Grundsätze der Gesprächsführung


Das Mitarbeitergespräch lebt von der Gegenseitigkeit. Die Verantwortung für die Gesprächsführung liegt vorrangig bei der Vorgesetzten/dem Vorgesetzten, jedoch auch bei der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter.
Die Verantwortung für das Gesprächsergebnis liegt bei beiden Gesprächsbeteiligten.

Das Mitarbeitergespräch ist ein sehr persönlicher Dialog. Er fordert von beiden Beteiligten ein hohes Maß an Offenheit, Ehrlichkeit und Bereitschaft, sich auf die Sichtweise der bzw. des anderen einzulassen.

Berücksichtigen Sie, dass das notwendige Vertrauen für ein solches Gespräch sich nicht von heute auf morgen erzwingen lässt. Vertrauen kann jedoch wachsen, wenn beide Beteiligten auch in diesem Gespräch die wichtigsten Grundsätze der Gesprächsführung berücksichtigen:

  • Führen Sie das Gespräch nicht unter Zeitdruck.

  • Denken Sie daran, daß die ersten drei Minuten für den Erfolg des Gespräches entscheidend sind.

  • Hören Sie Ihrem Gesprächspartner zu, um seine Sichtweise zu verstehen!

  • Bringen Sie sich aktiv in das Gespräch ein! Äußern Sie Ihre Vorstellungen und Ideen!

  • Benutzen Sie offene Fragen. Offene Fragen beginnen mit einem Fragewort und lassen sich nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten und schaffen Freiräume für die Antwort, wodurch diese Fragen als sehr partnerschaftlich empfunden werden

  • Bei Bewertungen sollten Sie immer mit positiven Aspekten beginnen

  • Formulieren Sie Ihre Sichtweise in der Ich-Form und beziehen Sie Ihre Gefühle und Empfindungen mit ein. Vermeiden Sie die Man-Form bei der direkten Anrede

  • Formulieren Sie Kritik nicht als Vorwurf, sondern als Frage oder als Ihre persönliche Sichtweise. Kritisieren Sie ggf. die Leistung und keinesfalls die Person. Vermeiden Sie persönliche Vorwürfe und Angriffe!

  • Halten Sie Ihre Sichtweisen nicht für die objektive und einzige richtige Art, Ereignisse, Sachverhalte oder Menschen zu sehen. Geben Sie Ihrem Gegenüber Gelegenheit seine Position darzustellen.

  • Kern des Gespräches ist es, die Leistungen und das Arbeitsverhalten Ihres Gegenübers anzuerkennen und zukünftige Anforderungen gemeinsam zu klären.

  • Vergangenes ist nicht mehr zu ändern, wohl aber die Wiederholung von Fehlern in der Zukunft.


Wenn die Situation emotional zu geladen ist, sollten Sie das Gespräch vertagen. Das erneute Gespräch sollte jedoch sofort für einen späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

In außergewöhnlichen Konfliktsituationen kann eine dritte - unbeteiligte - Person ( z.B. ein Mitglied des Personalrates oder die Gleichstellungsbeauftragte und bei schwerbehinderten Personen die Schwerbehindertenvertretung) hinzugezogen werden, wenn ein erster Gesprächsversuch erfolglos geblieben ist. Beide Beteiligten müssen jedoch mit der Hinzuziehung der weiteren Person einverstanden sein und diese auch gemeinsam auswählen. Die dritte Person ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.

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Dezernat III, Stand: 14. Juni 2006