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Kunst am ZiF

"Ein Kubikmeter Leben und Tod" / Zeitskulptur II

Dautm: 5. März 1995 - März 1996

Künstler: Christian Stiesch (Bielefeld)

[Christian Stiesch - 1 Kubikmeter Leben und Tod]
Christian Stiesch - 1 Kubikmeter Leben und Tod

Der imaginäre Raum von einem Kubikmeter Größe bestimmt mit seinen Kompositionen die Größe von Stieschs Plastik Ein Kubikmeter Leben und Tod. Die Betonlandschaft befindet sich wie die Erdinstallation Peter Sommers in einem Zustand der Auflösung.

Aber die sichtbare Erosion ist nur ein fiktiver Prozess. Die gesamte Plastik befindet sich in einem Zustand des Übergangs, bei dem Ausgangs- und Endzustand nicht eindeutig zu bestimmen sind. Die nach oben wachsenden ausladenden Pflanzenformen haben optisch das gleiche Gewicht wie der fragile Knochenwald.

Nachdem Teile der ursprünglichen Zeitskulptur gestohlen wurden, stellte Christian Stiesch eine andere Plastik auf, den Großen Schreitenden von 1990. Dessen massiger, überlebensgroßer Torso bleibt genau in dem vorgegebenen Rahmen, in dieser Begrenzung, in der er wie in einem Käfig gefangen ist. Durch die Torsierung wird die sichtbare Bewegung abgebremst, die Beine stecken in der Masse des Sockelklotzes. Angehaltene Bewegung ist ein Moment der Zeit.

Die Figur steht mit dem Rücken zur Landschaft. Die Bewegung ist auf das Gebäude ausgerichtet, zielstrebig und bei dieser Körpermasse auch bedrohlich, aber der Gesichtsausdruck wirkt unschlüssig. Es gibt Zweifel, vielleicht über das Ziel.

[Christian Stiesch - Großer Schreitender]
Christian Stiesch - Großer Schreitender



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