ZiF-Kopfgrafik
 
 

ZiF-Forschungsgruppe

Verkörperte Kommunikation bei Mensch und Maschine

2005/2006

Leitung: Ipke Wachsmuth (Bielefeld), Günther Knoblich (Newark)

Foto
Teilnehmer der Vorbereitungstagung. 1. Reihe: Isabella Poggi, Catherine Pelachaud, Simone Bosbach, Kristinn Thórisson, Luc Steels, Viola Stephan, Aude Billard. 2. Reihe: Susan Duncan, Rafael Núñez, Elisabeth Ahlsén, Josep Call, Bennett Bertenthal, Sotaro Kita, Thomas Metzinger, Georg Meggle, Achim Stephan, Ipke Wachsmuth, Julie Grèzes. 3. Reihe: Jens Allwood, Manuela Lenzen, Christopher Habel, Michael Spivey, Wolfgang Prinz, Holk Cruse, Helge Ritter, Joëlle Proust, Lawrence Barsalou. 4. Reihe: Günther Knoblich, Stefan Kopp, Marcello Ghin, Natalie Sebanz, Ralf Möller, Jürgen Streeck.

Das Thema "Verkörperung" oder "Körperlichkeit" findet gegenwärtig großes theoretisches Interesse in der Sprachforschung und der Kommunikationsforschung im allgemeinen. Eine wachsende Zahl an Befunden in den kognitiven und neurokognitiven Disziplinen weist darauf hin, dass Kommunikation nicht auf einen Austausch abstrakter Information zu reduzieren ist. Vielmehr muss der entscheidende Beitrag körperlicher Signale – speziell in der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht – berücksichtigt werden, der in klassischen Auffassungen von Kommunikation vernachlässigt wird. Parallel dazu untersuchen Forscher in aller Welt die Hirnmechanismen zur Handlungskoordination zwischen Sozialpartnern. Ihre jüngsten Entdeckungen haben Einfluss auf die Forschung in der "verkörperten" Künstlichen Intelligenz, der humanoiden Robotik und der Mensch-Maschine-Kommunikation und werden umgekehrt davon beeinflusst. Bei rapide zunehmenden Einsichten fehlt es jedoch an einer integrativen Sicht, die sensomotorische Modelle und ihre Rolle im 'social loop' auf höherer Ebene mit funktionalen Modellen kommunikativer Mechanismen zusammen führen könnte.
Vor diesem Hintergrund wird die ZiF-Forschungsgruppe "verkörperte Kommunikation" als Thema aufgreifen, begriffen als jedwede Form des Austauschs von Information unter Sozialpartnern (Menschen und Maschinen), die entscheidend auf der Gegenwart eines ausdrucksfähigen Körpers und seiner Beziehung zu Objekten und anderen ausdrucksfähigen Körpern beruht. Es ist geplant, führende internationale Vertreter der kognitiven, der Neuro- und der Computerwissenschaften zusammen zu bringen mit dem Ziel, eine integrierte Sicht "verkörperter Kommunikation" aus den zahlreichen Einzelergebnissen zu entwickeln. Eine solche integrierte Sicht wird entscheidend zu einem tiefer gehenden Verständnis körperlich verankerter Kommunikation beitragen und gleichzeitig helfen, neuartige Formen der Mensch-Maschine-Kommunikation voran zu treiben.



ZiF - Zentrum für interdisziplinäre Forschung - Startseite > ZiF-Forschungsgruppen > ZiF: Forschungsgruppe 2005/2006 >