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ZiF-Forschungsgruppe

Auf der Suche nach dem globalen Arbeitsmarkt – Akteure, Strukturen, Politik

Oktober 2017 - Juli 2018

Leitung: Ursula Mense-Petermann (Bielefeld, GER), Thomas Welskopp (Bielefeld, GER), Anna Zaharieva (Bielefeld, GER)

'Globalisierung' ist in aller Munde. Das Schlagwort steht wie kaum ein anderes für die dynamischen Veränderungen der Gegenwart, auch und gerade auf dem Arbeitsmarkt. Nie emigrierten so viele Menschen in der Hoffnung auf bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Nie wurden so viele Flugkilometer für Geschäftsreisen absolviert. Für die hochqualifizierten Eliten erscheint die Globalisierung als Füllhorn von Möglichkeiten. In weniger privilegierten Sektoren des Arbeitsmarkts, vor allem in der Industrie, bemühen Arbeitgeber den 'Druck der Globalisierung', um die Absenkung von Standards und Löhnen oder die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland zu rechtfertigen.

Arbeitnehmerorganisationen wie Gewerkschaften, aber auch populistische Bewegungen dämonisieren 'globalisierte Arbeitsmärkte' als Bedrohung, die im Bereich der Arbeitsbedingungen in eine Abwärtsspirale münde und die westlichen Sozialstaaten und Demokratien substanziell gefährde. Einwanderung aller Art, die Flüchtlinge einbezogen, drohe, vor allem die gering qualifizierten einheimischen Arbeitskräfte aus den nationalen Arbeitsmärkten zu verdrängen.

Belastbare empirische Kenntnisse über die Konsequenzen der Globalisierung für die Arbeitsmärkte gibt es hingegen kaum. Was das Schlagwort von den 'globalen Arbeitsmärkten' genau bedeutet, ist unklar, wie man wissenschaftlich und politisch mit diesem Phänomen umgehen soll, ebenfalls. Zahlreiche Studien in den Sozialwissenschaften und der Ökonomie haben bestimmte Aspekte der fraglichen Erscheinungen und Prozesse thematisiert, ohne jedoch die 'globalen Arbeitsmärkte' selbst ins Zentrum zu rücken. Hier setzt die ZiF-Forschungsgruppe "In Search of the Global Labour Market" an.

Die Gruppe befasst sich mit Fragen wie: Was kann man aus theoretischer Perspektive als 'globalen Arbeitsmarkt' bezeichnen und was ist jeweils genau die 'Ware', mit der hier gehandelt wird? Welche Begriffe und Konzepte, Methodologien und empirischen Ansätze sind für die Identifizierung und analytisch gehaltvolle Beschreibung 'globaler Arbeitsmärkte' und ihrer Implikationen geeignet? Was sagen die bereits heute vorliegenden empirischen Befunde über 'globale Arbeitsmärkte' aus – sowohl aus einer gegenwartsbezogenen als auch aus einer historischen (Langzeit-)Perspektive, falls man sie überhaupt als wirklich 'global' und/oder als funktionierende 'Arbeitsmärkte' bezeichnen kann? Welche Rolle spielt die Migration und die zunehmende Mobilität der Arbeitskräfte für die Transformation der nationalen Arbeitsmärkte zu einem 'globalen Markt'? Wie wird diese Transformation von bestehenden Institutionen, internationalen Vermittlern und sozialen Netzwerken beeinflusst?

Dazu versammelt die ZiF-Forschungsgruppe renommierte WissenschaftlerInnen und NachwuchsforscherInnen aus Ökonomie, Soziologie, Geschichte, Politikwissenschaft, Sozialpolitik, den Industriellen Beziehungen, den Managementstudien und der Migrationsforschung.

Die Eröffnungskonferenz findet vom 16.-18. Oktober 2017 am ZiF in Bielefeld statt.







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