
Das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld unterstützt die Forschungsgruppe General Theory of Information Transfer and Combinatorics vom Oktober 2001 - August 2004. Das Hauptforschungsjahr beginnt im Oktober 2002. Hauptziel der Forschungsgruppe ist eine Weiterentwicklung der allgemeinen Theorie des Informationstransfers sowohl in theoretischer wie auch experimenteller, auf Anwendungen ausgerichteter Hinsicht. Im Februar wurden am ZiF zwei Vorbereitungstagungen veranstaltet, auf denen es zu einem Austausch von Ideen zwischen Informationstheoretikern und Forschern aus Gebieten, in denen Informationsbegriffe eine wesentliche Rolle spielen, kam.
Die allgemeine Theorie des Informationstransfers stellt eine Erweiterung und Weiterentwicklung der klassischen Informationstheorie dar, die Ende der Vierziger Jahre von dem amerikanischen Mathematiker und Ingenieur Claude E. Shannon entwickelt wurde. Zum Beispiel geht es dabei um die Frage, wie Sender und Empfänger bei einem gestörten Nachrichtenkanal die Übertragung möglichst vieler Nachrichten sicherstellen können. Bei der Lösung dieses Problems benutzte Shannon erstmalig einen quantitativen Begriff der Information, der auf dem Konzept der Entropie aus der Wärmelehre aufbaut. In der Theorie des Informationstransfers wird obiges Problem zum Beispiel in folgender Weise ergänzt. Statt zu erfahren, welche Nachricht beim Sender vorliegt (man spricht von Übertragung), interessiert sich hier der Empfänger nur für das Vorliegen oder nicht Vorliegen einer ihm wichtigen Nachricht (man spricht von Identifikation). Der Sender weiß jedoch nicht, für welche Nachricht sich der Empfänger interessiert und muss trotzdem in Gegenwart von Störungen die Zuverlässigkeit der Identifikation sicherstellen. Beide Aufgaben (Übertragung und Identifikation) können darüber hinaus als Spezialfälle einer allgemeineren Theorie (des Informationstransfers) aufgefasst werden.
Neben der Herausarbeitung von Anwendungen und Erweiterungen dieser Theorie des Informationstransfers wird die Forschungsgruppe sich auch an Gebiete wagen, in denen Informationsphänomene auftreten, aber noch nicht vollständig theoretisch verstanden sind und so zu neuen Begriffen und Theorien gelangen.
Als Hauptarbeitsgebiete sind derzeit vorgesehen: Allgemeine Theorie des Informationstransfers, Quanteninformation, Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie, Kryptologie, Tierkommunikation, Evolution menschlicher Sprache, Bioinformatik, Netzwerktheorie, Such- und Sortiertheorie, Information in der Philosophie.
Anfragen zur Forschungsgruppe General Theory of Information Transfer and Combinatorics beantwortet der wissenschaftliche Assistent Dr. Lars Bäumer, Tel. +49 521 106-2787, Email Lars.Baeumer@uni-bielefeld.de