

Hinter diesem Titel verbirgt sich der erfolgreiche Bielefelder Ansatz, innovative Spitzenforschung durch multiperspektivische Zugänge und problemorientiertes Überschreiten von Grenzen zwischen Disziplinen, zwischen Wissenschaftskulturen, zwischen Forschung und Lehre sowie zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gezielt zu stärken, dabei Potenziale durch eine Kultur der Offenheit zu erkennen und frühzeitig zu fördern.
weiterlesenLeitvorstellung der Universität Bielefeld im Bereich der Lehre ist die Idee eines dezidiert wissenschaftlich-akademisch geprägten Studiums, das die Studierenden ins Zentrum rückt, sie zu eigenständigem, "forschenden Lernen" und wissenschaftlicher Neugier anregt und sie neben dem erforderlichen Fachwissen mit den grundlegenden reflexiven, analytischen und fachübergreifend relevanten Kompetenzen ausstattet.
Die Universität Bielefeld setzt dabei auf die Innovationsbereitschaft und das besondere Engagement ihrer Lehrenden sowie auf die Initiative und Leistungsbereitschaft ihrer Studierenden. Hier setzt auch das Konzept "Wege zu einer neuen Lehr- und Studienkultur" an, mit dem sich die Universität Bielefeld im bundesweiten Exzellenzwettbewerb Lehre 2009 durchsetzen konnte. Für die inhaltlich-konzeptionelle Weiterentwicklung unseres Studienangebots, die Qualifizierung unserer Lehrenden sowie die Stärkung der Lernkompetenz unserer Studierenden bildet das Konzept eine wichtige Grundlage.
Die Universität Bielefeld gehörte zu den ersten Hochschulen in Deutschland, die ihr komplettes Studienangebot (mit Ausnahme der Rechtswissenschaften) auf die konsekutive Studienstruktur umgestellt haben.
Leitvorstellung und besonderes Profilmerkmal war dabei eine einheitliche und transparente Studienstruktur, die den konsistenten Rahmen für zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten, polyvalente Studiengänge und eine hohe Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Studienprogrammen bilden sollte.
Mit diesem Modell, das die Universität Bielefeld im Kontext der Umsetzung des neuen Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) weiterentwickelt hat, nutzt sie die Vorteile der modularisierten, konsekutiven Studienstruktur, die - einen flexiblen einheitlichen Rahmen vorausgesetzt - eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten für unterschiedliche Studiengangsprofile und Studiengangstypen bietet. Die Universität Bielefeld zeichnet sich damit in der Lehre, wie in der Forschung, durch ein spezifisches, fächerübergreifend hoch vernetztes Profil aus, das den Studierenden zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten und die Chance zu individueller Profilierung bietet.
Nach Auffassung der Universität Bielefeld ist exzellente Lehre ohne exzellente Studienbedingungen nicht zu realisieren. Die Universität misst der Organisation von Studium und Lehre deshalb eine zentrale Rolle zu und betreibt eine Reihe von organisatorischen Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Studierbarkeit. Hierzu zählt insbesondere das seit 2002 im Internet verfügbare elektronische Kommentierte Vorlesungsverzeichnis (eKVV), das Studierenden, Lehrenden und Verwaltung eine einheitliche Sicht auf das gesamte Veranstaltungsangebot der Universität bietet und eine Vielzahl von Prozessen bei der Lehrangebotsplanung, Veranstaltungs- und Prüfungsorganisation unterstützt. Der kontinuierlichen Verbesserung der Organisation von Studium und Lehre kommt in der weiteren Entwicklungsplanung der Universität eine wesentliche Bedeutung zu.
Das Rektorat hat daher 2010 die HIS Hochschul-Informations-System GmbH beauftragt, eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Organisationsstrukturen und Geschäftsprozesse im Bereich der Organisation von Studium und Lehre in den Fakultäten sowie in den beteiligen zentralen Bereichen der Universität Bielefeld durchzuführen. Ausgehend von dieser Ist-Analyse werden Vorschläge unterbreitet, wie sich die Universität im Aufgabenfeld der Studien- und Prüfungsorganisation so aufstellen kann, dass sie im Interesse von Studierenden und Lehrenden dauerhaft hervorragende Bedingungen für Studium und Lehre bietet.
Die Universität Bielefeld verfolgt das Ziel, ihren Studierenden eine erstklassige Ausbildung zu vermitteln und sie bestmöglich auf die von ihnen jeweils angestrebten Tätigkeitsfelder vorzubereiten. Dabei geht sie von einem breiten Bildungsverständnis aus, das die Ausbildung für die wissenschaftliche Karriere ebenso umfasst wie die Ausbildung für (akademisch basierte) Berufsfelder und Aspekte der Persönlichkeitsbildung. Studierende lernen erwiesenermaßen dann am besten, wenn sie sich die zu erlernenden Inhalte aktiv erschließen. Kern unserer Qualitätsstrategie in der Lehre ist deshalb die Entwicklung einer studierendenzentrierten Lehr- und Studienkultur.
Die Universität Bielefeld setzt dabei auf einen Mehrebenenansatz, der sowohl die Qualität der einzelnen Lehrveranstaltung als auch die von Studienprogrammen, die Qualifizierung der Lehrenden für gute Lehre sowie die Stärkung der Selbstlernkompetenz der Studierenden im Blick hat. Im Zentrum steht die inspirierende und aktivierende Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden. Als wichtiges Ziel hat die Universität u.a. formuliert, dass Lehrveranstaltungen auch unter den Bedingungen stärker strukturierter Studiengänge so gestaltet werden sollen, dass die Studierenden gefordert sind und darin gefördert werden, selbst denkend, lesend, experimentierend, planend, recherchierend und - sowohl mit den Lehrenden als auch mit den Peers - kommunizierend aktiv zu werden.
Studiengänge an der Universität Bielefeld sollen sich dadurch auszeichnen, dass ihre Ausbildungsziele klar formuliert, die Module und Lehrveranstaltungen konsequent auf diese Ziele ausgerichtet und untereinander abgestimmt sind. In den Studiengängen der Universität Bielefeld sollen verschiedene Veranstaltungstypen, Präsenz- und Selbststudiumselemente sowie Lehr- und Prüfungsformen im Hinblick auf die angestrebten Qualifikationsziele gezielt und systematisch miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt sein.
Die Universität Bielefeld ist in einem fokussierten Spektrum disziplinenübergreifender Felder der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Natur- und Technikwissenschaften eine der forschungsstärksten Universitäten in Deutschland. In der Exzellenzinitiative setzte sie sich 2007 mit dem Cluster Cognitive Interaction Technology (CITEC) und der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) durch.
Die Forschungsstärke spiegelt sich auch in den Platzierungen wider, die sich aus dem DFG-Förderranking von 93 Universitäten ergeben: In den Geistes-und Sozialwissenschaften nimmt die Universität Bielefeld im Vergleich der eingeworbenen Drittmittel pro Professur mit Rang 5 einen Spitzenplatz ein. Dies gilt nach eigenen Berechnungen auf der Grundlage der DFG-Daten auch für die Lebenswissenschaften (Rang 4) bei den pro Professur eingeworbenen Mitteln und die Ingenieurwissenschaften mit ihrem Schwerpunkt Informatik (Rang 3) bei den pro Professur eingeworbenen Mitteln. In den Naturwissenschaften liegt die Universität Bielefeld auf Rang 22 bei den pro Professur eingeworbenen Mitteln. In der Mathematik lässt sich der größenrelativierte Rangplatz anhand des DFG-Datenmaterials nicht errechnen; absolut belegt sie Rang 6. Im Hochschulranking 2010/2011 des renommierten britischen Magazins "Times Higher Education" hat die Universität Bielefeld das beste Ergebnis aller Hochschulen Nordrhein-Westfalens erzielt. Sie ist in Deutschland die Nummer 8 und kommt auf Platz 67 in Europa.
In fünf Profilfeldern wird im Rahmen hochkarätiger Verbundforschungsprojekte und zentraler wissenschaftlicher Einrichtungen, aber auch gezielter Drittmitteleinzelförderung Forschung und Nachwuchsförderung auf internationalem Spitzenniveau betrieben.
Theories and Methodologies in the Humanities and Social Sciences
Schon die Gründergeneration der Universität hatte die Vision einer engen Zusammenarbeit zwischen der Geschichtswissenschaft und der Soziologie. Ein Fokus auf theoretische und methodologische Fragen hat die Disziplinen seither einander nahe gebracht. Die Bielefelder Sozialgeschichte, Forschungen zur Historischen Semantik sowie die Systemtheorie sind dabei zu Markenzeichen geworden. Die Einrichtung der gemeinsamen Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) war 2007 ein wichtiger Schritt zur nachhaltigen Intensivierung des interdisziplinären Zusammenwirkens. Mit der Exzellenzcluster-Initiative Communicating Comparisons: From the Onset of Modernity to World Society geben sich Geschichte und Soziologie ein gemeinsames Forschungsprogramm und erweitern die interdisziplinäre Zusammenarbeit um eine Kooperation mit der Rechtswissenschaft und der Philosophie.
Human Development, Conflict and Violence
An dem Profilschwerpunkt sind neben den Erziehungswissenschaften und der Psychologie noch Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaft, Gesundheitswissenschaften, Philosophie und Theologie sowie das international renommierte interdisziplinäre Institut für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) beteiligt. Er befasst sich mit den komplexen Vorgängen menschlicher Entwicklung und umfasst dabei die Entwicklung des Kindes, aber auch die sozialer Zusammenhänge und Institutionen, die menschliches Dasein in verschiedenen Gesellschaften und Kontexten prägen. Die komplexe Struktur des Schwerpunkts macht Ursachen und Folgen individueller Schädigung und Zerstörung in privaten wie öffentlichen Institutionen durch kollektive ethnisch-kulturelle, religiöse, politische und institutionelle Gewalt der interdisziplinären und international orientierten Forschung zugänglich.
Interactive Intelligent Systems
Hier geht es um ein besseres Verständnis der Mechanismen, die es Menschen, Tieren und künstlichen Systemen erlauben, sich autonom in komplexen Umwelten zu verhalten und miteinander zu kommunizieren. Im Zentrum der Forschung, die von der Informatik, Biologie, Psychologie, Sportwissenschaft, Linguistik und Physik getragen wird, stehen derzeit vier Schlüsselfelder: Bewegungsintelligenz, Aufmerksamkeit, situierte Kommunikation sowie Gedächtnis und Lernen. Primär geht es um Grundlagenforschung, die jedoch die Anwendung im Blick hat und zur Entwicklung von Prototypen führen soll. Es finden intensive Kooperationen mit nationalen und internationalen Industriepartnern (z.B. Miele, Bertelsmann, Honda), aber auch mit starken Partnern im Gesundheitsbereich statt. Im Zentrum dieses Forschungsschwerpunkts steht der 2007 bewilligte Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology (CITEC).
In diesem breiten Feld hat sich die Universität mit einem fokussierten Profil an den Schnittstellen zwischen Physik, Chemie, Biologie und Bioinformatik national und international deutlich sichtbar positioniert. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte reichen von Nanoschichten und Einzelmolekülprozessen bis hin zu bakteriellen, pflanzlichen und tierischen Zellen. Sie werden durch interdisziplinäre Kooperationen getragen und sind teilweise am Center for Biotechnology (CeBiTec) angesiedelt. Auch wenn es in diesem Profilfeld v.a. um grundlagenorientierte Spitzenforschung geht, führte diese immer auch zu hochkarätigen Industriekooperationen, z.B mit den Unternehmen E.ON, Miele, Schüco International und Siemens.
Enge Kooperationen zwischen Mathematik, theoretischer Physik und Wirtschaftswissenschaften (insbesondere das Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung, IMW) haben in Bielefeld eine lange Tradition, die sich in einer Reihe von großen Kooperationsprojekten manifestiert. Darüber hinaus arbeiten – und das ist deutschlandweit wohl einmalig – „reine“ und „angewandte“ Mathematiker im Rahmen eines DFG-Sonderforschungsbereichs intensiv zusammen. Wichtige gegenwärtige Forschungsfelder der Theoretical Sciences sind spektrale Strukturen und topologische Methoden, Stochastik und Modellierung realer Systeme, ökonomisches Verhalten und Interaktionsmodelle sowie die Theorie von Quantenfeldern und stark interagierender Materie.
Quer zu den fünf Profilschwerpunkten gibt es weitere starke Forschungsbereiche und interdisziplinäre Profilierungskerne wie etwa die hoch entwickelte Geschlechterforschung, institutionalisiert am Interdisziplinären Zentrum für Frauen-und Geschlechterforschung (IFF), oder die international sichtbare Wissenschaftsforschung, institutionalisiert am Institut für Wissenschafts-und Technikforschung (IWT). Die Strategie der interdisziplinären Vernetzung in und zwischen den Forschungsschwerpunkten hat zu dynamischen, integrativen Forschungsstrukturen geführt. Kein Bereich, auch nicht die in Bielefeld kleinen Fächer, ist per se von solchen zukunftsweisenden Entwicklungen abgekoppelt.
Mit dem Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) verfügt die Universität Bielefeld von Beginn an über ein Institute for Advanced Study, das über Deutschland hinaus zu den renommiertesten und erfolgreichsten Instituten seiner Art gehört. Als programmatischer Nukleus der Universität 1968 gegründet, folgt das ZiF bis heute seinem Gründungsauftrag, innovative und interdisziplinäre Forschungsprojekte durchzuführen. Im Gegensatz zu anderen derartigen Instituten in Deutschland fördert das ZiF ausschließlich kooperative Forschungsprojekte. Das ZiF ist international hoch attraktiv: Es zieht jährlich allein 300 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Tagungen und Workshops an. In den verschiedenen ZiF-Förderformaten sind internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit 65% stark vertreten. Das ZiF kann auf eine beachtliche Erfolgsbilanz verweisen: ZiF-Projekte gaben wichtige Impulse zur Entwicklung interdisziplinärer Themenfelder und waren häufig Wegbereiter für größere Verbundforschungsprojekte an der Universität Bielefeld. Vier spätere Nobelpreisträger haben im Rahmen von Forschungsgruppen am ZiF gearbeitet und ihre Theorien u.a. hier entwickelt (Myerson, Selten, Harsanyi, Ostrom).
Zur Erzeugung von Synergien und zur Steigerung der Effizienz sind an der Universität Bielefeld wesentliche Teile der Forschungsinfrastruktur bereichsübergreifend organisiert und vernetzt. Dies wird durch das kompakte Universitätsgebäude stark begünstigt.
Die Universitätsbibliothek gehört laut einschlägigen Rankings und Wettbewerben zu den besten und innovativsten Bibliotheken Deutschlands – im Hinblick auf die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer, aber auch mit Blick auf ihre Vorreiterrolle in den Bereichen digitale Wissenschaftskommunikation, elektronisches Publizieren, ‘Open Access‘, eLearning, eScience, wissenschaftliche Datenservices und Suchmaschinentechnologien.
Gemeinsam mit der Bibliothek baut die Universität zurzeit in Kooperation u.a. mit dem CeBiTec, dem CITEC, dem Zentrum für Statistik und dem Datenservicezentrum für Betriebs- und Organisationsdaten eine zukunftsweisende Dateninfrastruktur auf.
In Bereichen der Natur- und Technikwissenschaften bis hinein in die Linguistik und Psychologie wurden vernetzte Technologieplattformen aufgebaut: Beispiele sind die Bioinformatics Resource Facility (CeBiTec); eine von Forschungsgruppen aus Physik, Chemie und Biologie betriebene Hightech-Mikroskopie-Plattform für Nanoimaging & Nanoengineering sowie das CITEC Central Lab.
Die Gewinnung und Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses setzt bereits mit Master-Studiengängen an, die passgenau auf die interdisziplinär ausgerichteten Graduiertenangebote und Forschungsschwerpunkte ausgerichtet sind. Für die Promotionsphase hat die Universität Bielefeld sich 2010 eine universitätsweite Rahmenpromotionsordnung gegeben, die vor allem der Qualitätssicherung sowie der Erleichterung interdisziplinär angelegter Promotionen dient. Die Universität Bielefeld verfügt über ein dichtes Netz an Graduiertenschulen, internationalen und nationalen Graduiertenkollegs sowie strukturierten Promotionsstudiengängen. Sie verfolgt die Strategie, für jeden ihrer fünf fachübergreifenden Forschungsschwerpunkte eine breit ausgerichtete, international sichtbare und attraktive Graduiertenschule einzurichten. Auf zentraler Ebene ergänzt ein breites Spektrum an Qualifizierungsangeboten für Karrieren in der Wissenschaft oder in Wirtschaft und Gesellschaft sowie Mentoring- und Coaching-Programmen – darunter auch solche, die sich explizit an Frauen richten – die Forschung und fachnahe Qualifizierung in den Graduate Schools. Für die Nachpromotionsphase hat die Universität Bielefeld jüngst ihr Förderprogramm deutlich ausgeweitet. Darüber hinaus hat sie zunehmend Juniorprofessuren geschaffen, die den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern selbständige wissenschaftliche Betätigung erlauben. Die Rahmenpromotionsordnung sieht ausdrücklich auch das Promotionsrecht für diese Gruppe vor.
Gender Equality und familienfreundliche Strukturen gehören zu den strategischen Kernanliegen der Universität. Bielefeld stellte als erste Hochschule des Landes Frauenför-derpläne auf und richtete schon sehr früh eine Betriebskindertagesstätte ein. Seit 2006 wurde die Universität jährlich als familienfreundliche Hochschule zertifiziert; 2008 erhielt sie das Total E-Quality-Prädikat für vorbildlich chancengerechte Personalpolitik, im selben Jahr war sie mit ihrem Gleichstellungskonzept im Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder erfolgreich. 2010 wurde die Universität Bielefeld für ihr ambitioniertes Konzept zur Umsetzung der forschungsorientierten Gleichstellungsstandards von der DFG als "vorbildlich" beurteilt und gehört damit zu den 12 (von 63) Hochschulen, denen für ihre Gleichstellungsarbeit die höchste Qualitätsstufe attestiert wurde. Trotz dieser großen Erfolge ist Gender Equality noch nicht auf allen Ebenen erreicht und bleibt eine wichtige Querschnittaufgabe der Universität.
Aufbauend auf den hervorragenden Ausgangsbedingungen im Bereich Gender wird sich die Universität Bielefeld zukünftig verstärkt dem Thema "Diversity" zuwenden. Bislang gibt es verschiedene Ansätze und Projekte auf den Ebenen Migrationshintergrund, Behinderung und Alter. Die Universität wird im Kontext der Organisationsentwicklung ein Gesamtkonzept für ein strategisches Diversity Management erstellen.
Für den erfolgreichen Wissens- und Technologietransfer bietet die Universität Bielefeld beste Voraussetzungen: innovative Forschung und Wissenschaft auf höchstem nationalen und internationalem Niveau sowie hervorragend ausgebildete Hochschulabsolventen. Auf die hochkarätigen Industriekooperationen, aber auch auf Kooperationen mit medizinischen Einrichtungen im Rahmen von Profilschwerpunkten ist bereits hingewiesen worden (siehe oben). Sichtbare und produktive Ausprägungen eines effektiven Transfers sind die Vermittlung von Forschungsergebnissen in Publikationen und auf Konferenzen, aber auch die Forschungsverbünde und -kooperationen aus der Universität heraus in die Gesellschaft, sowie Gutachten, Patente, die Lizensierung und Verwertung von Forschungsergebnissen, Ausgründungen von hochschulnahen Unternehmen, die Nutzung von Großgeräten durch Externe etc.
Die Universität Bielefeld verfügt über eine eigene Strategie für den an der Universität betriebenen Wissens- und Technologietransfer sowie effektive Instrumente und Partnerschaften, die den Transfer beschleunigen helfen. Hierzu zählen das hochschulinterne Dezernat Forschungsförderung und Transfer und das universitätseigene Zentrum für Unternehmensgründung. Hinzu treten das Absolventennetzwerk e.V., das Programm Studierende und Wirtschaft, die Kooperationsplattform Bielefeld 2000 plus, das Zentrum und der Verein Wissenschaftliche Weiterbildung sowie die Gesellschaft für Forschung und Technologie e.V. und das Institut für Innovationstransfer an der Universität Bielefeld GmbH, aber auch die Hochschulambulanzen für Kinder und Jugendliche sowie die Psychotherapeutische Ambulanz.
Die Universität Bielefeld ist in einer mittleren, überwiegend mittelständisch geprägten Großstadt beheimatet. In ihrer Stadt und Region ist sie gut vernetzt. Dies hat insbesondere vielfach dabei geholfen, attraktive Dual Career-Angebote bereitzustellen. Es bestehen gute Kooperationen u.a. mit Bertelsmann, Miele oder Schüco International, aber auch mit den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel – Organisationen, die als global operierende Industrieunternehmen bzw. als eine der weltweit größten diakonischen Einrichtungen als "hidden champions" bisweilen unterschätzt werden.
Die Universität Bielefeld ist in der Forschung international hervorragend vernetzt, wie ihr im Rahmen eines von der Hochschulrektorenkonferenz durchgeführten Internationalisierungsaudits erst jüngst wieder bescheinigt wurde. Mit zahlreichen Projekten ist sie in Forschungsrahmenprogrammen der EU präsent. In allen Graduiertenkollegs und -schulen werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler international rekrutiert; drei der DFG Graduiertenkollegs basieren auf Partnerschaften mit internationalen Universitäten. Insbesondere die Mathematik ist in Bielefeld für internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler hoch attraktiv und liegt für Alexander-von-Humboldt-Stipendiatinnen und Stipendiaten an der Spitze. Modell bildend ist die Virtual Faculty des Exzellenzclusters CITEC, in der renommierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kooptiert sind, die regelmäßig Vorträge in Bielefeld halten, Forschungsseminare durchführen oder Gutachterfunktionen übernehmen.