ZiF-Kooperationsgruppe

Barrieren durchbrechen: Interdisziplinäre Modellbildung für eine komplexe Welt

März 2018 - Dezember 2020

Leitung: Martin Carrier (Bielefeld, GER), Armin Gölzhäuser (Bielefeld, GER)
Barrieren durchbrechen

Modellbildung ist ein methodisches Kernstück der Befassung mit den Herausforderungen einer komplexen Welt. Der Kooperationsgruppe "Barrieren durchbrechen" (BreaCon) strebt die Analyse von Modellierungspraktiken durch interdisziplinären Austausch und Reflexion an. Die Teilnehmer entstammen der Physik, Chemie, Biologie, Computerwissenschaft, Sozialwissenschaft, Geschichte und Philosophie. Gemeinsam verbinden sie Modellbildung als zentrale erkenntnisorientierte Aktivität mit der Untersuchung dieser Aktivität. Die gemeinsamen Forschungen sind wesentlich interdisziplinär in dem Sinne, dass die Wanderung von Modellen über disziplinäre Grenzen hinweg verfolgt wird. Probleme aus unterschiedlichen Disziplinen werden durch Vergleich, Anpassung, Ausarbeitung und Neukonzeption von Modellansätzen und Modellierungstechniken bearbeitet. Zugleich werden die methodologischen Merkmale dieser Ansätze und Techniken in interdisziplinärer Zusammenarbeit von empirischen Wissenschaftlern und Reflexionswissenschaftlern untersucht. Solche wechselseitige disziplinäre Befruchtung verspricht eine Fortentwicklung der Modellbildung in inhaltlicher und methodischer Hinsicht. Die beantragte Kooperationsgruppe setzt sich aus drei Forschungsfeldern zusammen, die sich jeweils auf spezifische Aspekte der Modellbildung konzentrieren. Diese Felder befassen sich damit, wie Ganzheitseigenschaften auf Wechselwirkungen auf der Mikro-Ebene bezogen sind, wie Diversität und Heterogenität bei der Modellbildung berücksichtigt werden kann und auf welche Weise Modelle fruchtbar für heuristische Zwecke eingesetzt werden können. Die Kooperationsgruppe schließt ein großformatiges begriffliches und soziales Experiment zur interdisziplinären Wechselwirkung und zur Fruchtbarkeit methodologischer Analyse ein. Ein solches interdisziplinäres Rückgrat, das ganz verschiedene Bereiche der Natur- und Sozialwissenschaften miteinander verknüpft, soll anhand konkreter Beispiele verdeutlichen, dass gemeinsame Forschung über Disziplinengrenzen hinweg die Modellbildung in den beteiligten Diszplinen verbessert.