Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Mediating Ethnic Identity in the Americas: Ethnic Filmmaking and Film Politics in Globalizing Markets

Termin: 16. - 18. März 2009

Leitung: Sebastian Thies (Bielefeld), Libia Villazana (London/Bielefeld)

Die dreitägige internationale Konferenz Mediating Ethnic Identity in the Americas: Ethnic Filmmaking and Film Politics in Globalizing Markets bildete den Abschluss der Phase zu Medien und Ethnizität, die in den ersten Monaten des Jahres 2009 im Zentrum der Arbeit der interamerikanischen Forschungsgruppe E Pluribus Unum? stand. Die Tagung fokussierte die vielfältigen Rollen der Medien bei der gesellschaftlichen Konstruktion ethnischer Identitäten in den Amerikas. Es wurde zudem untersucht, wie in Film, Fernsehen und Internet die öffentliche Wahrnehmung von Ethnizität ständig neu gestaltet wird und wie sich im Sinne Stuart Halls mediale Repräsentationsverhältnisse beschreiben lassen, die identitären Selbst- und Fremdrepräsentationen zu Grunde liegen.
Den Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Filmpraxis und -förderung sowie der Kulturpolitik wagend, umfasste der Teilnehmerkreis nicht nur Wissenschaftler aus der Medien- und Kulturwissenschaft, der Amerikanistik, der Lateinamerikanistik, visuellen Anthropologie oder der Soziologie. Mit der Präsenz von Marcelina Cárdenas (Bolivien), Marta Rodríguez (Kolumbien), Jeanette Paillán (Chile) und Gregory Coyes (Kanada) wurde auch der Sichtweise (indigener) Filmemacher Raum gegeben. Die Reflektion verschiedener Facetten (indigener) Filmpraxis in Süd- aber auch in Nordamerika - durch Filmvorführungen in Anwesenheit der Regisseure anschaulich belegt - wurde so zu einer der tragenden Säulen der Konferenz. Die Präsentation von Iván Sanjinés' (Bolivien) war hier von besonderem Interesse, als er nicht nur aus der Perspektive des Filmemachers sprechen konnten, sondern als Leiter des von der UNESCO geförderten CEFREC (Centro de Formación y Realización Cinemtográfica) auch zur medienpraktischen Schulung indigener Bevölkerungen, die sich das CEFREC zum Ziel gesetzt hat, Auskunft geben konnte. Ebenfalls zum bolivianischen Kontext, der seitdem Evo Morales an der Regierung ist, im Hinblick auf Repräsentationsverhältnisse von besonderem Interesse ist, nahm Jacques Duhaime Stellung. Er brachte dabei seine Sichtweise als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des United Nations Development Project ein und erläuterte die Möglichkeiten medialer Multikulturalitätspolitiken. In ähnlicher Weise verlieh Margarita de la Vega von NALIP (National Association of Latino Independent Producers, USA) einer institutionell geprägten Sichtweise in der Konferenz Gewicht. Gunter Lange (Deutschland) und Eva Tarr (Großbritannien) schließlich erweiterten den Blick auf die Herstellung ethnischer Identitäten durch Medien, indem sie ihre Perspektive als Organisatoren von Filmfestivals geltend machten.



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