oder der Kandidat kann eine eingereichte Arbeit nicht zurückziehen. Wird die Diplomarbeit nicht fristgemäß abgeliefert, gilt sie als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet.

(2) Die Diplomarbeit ist von zwei Prüferinnen oder Prüfern zu begutachten und zu bewerten. Eine oder einer der Prüferinnen oder der Prüfer soll die Prüferin oder der Prüfer gemäß § 7 Abs. 1 sein, die oder der das Thema der Arbeit gestellt hat. Die zweite Prüferin oder der zweite Prüfer wird von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestimmt; die einzelne Bewertung ist entsprechend § 14 Abs. 4 vorzunehmen und schriftlich zu begründen.

(3) Die Note der Diplomarbeit wird aus dem arithmetischen Mittel der Einzelbewertungen gebildet, sofern die Differenz nicht mehr als 2,0 beträgt. Dieses Ergebnis ist der Kandidatin oder dem Kandidaten innerhalb von acht Wochen nach Einreichen der Arbeit mitzuteilen. Beträgt die Differenz mehr als 2,0, wird vom Prüfungsausschuss eine dritte Prüferin oder ein dritter Prüfer zur Bewertung der Diplomarbeit bestimmt. In diesem Falle wird die Note der Diplomarbeit aus dem arithmetischen Mittel der beiden besseren Noten gebildet. Die Diplomarbeit kann jedoch nur dann als "ausreichend" oder besser bewertet werden, wenn mindestens zwei Noten "ausreichend" oder besser sind.

(4) Für die "ausreichend" (4,0) oder besser bewertete Diplomarbeit erwirbt die Kandidatin oder der Kandidat 30 Kreditpunkte.

(5) Wurde die Diplomarbeit mit "nicht ausreichend" bewertet oder gilt sie als "nicht ausreichend", kann die Kandidatin oder der Kandidat die Diplomarbeit mit einem neuen Thema einmal wiederholen. Eine Rückgabe des Themas in der in § 21 Abs. 6 genannten Frist ist jedoch nur zulässig, wenn die Kandidatin oder der Kandidat bei der Anfertigung der ersten Diplomarbeit von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat. Eine zweite Wiederholung ist ausgeschlossen.


§ 23

Abschluss des Studiums

(1) Die Diplomprüfung ist bestanden, sobald die Kandidatin oder der Kandidat 130 Kreditpunkte unter Erfüllung der Beschränkungen von § 20 Abs. 2 bis 7 erreicht hat.

(2) Die Diplomprüfung ist nicht bestanden, wenn die Kandidatin oder der Kandidat vier Maluspunkte erreicht, bevor unter Berücksichtigung der Höchstpunktschranken von § 20 Abs. 5 und 7 100 Kreditpunkte aus Prüfungsleistungen gemäß § 17 Abs. 1 erreicht sind. Sie ist ebenfalls nicht bestanden, wenn die Kandidatin oder der Kandidat unter Berücksichtigung der Höchstpunktschranken von § 20 Abs. 5 und 7 100 Kreditpunkte aus Prüfungsleistungen gemäß § 17 Abs. 1 zwar erreicht hat, jedoch auch vier Maluspunkte erreicht und die Beschränkungen von § 20 Abs. 3 und 4 nicht erfüllt hat.

(3) Hat die Kandidatin oder der Kandidat die Diplomprüfung erstmals nicht bestanden, werden vier der angesammelten Maluspunkte gelöscht, und die Kandidatin oder der Kandidat kann die Diplomprüfung unter Anrechnung der bereits erworbenen Kreditpunkte fortsetzen. Tritt erneut einer der Sachverhalte des Absatzes 2 oder des § 22 Abs. 5 ein, ist die Diplomprüfung endgültig nicht bestanden. Eine weitere Wiederholung der Diplomprüfung ist ausgeschlossen.

(4) Hat die Kandidatin oder der Kandidat die Diplomprüfung nicht oder endgültig nicht bestanden, teilt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dies unter Hinweis auf die entsprechenden Bestimmungen der Prüfungsordnung schriftlich mit. § 15 Abs. 2 und 3 gilt entsprechend.


§ 24

Zusatzfächer

Die Kandidatin oder der Kandidat kann auf Antrag weitere Prüfungsleistungen in Fächern erbringen, die an einer Fakultät der Universität Bielefeld als Prüfungsfach anerkannt sind. Art und Umfang der Prüfungsleistungen ergeben sich aus der für das jeweilige Prüfungsfach maßgeblichen Prüfungsordnung. Das Ergebnis der Prüfung in diesen Fächern wird bei der Festsetzung der Gesamtnote nicht mit einbezogen.


§ 25

Bewertung der Prüfungsleistungen

(1) Für die Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen der Diplomprüfung gilt § 5 Abs. 8 entsprechend.

(2) Ist die Diplomprüfung bestanden, wird die Durchschnittsnote der Prüfungsleistungen gemäß § 17 Abs. 1 (ohne Note der Diplomarbeit) als gewichtetes arithmetisches Mittel der Noten der einzelnen Prüfungsleistungen, für welche Kreditpunkte erworben wurden, gebildet. Die Gewichtung der einzelnen Noten erfolgt entsprechend der Anzahl der jeweiligen Kreditpunkte nach Maßgabe von Absatz 3.

(3) Übersteigt die Summe der erworbenen Kreditpunkte, die nur bis zu einer Höchstpunktzahl anerkannt werden können, die Höchstpunktzahl, wird ein Proportionalitätsfaktor als Verhältnis von Höchstpunktzahl zur Summe der erworbenen Kreditpunkte gebildet. Als Gewichte bei der Bildung der Durchschnittsnote der Prüfungsleistungen gemäß Absatz 2 werden in diesem Falle die mit dem Proportionalitätsfaktor multiplizierten Anzahlen der Kreditpunkte verwendet; die Anzahlen von Kreditpunkten, die mehreren Höchstpunktschranken unterliegen und deren jeweilige Summen die entsprechenden Höchstpunktzahlen übersteigen, werden mit dem kleinsten sich ergebenden Proportionalitätsfaktor multipliziert.

(4) Ist die Diplomprüfung bestanden, werden die Fachnoten als gewichtetes arithmetisches Mittel entsprechend den Absätzen 2 und 3 gebildet.

(5) Die Gesamtnote der Diplomprüfung wird als gewichtetes arithmetisches Mittel der Durchschnittsnote der Prüfungsleistungen gemäß Absätzen 2 und 3 und der Note der Diplomarbeit gebildet, wobei die Durchschnittsnote der Prüfungsleistungen ein Gewicht entsprechend 100 Kreditpunkten und die Note der Diplomarbeit ein Gewicht entsprechend 30 Kreditpunkten erhält. Die Gesamtnote lautet

bei einem Durchschnitt über 1,0 bis 1,5 = sehr gut

bei einem Durchschnitt über 1,5 bis 2,5 = gut

bei einem Durchschnitt über 2,5 bis 3,5 = befriedigend

bei einem Durchschnitt über 3,5 bis 4,0 = ausreichend

§ 26

Zeugnis

(1) Hat die Kandidatin oder der Kandidat die Diplomprüfung bestanden, erhält sie oder er über die Ergebnisse ein Zeugnis. Dieses Zeugnis enthält sämtliche Veranstaltungen, aus denen Kreditpunkte erworben worden sind, die dabei erzielten einzelnen Noten, deren Durchschnittsnote gemäß § 25 Abs. 2 und 3 sowie das Semester des Erwerbs der Kreditpunkte. Das Zeugnis enthält ebenfalls die Fachnoten gemäß § 25 Abs. 4, das Thema und die Note der Diplomarbeit sowie die Gesamtnote der Diplomprüfung. Auf Antrag der Kandidatin oder des Kandidaten werden in das Zeugnis Angaben

  1. zu einer fachlichen Spezialisierung
  2. zu den Zusatzfächern gemäß § 24
  3. über die Fachstudiendauer

aufgenommen. Der Ausweis einer fachlichen Spezialisierung im Umfang von mindestens zehn Kreditpunkten erfolgt durch eine gesonderte Auflistung von qualifizierten Prüfungsleistungen aus dem Punkteüberhang der Pflichtfächer oder des Wahlpflichtfaches oder aus den freien Punkten unter der mit einem Namen zu versehenden Rubrik "weiterer Studienschwerpunkt". Eine Zurechnung der gemäß § 20 Abs. 4 erforderlichen Pflichtseminare ist nicht möglich. Anträge gemäß Nr. 1 sind unter Angabe des Namens der fachlichen Spezialisierung und der gemäß Studienordnung zurechenbaren Prüfungsleistungen beim Prüfungsamt der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zu stellen. Sie werden nur berücksichtigt, wenn die Voraussetzungen des § 20 Abs. 8 erfüllt sind.

(2) Das Zeugnis trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist. Es wird mit dem Siegel der Fakultät versehen und von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet.

(3) Im Übrigen gilt § 15 entsprechend.


§ 27

Diplomurkunde

(1) Gleichzeitig mit dem Zeugnis wird der Kandidatin oder dem Kandidaten eine Diplomurkunde mit dem Datum des Zeugnisses ausgehändigt. Darin wird die Verleihung des akademischen Diplomgrades gemäß § 2 beurkundet.

(2) Die Diplomurkunde wird von der Dekanin oder dem Dekan der Fakultät und der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem Siegel der Fakultät versehen.

 

IV. Schlussbestimmungen

§ 28

Ungültigkeit der Diplom-Vorprüfung und

der Diplomprüfung, Aberkennung des Diplomgrades

(1) Hat die Kandidatin oder der Kandidat bei einer Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, kann der Prüfungsausschuss nachträglich die Noten für diejenigen Prüfungsleistungen, bei deren Erbringung die Kandidatin oder der Kandidat getäuscht hat, entsprechend berichtigen und die Prüfung ganz oder teilweise für nicht bestanden erklären.

(2) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Prüfung nicht erfüllt, ohne dass die Kandidatin oder der Kandidat hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach der Aushändigung des Zeugnisses bekannt, wird dieser Mangel durch das Bestehen der Prüfung geheilt. Hat die Kandidatin oder der Kandidat die Zulassung vorsätzlich zu Unrecht erwirkt, entscheidet der Prüfungsausschuss unter Beachtung des Verwaltungsverfahrensgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen über die Rechtsfolgen.

(3) Vor einer Entscheidung ist der oder dem Betroffenen Gelegenheit zur Äußerung zu geben.

(4) Das unrichtige Prüfungszeugnis ist einzuziehen und gegebenenfalls ein neues zu erteilen. Eine Entscheidung nach Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 ist nach einer Frist von fünf Jahren nach Ausstellung des Prüfungszeugnisses ausgeschlossen.

(5) Ist die Prüfung insgesamt für nicht bestanden erklärt worden, ist der Diplomgrad abzuerkennen und die Diplomurkunde einzuziehen.


§ 29

Experimentierklausel für multimediale Prüfungen

(1) Bis einschließlich Wintersemester 2003/2004 können im Prüfungsfach "Methoden 2" anstelle einer Pflichtveranstaltung in Statistik I und Statistik II je mindestens zwei Wahlpflichtveranstaltungen angeboten werden, von denen jeweils eine der Erprobung neuer Lehr- und Prüfungsformen dienen soll. Diese probeweise angebotenen Veranstaltungen stützen sich auf multimediale Vermittlungsformen der dazugehörigen Stoffgebiete (multimediale Veranstaltungen).

(2) Die Abschlussprüfung zu multimedialen Veranstaltungen erfolgt analog § 5, wobei die Bearbeitung entsprechend aufbereiteter Aufgaben am Rechner mit anschließendem Prüfungsgespräch als weitere Prüfungsform hinzukommt. § 13 Abs. 1 gilt entsprechend.

(3) Jede oder jeder Studierende erhält die Möglichkeit, an einer der angebotenen Wahlpflichtveranstaltungen teilzunehmen. Übersteigt die Zahl der Prüfungsanmeldungen zu multimedialen Veranstaltungen die Zahl der zur Verfügung stehenden Rechnerplätze, ermittelt die Fakultät die Teilnahmeberechtigten per Los. Wer keinen Losplatz erhält, legt die Prüfung in der herkömmlichen Form ab.


§ 30

Übergangsbestimmungen

(1) Diese Prüfungsordnung, im Folgenden als Prüfungsordnung 2002 bezeichnet, gilt für alle Studierenden, die ab dem Wintersemester 2002/2003 an der Universität Bielefeld für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre eingeschrieben sind. Sie gilt ferner für alle Studierenden, die vor dem Wintersemester 2002/2003 an der Universität Bielefeld für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre eingeschrieben wurden und die im Wintersemester 2002/2003 die Diplom-Vorprüfung bereits bestanden oder eine vergleichbare Qualifikation erworben haben.

(2) Studierende, die vor dem Wintersemester 2002/2003 an der Universität Bielefeld für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre eingeschrieben wurden und zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Prüfungsordnung 2002 die Diplom-Vorprüfung noch nicht bestanden haben, legen diese nach der im Sommersemester 2002 gültigen Ordnung ab, die Diplomprüfung jedoch nach dieser Prüfungsordnung; auf Antrag wird die Prüfungsordnung 2002 auch auf die Diplom-Vorprüfung angewendet. Der Antrag ist unwiderruflich. Wiederholungsprüfungen sind nach der Prüfungsordnung abzulegen, nach der die Erstprüfung abgelegt wurde.

(3) Studierende, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Prüfungsordnung 2002 noch nach der Prüfungsordnung vom 25. April 1991 in der jeweils gültigen Fassung studieren und alle Prüfungsleistungen bis auf die Diplomarbeit erbracht haben, können diese Prüfungsleistung letztmalig zum Ende des Sommersemesters 2005 absolvieren.

§ 31

Inkrafttreten

Diese Prüfungsordnung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 2002 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Diplomprüfungsordnung für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre/Volks-wirtschaftslehre der Universität Bielefeld vom 10. März 1997 (Mitteilungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen - Jahrgang 26 Nr. 54 S. 387), zuletzt geändert durch Ordnung vom 1. März 2001 (Verkündungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen - Jahrgang 30 Nr. 4 S. 41), außer Kraft. § 30 bleibt unberührt.

 

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses der Fakultätskonferenz der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften vom 12. Juni 2002.

Bielefeld, den 1. August 2002

Der Rektor

der Universität Bielefeld

in Vertretung

Universitätsprofessor Dr. Christoph Gusy

 

 

 -.-.-.-.-

 

 

Studienordnung für die Diplomstudiengänge Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld vom 1. August 2002

 

Aufgrund des § 2 Abs. 4 und des § 86 Abs. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 14. März 2000 (GV. NRW. S. 190), geändert durch Gesetz vom 27. November 2001 (GV. NRW. S. 812), hat die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die folgende Studienordnung erlassen:

 

Inhaltsübersicht

I. Allgemeines

§ 1 Geltungsbereich

§ 2 Aufnahme des Studiums

§ 3 Studienziele

§ 4 Studieninhalte

§ 5 Umfang und Gliederung des Studiums

§ 6 Studienberatung

§ 7 Veranstaltungen

II. Grundstudium

§ 8 Aufbau des Grundstudiums

§ 9 Prüfungen im Grundstudium

III. Hauptstudium

§ 10 Aufbau des Hauptstudiums

§ 11 Prüfungsfächer des Hauptstudiums

§ 12 Prüfungen im Hauptstudium

IV. Schlussbestimmungen

§ 13 Inkrafttreten

V. Anhang A: Studienpläne

VI. Anhang B: Rahmenbedingungen für den Erwerb von Kreditpunkten im Hauptstudium

B.1 Allgemeine Bedingungen

B.2 Bedingungen für die Pflichtfächer des Diplomstudien-gangs Betriebswirtschaftslehre

B.3 Bedingungen für die Pflichtfächer des Diplomstudien-gangs Volkswirtschaftslehre

B.4 Bedingungen für die von der Fakultät angebotenen Wahlpflichtfächer

 

I. Allgemeines

§ 1

Geltungsbereich

Diese Studienordnung regelt das Studium in den Diplomstudiengängen Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre auf der Grundlage der Diplom-Prüfungs-ordnung (nachfolgend DPO) für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre / Volkswirtschaftslehre an der Universität Bielefeld vom 1. August 2002 (Verkündungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen - Jg. 31 Nr. 16 S. 200).


§ 2

Aufnahme des Studiums

Voraussetzung für die Aufnahme des Studiums ist die Einschreibung an der Universität Bielefeld für einen der in dieser Studienordnung geregelten Studiengänge der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (nachfolgend Fakultät).


§ 3

Studienziele

(1) Ziel des Studiums ist es, dass die Kandidatin die wesentlichen Begriffe und Modelle der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie die grundlegenden in diesen Disziplinen benutzten Methoden beherrscht, wobei im Hauptstudium in Betriebs- und Volkswirtschaftslehre unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Das Konzept beider Diplomstudiengänge berücksichtigt schwerpunktmäßig quantitative wirtschaftswissenschaftliche Methoden und Modelle (s. auch § 1 DPO).

(2) Die Fähigkeit zu eigenständiger Erarbeitung und Darstellung wissenschaftlicher Inhalte wird durch mindestens drei Seminare mit begrenzter Teilnehmerzahl und die Diplomarbeit nachgewiesen.

(3) Individuelle Schwerpunktsetzung ist im Hauptstudium durch die Wahl eines Wahlpflichtfaches, durch optionale Wahl eines Studienschwerpunktes und durch die Auswahl von Lehrveranstaltungen im Rahmen der Prüfungsfächer möglich. Die Wahlfreiheit und damit die Verantwortungsübernahme für eigenes Handeln ist in diesem System sehr groß.


§ 4

Studieninhalte

(1) Die Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit der Analyse und Modellierung ökonomischer Strukturen und Abläufe aus der Sicht des Betriebes. Schwerpunkte dabei sind Controlling, Finanzierung, Rechnungslegung, Marketing, Steuern und Unternehmensführung.

(2) Die Volkswirtschaftslehre behandelt einerseits Modelle von Volkswirtschaften, die Auswirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen und Regulierungen auf Konjunktur und Wettbewerb (Makroökonomik), andererseits die Modellierung des Konsumenten, der Firma und der Interaktion ökonomischer Individuen (Mikroökonomik).

(3) Voraussetzung für das Verständnis ökonomischer Theorien, die quantitative Spezifizierung von Modellen, die Modellierung dynamischer Prozesse, die Überprüfung der Übereinstimmung von Modell und Realität und für die numerische Berechnung optimaler Handlungsstrategien ist eine intensive Ausbildung in mathematischen, statistischen und ökonometrischen Methoden. Zur Ausbildung der Betriebswirte gehört außerdem die Betriebsinformatik. Zur Ausbildung der Volkswirte gehören vertiefte Kenntnisse in Statistik oder in Ökonometrie.

(4) Die Inhalte der angebotenen Lehrveranstaltungen sind im jeweiligen Kommentierten Vorlesungsverzeichnis und auf den Homepages der Lehrstühle dargestellt. Regelungen und Bedingungen für die Auswahl von Lehrveranstaltungen zu den jeweiligen Prüfungsfächern finden sich in Anhang B.


§ 5

Umfang und Gliederung des Studiums

(1) Das Studium umfasst 105 Semesterwochenstunden (SWS)und gliedert sich in das Grundstudium mit vier und das Hauptstudium mit fünf Semestern (Regelstudienzeit). Im Grundstudium werden alle Veranstaltungen gemäß § 8 Abs. 2 durch Tutorien von je 2 SWS, insgesamt also 32 SWS, begleitet.

(2) Das Grundstudium der Studiengänge Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre ist identisch. Es bietet keine Wahlmöglichkeiten und wird mit der Diplom-Vorprüfung abgeschlossen. Aufgrund einer bestandenen Diplom-Vorprüfung wird kein akademischer Grad verliehen.

(3) Das Hauptstudium schließt sich (Ausnahme: §18 Abs. 6 DPO) an das Grundstudium an, wenn dieses erfolgreich abgeschlossen ist. Es ermöglicht neben der allgemeinen Ausbildung eine Spezialisierung und Schwerpunktsetzung. Im Hauptstudium werden die einzelnen Prüfungen der Diplomprüfung jeweils studienbegleitend unter Anwendung eines Kreditpunktesystems abgelegt. Näheres zum Kreditpunktesystem ist in den §§ 5, 18, 19 DPO und Anhang B dieser Ordnung geregelt. Ein Teil der Studienleistungen des Hauptstudiums kann gemäß § 18 Abs. 6 in Verbindung mit § 20 Abs. 7 DPO auch vor Abschluss der Diplom-Vorprüfung erbracht werden.

(4) Das Hauptstudium ist mit Bestehen der Diplomprüfung abgeschlossen. Aufgrund der bestandenen Diplomprüfung verleiht die Fakultät jenen akademischen Grad, der laut Diplomprüfungsordnung dem erfolgreich abgeschlossenen Studiengang zugeordnet ist.


§ 6

Studienberatung

(1) Die allgemeine Studienberatung erfolgt durch die Zentrale Studienberatung der Universität Bielefeld (ZSB). Sie erstreckt sich auf Fragen der Studieneignung sowie insbesondere auf die Unterrichtung über die Studienmöglichkeiten, Studieninhalte, Studienaufbau und Studienanforderungen; sie umfasst bei studienbedingten persönlichen Schwierigkeiten auch eine psychologische Beratung.

(2) Die studienbegleitende Studienberatung erfolgt durch die allgemeine Studienberatung der Fakultät, durch die studentische Studienberatung sowie durch die Lehrenden in ihren Sprechzeiten.

(3) Die Fachberatung unterstützt die Studierenden insbesondere in Fragen der Studiengestaltung, der Studientechniken und der Wahl der Schwerpunkte des Studienganges.

(4) Die Fakultät orientiert sich bis zum Ende des zweiten Semesters über den bisherigen Studienverlauf, informiert die Studierenden und führt gegebenenfalls eine Studienberatung durch.


§ 7

Veranstaltungen

(1) (Lehr-)Veranstaltungen werden im Vorlesungsverzeichnis, durch Aushänge und Internet-Seiten in Verantwortung der Fachvertreter angekündigt. Veranstaltungen im Sinne dieser Studienordnung sind insbesondere Vorlesungen, Vorlesungen mit begleitenden Übungen und Seminare. Seminare können in der Form von Projekten abgehalten werden (s. Absatz 6).

(2) Vorlesungen sind wegen der großen Anzahl der Studierenden der Wirtschaftswissenschaften aufgrund knapper staatlicher Mittel die vorherrschende Veranstaltungsform. Im Grundstudium werden sie durch Tutorien gemäß § 5 Abs. 1 begleitet.

(3) Tutorien werden in der Regel unter Verantwortung der Vorlesungsveranstalterin von Studierenden höherer Fachsemester durchgeführt.

(4) Übungen dienen der Einübung und Vertiefung des Vorlesungsstoffes. Sie werden in der Regel von der Ver-anstalterin selbst oder unter Verantwortung der Ver-anstalterin von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen durchgeführt.

(5) Seminare setzen die Mitarbeit der Studierenden in Form mündlicher Vorträge und/oder schriftlicher Hausarbeiten voraus. Die Veranstalterin kann weitere oder andere Leistungen verlangen und die Teilnahme an vorbereitenden Lehrveranstaltungen empfehlen.

(6) Projekte sind spezielle Seminare, die unter aktiver Beteiligung der Studierenden ausgewählte Problemstellungen in Teamarbeit behandeln, um dabei besondere Techniken, z.B. den Umgang mit oder das Erstellen von Programmen, Modellen und empirischen Daten zu vermitteln.

(7) Andere Veranstaltungsformen sind möglich.

 

II. Grundstudium

§ 8

Aufbau des Grundstudiums

(1) Das Studienvolumen des Grundstudiums beträgt ohne die Tutorien 55 SWS und gliedert sich in die vier Prüfungsfächer

und einen propädeutischen Teil mit mindestens 7 SWS.

(2) Jedes der vier Prüfungsfächer untergliedert sich in vier Lehrveranstaltungen, die, beginnend mit dem Wintersemester, in aufeinanderfolgenden Semestern stattfinden:

(3) Propädeutische Pflichtveranstaltungen des Grundstudiums:

sowie die Veranstaltungen

(4) Die aktuellen Inhalte und evtl. Abweichungen von dem dreistündigen Umfang jeder Veranstaltung ergeben sich aus dem Kommentierten Vorlesungsverzeichnis.

(5) Das Grundstudium beginnt mit einer Orientierungsphase.


§ 9

Prüfungen im Grundstudium

(1) Die Prüfungen im Grundstudium sind gemäß § 12 Abs. 3 DPO studienbegleitend. Sie werden für jedes Fach in Form von vier Teilleistungen in den in § 8 Abs. 2 genannten Stoffgebieten erbracht. Für jede erfolgreich erbrachte Teilleistung werden gemäß § 12 Abs. 2 DPO 6 Kreditpunkte vergeben. Für jede benotete Abschlussprüfung werden gemäß § 13 Abs. 1 DPO zwei Prüfungstermine angeboten. Die gemäß § 8 Abs. 2 angegebene Reihenfolge der Teilleistungen wird empfohlen, ist aber nicht zwingend festgelegt. Insbesondere kann jede Teilleistung auch früher als in dieser Ordnung vorgesehen erbracht werden.

(2) Das Vordiplom ist erfolgreich abgeschlossen, wenn

  1. die gemäß § 14 Abs. 3 DPO geforderten 96 Kreditpunkte erworben wurden, wobei auf jedes Prüfungsfach 24 Kreditpunkte entfallen
  2. die Teilnahme an den propädeutischen Lehrveranstaltungen gemäß § 8 Abs. 2 nachgewiesen wurde.

Der Nachweis für die propädeutischen Lehrveranstaltungen erfolgt durch das Studienbuch, im Falle des betrieblichen Rechnungswesens durch eine bestandene Klausur (s. § 10 Abs. 1 DPO).

(3) Alle Teilleistungen der Diplom-Vorprüfung können bei nicht ausreichenden Prüfungsleistungen bis zu zweimal wiederholt werden; danach besteht gemäß § 13 Abs. 3 DPO die Möglichkeit einer mündlichen Ergänzungsprüfung , die gemäß § 13 Abs. 7 DPO vorgezogen werden kann. Die Ermittlung der Noten regelt § 14 DPO.

(4) Die Bewertung der unter Absatz 1 genannten Leistungen ist den Studierenden jeweils nach spätestens sechs Wochen mitzuteilen.

 

III. Hauptstudium

§ 10

Aufbau des Hauptstudiums

(1) Das Studienvolumen des Hauptstudiums ergibt sich aus § 17 DPO in Verbindung mit Anhang B dieser Ordnung.

(2) Die Prüfungsleistungen des Hauptstudiums werden in fünf Prüfungsfächern studienbegleitend erbracht. In den Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums müssen insgesamt 100 Kreditpunkte erworben werden, davon mindestens 14 in jedem der fünf Prüfungsfächer (siehe § 11 Abs. 1 und 2).

(3) Die Vergabe von Kreditpunkten regelt § 18 Abs. 4 DPO. Leistungen, die an anderen Fakultäten oder im Ausland erbracht wurden, können gemäß § 8 in Verbindung mit § 20 DPO anerkannt werden.

(4) Spezialisierung und Schwerpunktsetzung erfolgt durch die Wahl des Wahlpflichtfaches gemäß § 11 Abs. 3 sowie durch Wahl der Ausrichtung und Anzahl der Lehrveranstaltungen zu den einzelnen Prüfungsfächern. Die Nebenbedingungen für die Auswahl von Lehrveranstaltungen sind im Anhang B aufgeführt. Auf die Möglichkeit des gesonderten Ausweises von Leistungen in einem weiteren Studienschwerpunkt im Diplomzeugnis sei hingewiesen (siehe § 11 Abs. 5).


§ 11

Prüfungsfächer des Hauptstudiums

(1) Das Hauptstudium im Studiengang Betriebswirtschaftslehre gliedert sich in die Prüfungsfächer:

(2) Das Hauptstudium im Studiengang Volkswirtschaftslehre gliedert sich in die Prüfungsfächer:

(3) Als Wahlpflichtfächer werden von der Fakultät derzeit angeboten:

(4) Prüfungsleistungen für durch andere Fakultäten angebotene Wahlpflichtfächer werden nicht immer nach dem Kreditpunktesystem erbracht. Die Anrechnung erfolgt gemäß § 20 Abs. 5 bis 8 DPO.

(5) Weiterer Studienschwerpunkt: Die Studierenden haben die Möglichkeit, durch geeignete Wahl von Veranstaltungen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften maximal einen zusätzlich ausgewiesenen Studienschwerpunkt zu setzen. Kreditpunkteleistungen können auf Antrag der Kandidatin im Diplomzeugnis gesondert zusammengefasst werden, wenn sie die Bedingungen eines Weiteren Studienschwerpunktes erfüllen und sich nicht mit gewählten Prüfungsfächern überschneiden. Möglich sind alle in Absatz 3 genannten Wahlpflichtfächer und zusätzlich von der Fakultätskonferenz beschlossene und vom Prüfungsausschuss bekannt gemachte Gebiete.

(6) Der Umfang eines Weiteren Studienschwerpunktes beträgt mindestens 10 bis 14 Kreditpunkte. Umfang und Inhalte werden von einem den Schwerpunkt fachlich vertretenden Hochschullehrer festgelegt und dem Prüfungsamt schriftlich mitgeteilt.


§ 12

Prüfungen im Hauptstudium

(1) Die Diplomprüfung besteht aus den in § 11 Abs. 1 und 2 genannten studienbegleitenden Prüfungen und der Diplomarbeit.

(2) Die Fachnote in jedem der fünf Prüfungsfächer des Hauptstudiums wird gemäß § 25 DPO gebildet. Für den Weiteren Studienschwerpunkt wird keine Fachnote ausgewiesen, die Leistungen gehen jedoch in die Berechnung der Gesamtnote ein.

(3) Für jede Vorlesung des Hauptstudiums werden gemäß §18 DPO zwei Prüfungstermine pro Semester angeboten. Die Bewertung ist den Studierenden jeweils nach spätestens sechs Wochen mitzuteilen.

(4) Im Hauptstudium können gemäß § 19 DPO innerhalb der Regelstudienzeit für bestandene und nicht bestandene Prüfungen sog. Freischüsse geltend gemacht werden. Dabei kann durch Wiederholung einer bestandenen Prüfung die Note verbessert, jedoch nicht verschlechtert werden.

(5) Wird eine Kreditpunkteprüfung nicht bestanden, so erhält die Studierende Maluspunkte gemäß § 18 Abs. 5 DPO. Mit dem vierten Maluspunkt ist die Diplomprüfung das erste Mal nicht bestanden. Für die Wiederholung der Diplomprüfung wird das Maluspunktekonto auf Null gesetzt. Das Kreditpunktekonto bleibt erhalten. Näheres zur Punktevergabe und zum Studienabschluss regeln die §§ 18 ff. der DPO.

(6) Übergangsbestimmungen finden sich in § 30 DPO.

 

IV. Schlussbestimmungen

§ 13

Inkrafttreten

Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld- Amtliche Bekanntmachungen - in Kraft.

 

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses der Fakultätskonferenz der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld vom 10. Juli 2002.

Bielefeld, den 1. August 2002

Der Rektor

der Universität Bielefeld

In Vertretung

Universitätsprofessor Dr. Christoph Gusy

 

Anhänge:

V. Anhang A: Studienpläne

VI. Anhang B: Rahmenbedingungen für den Erwerb von Kreditpunkten im Hauptstudium

V. Anhang A: Studienpläne Grundstudium



Es wird empfohlen, das Studium nach dem folgenden Plan durchzuführen. Individuelle Abweichungen sind möglich.

(Wintersemester)

1. Semester

(Sommersemester)

2. Semester

(Wintersemester)

3. Semester

(Sommersemester)

4. Semester

BWL I

BWL II

BWL III

BWL IV

VWL I

VWL II

VWL III

VWL IV

Mathematik I

Mathematik II

Mathematik III

Einführung in die Informatik

Statistik I

Statistik II

Einführung in die
Ökonometrie

Einführung in die Unternehmensforschung

Einführung in das Betriebliche Rechnungswesen

Einführung in das Privatrecht

Einführung in das Öffentliche Recht

 

Bei Studienbeginn im Sommersemester wird folgender Studienplan empfohlen:

(Sommersemester)

1. Semester

(Wintersemester)

2. Semester

(Sommersemester)

3. Semester

(Wintersemester)

4. Semester

BWL II

BWL I

VWL II

BWL III

BWL IV

VWL I

VWL IV

VWL III

Mathematik II

Mathematik I

Einführung in das Privatrecht

Mathematik III

Öffentliches Recht

Statistik I

Statistik II

 

Einführung in die Informatik

Einführung in das Betriebliche Rechnungswesen

Einführung in die Unternehmensforschung

Einführung in die
Ökonometrie

Hauptstudium

Es ist eine wesentliche Idee des Studiums nach dem Kreditpunktesystem, dass die Studierenden sich im Hauptstudium ihre Lehrveranstaltungen weitgehend selbst zusammenstellen können. Daher widerspricht die Angabe eines Planes dem Grundgedanken des Systems.

Die grobe Struktur des Studienplans ergibt sich durch die vier Pflichtfächer, das Wahlpflichtfach und ggf. das Schwerpunktfach, die parallel studiert werden. Die Möglichkeiten der in den Prüfungsfächern wählbaren Kurse sind durch die Bedingungen des Anhangs B eingeschränkt. Dort wird insbesondere auch auf Veranstaltungen der einzelnen Prüfungsfächer hingewiesen, in denen notwendig Kreditpunkte erworben werden müssen. In der Regel besteht dabei die Auswahl aus mehreren Alternativen. Weiter ist darauf zu achten, dass Kreditpunkte in drei Seminaren aus drei verschiedenen Prüfungsfächern erworben werden (§ 20 Abs. 4 DPO). Hinzu kommt ein Projekt im Prüfungsfach Betriebsinformatik.

Nicht selten bauen weiterführende Veranstaltungen eines Faches auf den Pflichtveranstaltungen auf. Es empfiehlt sich daher, die Pflichtveranstaltungen zu Beginn des Hauptstudiums zu besuchen. Seminare sollten eher am Ende des Hauptstudiums besucht werden. Die Voraussetzungen für die Teilnahme an Veranstaltungen sind jeweils im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis ausgewiesen.

Bei einem Hauptstudium in vier Semestern müssen von den insgesamt 100 Kreditpunkten im Schnitt 25 Kreditpunkte je Semester erworben werden.

Die Diplomarbeit wird gegen Ende des Hauptstudiums erstellt. Bei Beginn der Diplomarbeit müssen (§ 21 DPO) mindestens 80 Kreditpunkte erbracht worden sein.


VI. Anhang B: Rahmenbedingungen für den Erwerb von Kreditpunkten im Hauptstudium

Für alle Anhänge B.2 bis B.4 gelten die Mindest-Kreditpunkte für jedes Fach gemäß § 20 Abs. 3 DPO.

B.1 Allgemeine Bedingungen

    1. Verschiedenheit der gewählten Veranstaltungen
    2. Es können nur Kreditpunkte für Lehrveranstaltungen anerkannt werden, die inhaltlich voneinander verschieden sind. Im Zweifel entscheidet darüber der Veranstalter.

    3. Zurechnung von Leistungen
    4. Eine Kreditpunkteleistung kann jeweils nur für ein Fachgebiet angerechnet werden. Sind für eine Veranstaltung mehrere Zuordnungen möglich, so kann der Studierende das Fach wählen, in dem die Anrechnung erfolgen soll. Dies teilt er bei Anmeldung zu der jeweiligen Prüfung mit. Die möglichen Prüfungsfächer, zu denen eine Anrechnung erfolgen kann, wird für alle Lehrveranstaltungen vorab bekannt gemacht. Umbuchungen sind nicht möglich.

    5. Mehrleistungen
    6. Leistungen, die über den durch die Prüfungsordnung und Studienordnung gegebenen Rahmen hinausgehen, werden im Diplomzeugnis aufgeführt, jedoch bei der Notenbildung nicht berücksichtigt. Es entscheidet die zeitliche Reihenfolge der Erbringung der Leistungen gemäß Prüfungsordnung über die Einordnung in den so vorgegebenen Rahmen.

    7. Seminare
    8. Es müssen Kreditpunkte für mindestens 3 Seminare aus 3 verschiedenen Prüfungsfächern erworben werden (§ 20 Abs. 4 DPO). Eine Begrenzung der anrechnungsfähigen Seminare ergibt sich aus § 20 Abs. 5 DPO. Betriebsinformatik-Projekte (s. 2.4) sind darin nicht eingeschlossen.

      Über die Anrechnung von Kreditpunkten aus Seminaren anderer Fakultäten entscheidet der Prüfungsausschuss.

    9. Kreditpunkte mit freier Fächerwahl
    10. Alle Kreditpunkte, die von den Studierenden frei zugeordnet werden können, müssen in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften erworben werden, soweit sie nicht zu dem gewählten Wahlpflichtfach gehören. Für das an einer anderen Fakultät studierte Wahlpflichtfach sind höchstens 20 Kreditpunkte anrechnungsfähig.

      Im Diplomstudiengang Betriebswirtschaftslehre müssen mindestens 20 der 30 Kreditpunkte, die von den Studierenden frei den Prüfungsfächern zugeordnet werden können, im Bereich der weiteren BWL (Allgemeine BWL, Angewandte BWL, Betriebsinformatik, Wahlpflichtfach aus dem Bereich BWL/Informatik) erbracht werden.

      Kreditpunkte aus Veranstaltungen von Veranstaltern der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, die nicht dem weiteren BWL-Bereich zugehören, können vom Prüfungsausschuss dem weiteren BWL-Bereich angerechnet werden, sofern sie inhaltlich geeignet sind (z.B. Veranstaltungen zur Spieltheorie, Entscheidungstheorie, Operations Research).

    11. Anzahl der Kreditpunkte der jeweiligen Veranstaltungen

Sie ist gemäß § 18 Abs. 4 DPO im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis angegeben.

 

B.2 Bedingungen für die Pflichtfächer des Diplomstudiengangs Betriebswirtschaftslehre

    1. Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Es müssen Kreditpunkte erworben werden in mindestens drei der Veranstaltungen

- Investitions- und Finanzierungstheorie

- Marketingtheorie

- Produktions- und Kostentheorie

- Organisationstheorie

- Betriebswirtschaftliche Entscheidungslehre.

    1. Angewandte Betriebswirtschaftslehre
    2. Es müssen Kreditpunkte erworben werden in mindestens drei der Veranstaltungen

      - Investitions- und Finanzierungsplanung

      - Marketingplanung

      - Produktionsplanung

      - Unternehmungsführung

      - Grundzüge der Besteuerung.

    3. Allgemeine Volkswirtschaftslehre

Es müssen Kreditpunkte erworben werden in mindestens einer Veranstaltung zum Prüfungsfach Wirtschaftspolitik

und

in einer der Veranstaltungen

    1. Betriebsinformatik

Es müssen Kreditpunkte erworben werden in der Veranstaltung

Mindestens eine Wahlveranstaltung muss dem Fachgebiet des gewählten BI-Projektes zugeordnet sein. Sie soll vor der Teilnahme am Projekt absolviert sein. Wählbar sind grundsätzlich nur Veranstaltungen von Lehrbereichen, die mindestens ein BI-Projekt pro Jahr anbieten. Über die wählbaren Veranstaltungen entscheidet im Zweifel der Prüfungsausschuss.

 

B.3 Bedingungen für die Pflichtfächer des Diplomstudiengangs Volkswirtschaftslehre

    1. Volkswirtschafts-Politik
    2. Es müssen in mindestens zwei Veranstaltungen aus dem Bereich VWL-Politik Kreditpunkte erworben werden.

    3. Volkswirtschafts-Theorie

Es müssen Kreditpunkte zur

als auch zur

erworben werden.

    1. Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Für mindestens drei der fünf nachstehend aufgeführten Paare von Veranstaltungen müssen in mindestens einer der beiden Veranstaltungen Kreditpunkte erworben werden:

    1. Statistik
    2. Keine verpflichtenden Veranstaltungen. Die Auswahl erfolgt im Rahmen des für das Fach angebotenen Lehrprogramms auf der Basis einer individuellen Beratung durch eine Dozentin.

    3. Ökonometrie

Keine verpflichtenden Veranstaltungen. Die Auswahl erfolgt im Rahmen des für das Fach angebotenen Lehrprogramms auf der Basis einer individuellen Beratung durch eine Dozentin.

 

B.4 Bedingungen für die von der Fakultät angebotenen Wahlpflichtfächer

    1. Angewandte Betriebswirtschaftslehre (nur für den Studiengang VWL)
    2. Wird das Fach Angewandte Betriebswirtschaftslehre gewählt, so unterliegt das Fach Allgemeine Betriebswirtschaftslehre den Bedingungen von (2.1), das Wahlpflichtfach Angewandte Betriebswirtschaftslehre den Bedingungen von (2.2).

    3. Betriebliche Steuerlehre
    4. Es müssen Kreditpunkte in der Veranstaltung "Steuerwirkungslehre" erworben werden.

    5. Betriebsinformatik (nur für Studiengang VWL)
    6. Es gelten die Bedingungen aus (2.4).

    7. Controlling
    8. Es müssen Kreditpunkte in den Veranstaltungen "Controlling I" und "Controlling II" erworben werden.

    9. Empirische Wirtschaftsforschung
    10. Es müssen Kreditpunkte in einem Seminar (Projekt zur Empirischen Wirtschaftsforschung) erworben werden. Ansonsten erfolgt die Auswahl der übrigen Veranstaltungen im Rahmen des für das Fach angebotenen Lehrprogramms.

    11. Externes Rechnungswesen
    12. Es müssen Kreditpunkte in der Veranstaltung "Theorie der externen Rechnungslegung" erworben werden.

    13. Finanzwirtschaft
    14. Es müssen Kreditpunkte in einer der Veranstaltungen "Finanzwirtschaft I" oder "Finanzwirtschaft II" erworben werden.

    15. Informatik
    16. Es müssen Kreditpunkte in der Veranstaltung "Algorithmen und Datenstrukturen" und in einem Projekt erworben werden. Die Auswahl des Projektes und weiterer Lehrveranstaltungen erfolgt im Rahmen des für das Fach angebotenen Lehrprogramms.

    17. Marketing
    18. Es müssen Kreditpunkte in den Veranstaltungen "Marketingforschung I (Messung)" oder "Marketingforschung II (Analyse)" erworben werden.

    19. Mathematische Wirtschaftsforschung
    20. Es wird empfohlen, Veranstaltungen auszuwählen, die sich in sinnvoller Weise ergänzen.

    21. Ökonometrie
      soweit nicht bereits als Prüfungsfach gemäß § 17 Abs. 4 Nr. 4 DPO gewählt, gelten die Bedingungen aus (3.4).
    22. Statistik
      soweit nicht bereits als Prüfungsfach gemäß § 17 Abs. 4 Nr. 4 DPO gewählt . gelten die Bedingungen aus (3.5).
    23. Organisation, Personal- und Unternehmungsführung
    24. Es müssen Kreditpunkte in drei der vier Veranstaltungen "Unternehmungsführung I (International Management)", "Unternehmungsführung II (Organisationsfunktion)", "Unternehmungsführung III (Personalfunktion)", "Seminar zur Unternehmungsführung" erworben werden.

    25. Spezielle Wirtschaftspolitik
    26. In den Prüfungsfächern "Spezielle Wirtschaftspolitik" und "Volkswirtschaftspolitik" bzw. im Politikteil des Faches "Allgemeine VWL" sollen unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden.

    27. Unternehmensforschung (Operations Research)
    28. Es müssen Kreditpunkte in den Veranstaltungen "Optimierungsmethoden" (soweit nicht im Fach Betriebsinformatik gewählt) und "Stochastische Modelle" erworben werden. Zur Wahl stehen außerdem die Veranstaltungen "Lagerhaltungstheorie", "Netzplantechnik", "Dynamische Optimierung", "Betriebswirtschaftliche Entscheidungslehre", "Stochastische Prozesse" und "Anwendungen der Unternehmensforschung auf die Produktionsplanung" . Weitere Veranstaltungen sind nach Ankündigung der Dozentin für das Wahlpflichtfach kreditpunktefähig.

    29. Wirtschaftstheorie

Es wird empfohlen, Veranstaltungen auszuwählen, die sich in sinnvoller Weise ergänzen.

 

 

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Studienordnung für den Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld vom 1. August 2002


Aufgrund des § 2 Abs. 4 und des § 86 Abs. 1 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 14. März 2000 (GV. NRW. S. 190), geändert durch Gesetz vom 27. November 2001 (GV. NRW. S. 812) hat die Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld die folgende Studienordnung erlassen:

 

Inhaltsübersicht

I. Allgemeines

§ 1 Geltungsbereich

§ 2 Qualifikation

§ 3 Studienbeginn

§ 4 Regelstudienzeit und Umfang des Studiums

§ 5 Studienziele

II. Aufbau und Inhalte des Studiums

§ 6 Struktur des Studiums

§ 7 Vermittlungsformen und Veranstaltungsarten

§ 8 Umfang, Ziel, Gegenstand und Durchführung des Praktikums

§ 9 Studienbegleitende Prüfungsleistungen zu Lehrveranstaltungen, Modulabschlussprüfungen, Bachelor-abschlussprüfung

§ 10 Leistungspunkte

§ 11 Studienberatung

III. Schlussbestimmungen

§ 12 Inkrafttreten

 

I. Allgemeines

§ 1

Geltungsbereich

Diese Studienordnung regelt auf der Grundlage der Prüfungsordnung für den Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft vom 1. Juli 2002 (Verkündungsblatt der Universität Bielefeld – Amtliche Bekanntmachungen - Jg. 31 Nr. 13 S. 170) Ziele, Inhalte, Aufbau und Verlauf des Studiums im Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft an der Fakultät für Soziologie.

§ 2

Qualifikation

(1) Die Qualifikation für das Studium wird durch ein Zeugnis der Hochschulreife (allgemeine Hochschulreife oder einschlägige fachgebundene Hochschulreife) oder einer als gleichwertig anerkannten Vorbildung nachgewiesen.

(2) Obligatorisch für ein erfolgreiches Studium sind weiterhin gute Fremdsprachenkenntnisse (insbesondere Englisch). Soweit Defizite in der Vorbildung gegeben sind, haben sich die Studierenden die notwendigen Kenntnisse während des Studiums anzueignen.

§ 3

Studienbeginn

Das Studium sollte im Wintersemester aufgenommen werden. Hierauf ist das Lehrangebot ausgerichtet.


§ 4

Regelstudienzeit und Umfang des Studiums

(1) Die Regelstudienzeit bis zum vollständigen Abschluss des Studiums beträgt einschließlich des Praktikums drei Studienjahre. Ein Studienjahr besteht aus zwei Semestern.

(2) Das Studium umfasst insgesamt 91 Semesterwochenstunden bzw. 180 Leistungspunkte (LP) oder Credit Points (CP). Davon entfallen auf studienbegleitende Prüfungen 150 Leistungspunkte und auf die das Studium abschließende Bachelorprüfung 30 Leistungspunkte.

(3) Die Leistungspunkte werden jeweils nach dem erfolgreichen Abschluss eines Moduls vergeben.

(4) Während des Studiums ist ein achtwöchiges Praktikum mit vorbereitender Veranstaltung und Abschlussbericht gemäß der Praktikumsordnung der Fakultät für Soziologie für den Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft in der jeweils gültigen Fassung zu absolvieren.


§ 5

Studienziele

(1) Die Ausbildung im Rahmen des Bachelor-Studienganges Politikwissenschaft zeichnet sich durch eine berufsqualifizierende Orientierung aus; neben einer Einführung in Kernbereiche der Politikwissenschaft wird durch das obligatorische Praktikum eine Verbindung zwischen wissenschaftlicher Ausbildung und beruflichen Tätigkeitsfeldern ermöglicht. Zusätzlich werden vertiefende Kenntnisse in fachspezifischen und interdisziplinären Modulen vermittelt.

(2) Das Studium soll die Studierenden zu selbständigem, methodisch-reflektiertem politikwissenschaftlichem Denken bei der wissenschaftlichen Analyse gesellschaftlicher Phänomene und zu praktischer Arbeit befähigen. Das Studium soll den Studierenden Fachkenntnisse und Qualifikationen vermitteln, die sowohl für eine spätere Berufspraxis als auch für weiterführende Studien relevant sind. Der Studiengang reagiert auf die in der heutigen Berufslandschaft für Absolventinnen und Absolventen gerade auch aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich geforderten Kompetenzanforderungen.

(3) Das politikwissenschaftliche Studium zielt deshalb in einer theoretisch und methodisch fundierten Ausbildung auf die Aneignung politikwissenschaftlichen und praxisbezogenen Wissens, auf Flexibilität im Umgang mit unterschiedlichen Theorien und Methoden sowie auf wissenschaftlich-interdisziplinäres Arbeiten mit einer internationalen Ausrichtung. Das politikwissenschaftliche Studium in Bielefeld nutzt insbesondere die Potentiale, die sich aus der Einbindung der Disziplin in die Fakultät für Soziologie ergeben. Es geht im Studium insbesondere um den Erwerb und die Entwicklung folgender Fähigkeiten:

 

II. Aufbau und Inhalte des Studiums

§ 6

Struktur des Studiums

(1) Zur Ausübung einer Tätigkeit als Politikwissenschaftlerin oder als Politikwissenschaftler gehören in der heutigen Berufslandschaft grundlegende politikwissenschaftliche Fachkenntnisse, Kenntnisse relevanter Anwendungsbereiche der Politikwissenschaft sowie Kenntnisse der benachbarten Disziplinen. Das Bachelor-Studium ist dem gemäß gegliedert in einen Kernbereich Politikwissenschaft, in ei-nen fachspezifischen Bereich, in einen interdisziplinären Bereich und in einen Wahlpflichtbereich. Das obligatorische Praktikum dient der exemplarischen Vorbereitung auf eine spätere Tätigkeit.

(2) Die Vermittlung der Lehrinhalte findet in Modulen statt. In den Modulen sind thematisch, methodisch und systematisch zusammenhängende Lehrinhalte gebündelt. Es wird unterschieden zwischen Modulen in ihrer Grundform, deren Besuch für alle Studierende obligatorisch ist, sowie Modulen in einer erweiterten Form (jeweils zusätzlich 4 SWS), die von den Studierenden zur eigenen Schwerpunktsetzung auszuwählen sind.

(3) Zum Kernbereich gehören das Orientierungs-, das Grundlagen- und das Methodenmodul. Das Orientierungsmodul stellt für die Studienanfängerinnen und Studienanfänger die fachlich zentrale Lehreinheit dar. Im Grundlagenmodul wird den Studierenden ein vertiefter Einblick in die politikwissenschaftlichen Teildisziplinen ver-mittelt sowie die Bearbeitung spezieller Fragestellungen in der Perspektive der jeweiligen Teildisziplinen eingeübt.

(4) Im fachspezifischen und im interdisziplinären Bereich werden Kenntnisse in zentralen Gebieten der Politikwissenschaft insbesondere in ihrer Verknüpfung mit sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplinen vertieft. Im fachspezifischen Bereich sind aus den Modulen "Globalisierung und Global Governance", "Public Policy" und "Politische Kommunikation und Organisation/Risikokommunikation" zwei zu wählen, die zusätzlich zum Studium der Module in ihrer Grundform (jeweils 6 SWS) als Module in ihrer erweiterten Form (jeweils zusätzlich 4 SWS) zu studieren sind. Im interdisziplinären Bereich sind aus den Modulen "Die Geschichte des Politischen", "Politik und Gesellschaft", "Politik und Recht", "Politische Anthropologie" ebenfalls zwei auszuwählen, die zusätzlich zum Studium der Module in ihrer Grundform (jeweils 6 SWS; im Modul "Politik und Recht" 7 SWS) als Module in ihrer erweiterten Form (jeweils zusätzlich 4 SWS) zu studieren sind.

(5) Im Wahlpflichtbereich können Module bzw. Lehrveranstaltungen aus dem Angebot anderer Fakultäten gewählt werden. Weiterhin können hier auch praxisbezogene Aktivitäten (das Praktikum selbst fällt nicht in den Wahlpflichtbereich), fachrelevante Summer Schools oder Sprachkurse besucht werden.

(6) Das obligatorische Praktikum soll den beruflichen Einstieg erleichtern. Es soll ermöglichen, die im Studium erworbenen Fachkenntnisse und Qualifikationen in unterschiedlichen Berufsfeldern praktisch zu erproben und weiterzuentwickeln.

(7) Damit Lehrveranstaltungen von den Studierenden vor- und nachbereitet werden können, stellen die Veranstalterinnen oder Veranstalter entsprechende Materialien wie Literaturlisten etc. zur Verfügung.

(8) Das Selbststudium ist in allen Phasen des Studiums integraler Bestandteil der akademischen Ausbildung. Dies schließt die regelmäßige Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen ein.

§ 7

Vermittlungsformen und Veranstaltungsarten

(1) Lehrveranstaltungen werden in verschiedenen Formen durchgeführt, die im einzelnen im folgenden beschrieben sind.

- Vorlesungen

Vorlesungen dienen der Vermittlung von fachsystematischen Grundlagen bzw. Vertiefungswissen sowie von methodischen Kenntnissen.

- Seminare

Seminare bieten die Möglichkeit einer aktiven, selbständigen Beschäftigung mit spezifischen wissenschaftlichen Problemen.

- Übungen

Übungen dienen der Vermittlung, Vertiefung und Intensivierung von Fach- und Methodenkenntnissen. Die Lehrinhalte werden in der Regel anhand von Texten, Übungsaufgaben oder Fallbeispielen vermittelt bzw. vertieft. Referate und Diskussionen bilden eine wichtige Komponente der Übungen.

- Tutorien

Tutorien dienen der Vor- und Nachbereitung von Vorlesungen und Übungen und bieten die Chance, die Lehrinhalte intensiv einzuüben.

(2) Die Veranstaltungen gliedern sich in Pflichtveranstaltungen und Wahlpflichtveranstaltungen. Diese Begriffe sind wie folgt definiert:

- Pflichtveranstaltungen sind für die Studierenden obligatorisch

- Wahlpflichtveranstaltungen sind Veranstaltungen, die aus einem vorgegebenen Rahmen und in einem vorgegebenen Mindestumfang zu wählen sind.

 

§ 8

Umfang, Ziel, Gegenstand und

Durchführung des Praktikums

Im Rahmen des Studienganges ist ein mindestens achtwöchiges Praktikum obligatorisch. Das Praktikum ermöglicht es den Studierenden, das politikwissenschaftliche Studium durch berufspraktische Erfahrungen zu ergänzen. Das Praktikum wird in der Regel nach dem dritten Semester absolviert. Bei der Vermittlung von entsprechenden Stellen sind das Praktikumsbüro, die oder der Praktikumsbeauftragte sowie die Lehrenden behilflich. Näheres regelt die Praktikumsordnung.


§ 9

Studienbegleitende Prüfungsleistungen zu Lehrveranstaltungen, Modulabschlussprüfungen,

Bachelorabschlussprüfung

(1) Studienbegleitende Prüfungsleistungen zu Lehrveranstaltungen erfolgen in den den einzelnen Modulen zugeordneten Veranstaltungen in Form von Referaten, Hausarbeiten oder Klausuren. Der Gegenstand der Prüfungen ergibt sich aus dem Inhalt der jeweiligen Lehrveranstaltung. Näheres zu den Prüfungsformen regelt §12 der Prüfungsordnung für den Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft. In den einzelnen Modulen müssen folgende Prüfungsleistungen erbracht werden:

a) Kernbereich:

1. Orientierungsmodul:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung

2. Grundlagenmodul:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung

3. Methodenmodul

1 Klausur als Modulabschlussprüfung

b) Fachspezifischer Bereich:

1. Modul "Globalisierung und Global Governance"

1 Referat und 1 Hausarbeit

in der erweiterten Form zusätzlich:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung

2. Modul "Public Policy"

1 Referat und 1 Hausarbeit

in der erweiterten Form zusätzlich:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung

3. Modul "Politische Kommunikation und Organisation/Risikokommunikation"

1 Referat und 1 Hausarbeit

in der erweiterten Form zusätzlich:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung

c) Interdisziplinärer Bereich:

1. Modul "Die Geschichte des Politischen"

1 Klausur oder 1 mündliche Prüfung

in der erweiterten Form zusätzlich:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung

2. Modul "Politik und Gesellschaft"

1 Hausarbeit

in der erweiterten Form zusätzlich:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung

3. Modul "Politik und Recht"

2 Klausuren

in der erweiterten Form zusätzlich:

2 Klausuren

4. Modul "Politische Anthropologie"

1 Referat und 1 Hausarbeit

in der erweiterten Form zusätzlich:

1 Referat und 1 Hausarbeit

1 mündliche Prüfung als Modulabschlussprüfung.

Die Lehrveranstaltungen, in denen studienbegleitende Prüfungsleistungen erbracht werden, sowie die Zuordnung einzelner Lehrveranstaltungen zu den jeweiligen Modulen werden in jedem Semester im kommentierten Veranstaltungsverzeichnis bekannt gegeben.

(2) Modulabschlussprüfungen erfolgen in mündlicher Form, mit Ausnahme der Abschlussprüfung im Methodenmodul, die in Form einer Klausur stattfindet. Die Zulassung zu dieser Prüfung kann erst erfolgen, wenn alle studienbegleitenden Prüfungen zu Lehrveranstaltungen eines bestimmten Moduls bestanden sind. Der Gegenstand der Prüfungen bezieht sich auf Inhalte der dem Modul zugeordneten Lehrveranstaltungen.

(3) Die Bachelor-Abschlussprüfung setzt sich aus der BA-Thesis – der schriftlichen Abschlussarbeit – und einer mündlichen Prüfung zusammen. Das Thema der BA-Thesis ist aus dem Kern- oder dem fachspezifischen Bereich zu wählen. Die mündliche Prüfung setzt sich aus einer Disputation über die Abschlussarbeit und aus der Vorlage und Vertretung eines Portfolios über das gesamte Studium zusammen.


§ 10

Leistungspunkte

(1) Leistungspunkte (LP) bzw. Credit Points (CP) werden aufgrund von Prüfungsleistungen vergeben. Die Gesamtzahl der für ein Modul vergebenen Leistungspunkte variiert danach, ob das Modul in der Grundform oder als Modul in der erweiterten Form studiert wurde.

(2) Leistungspunkte werden nach dem erfolgreichen Abschluss eines Moduls vergeben.

(3) Leistungspunkte für einzelne Lehrveranstaltungen werden nur auf Antrag und nur zu Transfer-, nicht zu Akkumulationszwecken innerhalb des Studiengangs vergeben.

(4) Leistungspunkte im Rahmen des Wahlpflichtbereichs können aufgrund der Teilnahme an spezifischen Veranstaltungen vergeben werden. Die Anrechenbarkeit stellt der Prüfungsausschuss gemäß § 11 Buchstabe d) der Prüfungsordnung fest.

(5) Für den erfolgreichen Abschluss des Studiums sind insgesamt 180 Leistungspunkte zu erwerben:

Kernbereich: 20 SWS 34,5 LP

Orientierungsmodul 6 SWS 10,5 LP

Grundlagenmodul 6 SWS 10,5 LP

Methodenmodul 8 SWS 13,5 LP

Fachspezifischer Bereich: 26 SWS 43,5 LP

Modul "Globalisierung und Global Governance" 6 SWS 10,5 LP

Modul "Public Policy" 6 SWS 10,5 LP

Modul "Politische Kommuni kation und Organisation/Risikokommunikation" 6SWS 10,5 LP

Erweitert (2x je 4 SWS und je 6 LP) 8 SWS 12,0 LP

Interdisziplinärer Bereich: 33 SWS 54 LP

Modul "Die Geschichte des Politischen" 6 SWS 10,5 LP

Modul "Politik und Gesellschaft" 6 SWS 10,5 LP

Modul "Politik und Recht" 7 SWS 10,5 LP

Modul "Politische Anthropologie" 6 SWS 10,5 LP

Erweitert (2x je 4 SWS und je 6 LP) 8 SWS 12,0 LP

Wahlpflichtbereich 12 SWS 18 LP

Abschlussprüfungsmodul 30 LP

Insgesamt 91 SWS 180 LP

§ 11

Studienberatung

(1) Eine Beratung in Fällen persönlicher Schwierigkeiten und Anregungen für Arbeits- und Studientechniken bietet die Zentrale Studienberatung der Universität Bielefeld an.

(2) Zudem wird eine allgemeine Studienberatung durch die Fakultät für Soziologie angeboten, auf die in geeigneter Weise hingewiesen wird. Die Studienberatung sollte insbesondere zu Beginn des Studiums, beim Wechsel des Studienganges oder der Hochschule und bei nicht bestandenen Prüfungen in Anspruch genommen werden.

(3) Neben der allgemeinen Studienberatung der Fakultät gibt es die Beratung in den Modulen, die Aufgabe der Lehrenden ist. Sie bieten hierfür regelmäßige Sprechstunden an.

(4) Die Fakultät orientiert sich spätestens bis zum Ende des zweiten Semesters über den bisherigen Studienverlauf, informiert die Studierenden und führt gegebenenfalls eine Studienberatung durch.

 

III. Schlussbestimmungen

§ 12

Inkrafttreten

Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen - in Kraft.

 

 

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses der Fakultätskonferenz der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld vom 5. Juni 2002.

Bielefeld, den 1. August 2002

Der Rektor

der Universität Bielefeld

In Vertretung

Universitätsprofessor Dr. Christoph Gusy

 

 

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Ordnung für das Studium der italienischen, russischen, spanischen und türkischen Rechtssprache der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld vom 1. August 2002

- Az.: 2181.7.2 -


Aufgrund des § 2 Abs. 4 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz – HG) vom 14. März 2000 (GV.NRW. S. 190), geändert durch Gesetz vom 27. November 2001 (GV.NRW. S. 812), hat die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld die folgende Ordnung erlassen:


Inhaltsübersicht:

§ 1 Bezeichnung und Zweck der Zusatzqualifikation

§ 2 Umfang und Dauer des Fachkurses

§ 3 Teilnahme- und Leistungsnachweise

§ 4 In-Kraft-Treten und Übergangsregelung


§ 1

Bezeichnung und Zweck der Zusatzqualifikation

(1) Die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld veranstaltet einen Fachkurs der italienischen, russischen, spanischen und türkischen Rechtssprache. Dessen Zweck ist die Erlernung der Rechtsterminologie in der Fremdsprache und der Erwerb von Grundkenntnissen der jeweiligen Rechtsordnungen.

Das Studium richtet sich an

  1. Studierende der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld,
  2. Studierende anderer Fakultäten, die im Nebenfach Rechtswissenschaft studieren oder
  3. Kandidatinnen und Kandidaten, welche die erste juristische Staatsprüfung bestanden haben.


§ 2

Umfang und Dauer des Fachkurses

Der Fachkurs erstreckt sich über vier Semester zu je zwei Semesterwochenstunden für die angebotene Rechtssprache. Der Fachkurs beginnt jeweils zum Wintersemester.


§ 3

Teilnahme- und Leistungsnachweise

(1) Bei regelmäßiger Kursteilnahme wird semesterweise ein Teilnahmenachweis ausgestellt.

2 Nach Abschluss des Sommersemesters erteilt die Fakultät den Studierenden einen Leistungsnachweis, die einen Test bestanden haben, der nach der Wahl der Lehrperson entweder in einer fachsprachlichen Textaufgabe im Umfang von einer Stunde oder einer Aufgabe zur Prüfung des Hörverständnisses dient.

(3) Die Aufgabe wird von der Lehrperson gestellt. Für die Bewertung der Leistungsnachweise sind folgende Noten zu verwenden:

16 - 18 Punkte = "sehr gut"

13 - 15 Punkte = "gut"

10 - 12 Punkte = "vollbefriedigend"

7 - 9 Punkte = "befriedigend"

4 - 6 Punkte = "ausreichend"

0 - 3 Punkte = "nicht ausreichend".

(4) Auf Vorlage der Teilnahmenachweise für vier Semester stellt die Fakultät eine Teilnahmebescheinigung aus.

(5) Auf Vorlage der zwei Leistungsnachweise erteilt die Fakultät ein Leistungszertifikat. Es enthält die Noten der Leistungsnachweise und den entsprechenden ECTS-Grad. Die Umrechnung richtet sich nach den ECTS-Vorgaben.

§ 4

In-Kraft-Treten und Übergangsregelung

Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld– Amtliche Bekanntmachungen – in Kraft. Gleichzeitig treten die Ordnung zur Feststellung der erfolgreichen Teilnahme am Studium der Russischen Rechtssprache an der Fakultät für Rechtswissenschaft vom 17. Februar 2000 (Mitteilungsblatt der Universität Bielefeld – Amtliche Bekanntmachungen – Jahrgang 29 Nr. 8 S. 29), die Ordnung zur Feststellung der erfolgreichen Teilnahme am Studium der Spanischen Rechtssprache an der Fakultät für Rechtswissenschaft vom 21. Juni 1993 (Mitteilungsblatt der Universität Bielefeld – Amtliche Bekanntmachungen – Jahrgang 22 Nr. 28 S. 165) und die Ordnung zur Feststellung der erfolgreichen Teilnahme am Studium der Italienischen Rechtssprache an der Fakultät für Rechtswissenschaft vom 29. Mai 1991 (Mitteilungsblatt der Universität Bielefeld – Amtliche Bekanntmachungen – Jahrgang 20 Nr. 24 S. 152) außer Kraft. Unbeschadet der Regelung in Satz 2 sind sie weiter anzuwenden für alle Studierenden, die das Zusatzstudium vor In-Kraft-Treten dieser Ordnung aufgenommen haben.

Ausgefertigt aufgrund der Beschlüsse der Fakultätskonferenz der Fakultät für Rechtswissenschaft vom 30. Januar 2002 und 19. Juni 2002.

Bielefeld, den 1. August 2002

 

Der Rektor

der Universität Bielefeld

in Vertretung

Universitätsprofessor Dr. Christoph Gusy

 

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