Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Ethnien "im visuellen Aufbau": Workshop über Kommunikationsanalyse

Termin: 8. - 9. Januar 2009

Leitung: Sebastian Thies (Bielefeld)

Diese Veranstaltung bildete den Auftakt der Phase zu Medien und Ethnizität, die in den ersten Monaten des Jahres 2009 im Zentrum der Arbeit der interamerikanischen Forschungsgruppe E pluribus unum? steht. Der Workshop fokussierte Fragen der Konstruktion und Inszenierung von ethnischen Identitäten in Dokumentarfilmen, Homevideos, Spielfilmen und audiovisuellen Material aus der qualitativen Sozialforschung. Dank der Präsenz dreier Filmemacher konnte hierbei eine Brücke geschlagen werden zwischen den Analysen aus der Sicht unterschiedlicher Fachdisziplinen - visual anthropology, Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Kommunikationsanalyse - und der Sichtweise der Kulturschaffenden selbst.
Der Anthropologe und Filmemacher Jesse Lerner brachte seine experimentelle Dokumentarfilm-Collage Fronterilandia (1996), die sich am Beispiel der Gruppe der Latinos in den USA mit hybriden Identitäten auseinandersetzt, in den Workshop ein. Die First-Nation-Filmemacherin Tracey Bonneau aus Kanada ebenso wie die indigene Filmemacherin Yolanda Cruz aus Mexiko stellten mit ihren filmischen Produktionen Magic on the Water (Regie: Tracey Bonneau, Jahr) und Reencuentros (Regie: Yolanda Cruz, 2008) mediale Positionierungen indigener Gruppen zur Diskussion. Die Medien- und Kulturwissenschaftler Rainer Winter und Sebastian Nestler setzten sich mit Alejandro González Iñárritus Amores Perros auseinander und gründeten ihre Analyse der Konstruktion ethnischer Identitäten auf einem performativen Ansatz des doing film. Die Filmwissenschaftlerin Elspeth Kydd hinterfragte ausgehend von ihrem Dokumentarfilmprojekt, das sich mit ihrer durch Migration geprägten Familiengeschichte auseinandersetzt, das Potenzial von Home Movies im Hinblick auf die Konstruktion ethnischer Identitäten. Ulrich Dausendschön-Gay schließlich erweiterte die methodische Bandbreite des Workshops um den Ansatz der Kommunikationsanalyse und zeigte damit eine weitere - stärker linguistisch orientierte - Möglichkeit der Analyse filmischen Materials in Hinblick auf die Konstruktion ethnischer Identitäten auf.



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