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ZiF-Forschungsgruppe

Kulturelle Konstruktion von kausaler Kognition

Reintegration der Ethnologie in die Kognitionswissenschaften

2011/2012

Leitung: Prof. Dr. Andrea Bender (Bergen), Prof. Dr. Sieghard Beller (Bergen)

Kausalität ist eines der Kernkonzepte in unserem Bemühen zu verstehen, was um uns herum vorgeht, und die gefundenen Erklärungen prägen wiederum unsere Urteile, Emotionen und Intentionen. Das macht Kausalkognition zu einem Kernthema der Sozial- und Kognitionswissenschaften. Die bisherige Forschung war allerdings in verschiedene Paradigmen zersplittert, die jeweils einer bestimmten (Sub-) Disziplin angehörten und auf einzelne Domänen fokussierten, was zu einem eher fragmentierten Bild kausaler Kognition führte. Außerdem wurde Kultur als konstitutiver Faktor eher beiläufig beachtet. Dabei ist durchaus kulturelle Varianz zu erwarten: bei der Abgrenzung von Domänen, bei den Kausalkonzepten und ihrer Verarbeitung und sogar bei der Bereitschaft, überhaupt nach Kausalerklärungen zu suchen. Eine systematische Erforschung der kulturellen Konstitution kausaler Kognition ist deshalb überfällig – ebenso wie die Ausweitung des Fokus über die konzeptuelle Ebene hinaus. Besonders vielversprechend erscheint hier, neuere Ansätze zu action perception und zur Konstruktion von agency sowie Erkenntnisse aus der Entwicklungs- und der artvergleichenden Forschung einzubeziehen.

Die Forschungsgruppe stellte sich diesen Herausforderungen. Ihr Hauptziel war es, eine integrierte Perspektive auf Kausalkognition über Kulturen, Domänen und Disziplinen hinweg zu entwickeln. Um dies zu erreichen, musste kognitive Expertise mit kultureller Expertise verknüpft werden, und dies setzte zwingend die Re-Integration der Ethnologie in die Kognitionswissenschaften voraus, zu denen sie einst gehörte. Die Forschungsgruppe brachte dazu internationale Forscher aus einer Vielzahl von Disziplinen und mit Expertise in verschiedenen Gebieten der Kausalkognition und/oder kultureller Einflüsse auf Kognitionen zusammen. Die Aufgaben der Gruppe umfassten (1) die Klärung zentraler Konzepte und die Erarbeitung einer gemeinsamen Sprache, (2) eine Bestandsaufnahme existierender Befunde über Kulturen und Domänen hinweg, (3) das Prüfen und Weiterentwickeln theoretischer Ansätze und (4) die Ausarbeitung gemeinsamer interdisziplinärer Forschungsprojekte.



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