ZiF-Arbeitsgemeinschaft
Poster

Menschenwürde als unverfügbare Eigenschaft

Tagung anlässlich des 70. Jahrestags der UN-Menschenrechtserklärung vom 10. Dezember 1948


Termin: 5. – 6. Dezember 2018
Leitung: Christoph Horn (Bonn, GER), Dietmar von der Pfordten (Göttingen, GER)

Die UNO-Menschenrechtsdeklaration vom 10. Dezember 1948 enthält den bemerkenswerten Verweis auf "die Anerkennung der inneren Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Menschheitsfamilie" (Präambel). Ebenso findet sich im deutschen Grundgesetz (vom 23. Mai 1949) die Bezugnahme auf Würde des Menschen, die als 'unantastbar' bezeichnet wird. Diese Formulierungen gehen zurück auf die historische Erfahrung des Genozids sowie schlimmster Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Seither bestand ein weithin geteilter Konsens darüber, dass 'Menschenwürde' einen absoluten, unveräußerlichen, angeborenen und unverwirkbaren Wert menschlicher Individuen ausdrückt. Wie bezeichnen dies als die 'Unverfügbarkeitsthese'. Diese Idee scheint jedoch theoretisch nur schwer rekonstruierbar zu sein: in der Philosophie, dem Recht, der Politikwissenschaft, der Theologie und der Medizinethik. Und so hat es während der letzten Jahre einige naheliegende Versuche gegeben, besonders in der Philosophie, 'Menschenwürde' in Begriffen eines kontingenten Werts zu erklären, besonders gestützt auf Selbstachtung und soziale Anerkennung. Einige dieser Ansätze sind sehr genau formuliert und besitzen einen hohen Grad an Ausarbeitung. Sie scheinen jedoch den Kern dessen preiszugeben, was mit dem Konzept historisch gemeint war. In unserem geplanten Kolloquium wollen wir verschiedene Strategien diskutieren, wie man die nicht-kontingente, absolute Menschenwürde verstehen kann, und hierbei alle diejenigen Disziplinen beteiligen, die mit dieser grundlegenden normativen Idee zu tun haben. Unsere Absicht ist es nicht nur, die theoretischen Fundamente von Menschenwürde begrifflich zu fassen, sondern auch die Anwendbarkeit eines nicht-kontingenten Werts in verschiedenen praktischen Bereichen zu diskutieren.

Tagungsprogramm
download

Organisatorische Fragen beantwortet Trixi Valentin im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung: Professor Horn (christoph.horn@uni-bonn.de) oder Professor von der Pfordten (rechtsph@gwdg.de).


Tel: +49 521 106-2769
Fax: +49 521 106-152769
E-Mail: trixi.valentin@uni-bielefeld.de