Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Facetten der Liebe

Workshop der ZiF: Forschungsgruppe 2004/05

Datum: 15. - 16. März 2005
Leitung: Birgitt Röttger-Rössler (Bielefeld)

Am 15. und 16. März 2005 veranstaltete die ZiF: Forschungsgruppe "Emotionen als bio-kulturelle Prozesse" ihren letzten Workshop während des Präsenzjahres am ZiF. Wie schon bei den vorherigen Tagungen ging es auch diesmal wieder darum, verschiedene externe Experten zu einem in der Forschungsgruppe behandelten Thema zu umfangreichen interdisziplinären Diskussionen einzuladen und die Arbeit der Gruppe so maßgeblich zu bereichern. Allerdings war dieser Workshop, bei dem es um verschiedenste Facetten der Emotion Liebe ging, von vorneherein eher als eine Art 'erweitertes Redaktionstreffen' konzipiert denn als größere FG-Tagung:
Bereits im letzten Herbst war innerhalb der Gruppe der Entschluss gefasst worden, der Emotion Liebe eine eigene Publikation zu widmen, bei der neben den Fellows auch Wissenschaftler maßgeblich mitarbeiten sollten, die bisher nicht Mitglieder der Forschungsgruppe waren. Um jedoch eine größtmögliche Kohärenz der Artikel untereinander und eine möglichst hohe interdisziplinäre Vernetzung der Inhalte zu erzielen, waren die zur Mitarbeit eingeladenen Liebesforscher aufgefordert, eine erste Version ihrer Beiträge im Rahmen dieses Workshops der Forschungsgruppe, den weiteren Autoren und einigen externen Experten vor- und zur Diskussion zu stellen. Auf diese Weise sollte sichergestellt werden, dass eventuell in den Diskussionen der jeweiligen Beiträge auftauchende Unklarheiten ebenso wie die Verdeutlichung von interdisziplinären Anknüpfungspunkten von den Autoren noch in angemessener Weise in die einzelnen Artikel integriert werden können. Dieser Ansatz wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops sehr positiv aufgenommen, und die Diskussionen der einzelnen Beiträge ebenso wie die allgemeine Abschlussdiskussion waren sehr konstruktiv und lieferten einige wichtige Impulse, die in den folgenden Wochen in die Artikel integriert wurden.
Inhaltlich spannte sich die Bandbreite der Beiträge von einer philosophisch und einer ethnologisch geprägten Antwort auf die Frage, woher man wissen kann, dass man liebt, über eine literatur- bzw. kulturwissenschaftliche Untersuchung verschiedener Formen der romantischen Liebe sowie von ihrem Bild in indischen Filmen bis zu einer Betrachtung der Liebe aus entwicklungsbiologischer Sicht und dem Stand der Hirnforschung zu Phänomenen der Liebe, bevor schließlich erörtert wurde, warum der Biologie eine gewisse 'Lieblosigkeit' vorgeworfen wird.
Eine weitere Besonderheit dieses Workshops war die Teilnahme des in Berlin lebenden Romanautors Michael Kleeberg. Dieser spürte zunächst auf einer gut besuchten öffentlichen Lesung am Abend des ersten Konferenztages den unterschiedlichsten Ausprägungen von Anfängen der Liebe mit Hilfe verschiedener Auszüge aus seinen Werken nach. Darüber hinaus nahm er aber auch mit einem eigenen Beitrag am Workshop teil: Unter dem Titel "Ich verliebe mich anhand Deiner..." stellte der Autor einen Auszug aus einem noch in der Entstehung befindlichen Romanmanuskript zur wissenschaftlichen Diskussion - eine ungewöhnliche Situation, die aber für beide Seiten sehr anregend und gewinnbringend war.



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