ZiF-Arbeitsgemeinschaft
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Integrität und Verantwortung in der Wissenschaft: Ausloten widerstreitender sozialer und epistemischer Anforderungen

Termin: 18. - 20. Oktober 2018
Leitung: Martin Carrier (Bielefeld, GER), Alain Tressaud (Pessac, FRA), Rodrigo Ferrão de Paiva Martins (Caparica, POR)

Die Tagung befasst sich mit der Verantwortung der Wissenschaft aus fünf Gesichtswinkeln. Der erste betrifft die Möglichkeiten der Vorhersage der gesellschaftlichen Auswirkungen von Forschung und Technologieentwicklung. Dabei geht es um die Umsetzbarkeit der Vorstellung von Forschung zum Nutzen der Menschen. Das allgemeine Bedenken besteht in der Unzuverlässigkeit der Vorhersage technischer Entwicklungen, die alle Versuche scheitern lässt, Forschung auf Ziele zu lenken, die von der Gesellschaft begrüßt werden. Tatsächlich können jedoch künftige Entwicklungen der Forschung in einigen Bereichen durchaus antizipiert werden, und einige Urteile über die Einführung von Technologien bedürfen gar keiner solchen Antizipation. Der zweite Bereich ist die Beurteilung von Forschungszielen nach ethischen Prinzipien. Beispiele betreffen Anstrengungen, die Interessen der pharmazeutischen Industrie mit Patienteninteressen in Einklang zu bringen, sowie Bemühungen, ethische Anforderungen an die globale Nahrungsmittelindustrie heranzutragen. Medizintechnologie ist ein weiteres Feld, auf dem moralische Ansprüche eine große Rolle spielen. Das dritte Themenfeld betrifft institutionelle Regelungen der Verantwortung der Wissenschaft. Die Streitfrage verschiebt sich dadurch von den Handlungen von Einzelpersonen zur Erörterung geeigneter institutioneller Rahmenwerke. Ein wichtiges Thema in diesem Bereich ist Wissenschaft mit der Gesellschaft oder Forschung unter Beteiligung von Laien. Die vierte Perspektive betrifft die epistemische Verantwortung der Wissenschaft, die sich im Kampf gegen Betrug und Einseitigkeit in der Forschung niederschlägt. Im fünften Bereich öffnet sich die Konferenz für Vorschläge und Erwiderungen von Forschern, die selber wissenschaftlich aktiv sind. Ein Feedback aus der Arbeitspraxis der Labore stellt eine wichtige Prüfinstanz für Empfehlungen wissenschaftsreflexiver Disziplinen dar.

Tagungsprogramm
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Organisatorische Fragen beantwortet Trixi Valentin im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.


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