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Kunst am ZiF: Zeitskulptur XVI

vom nehmen des unsteten maßes

Vernissage: 26. April, 11:30

Datum: 26. April 2009 - Mai 2010

Künstler: Helmut Lemke (Todmorden, UK)

vom nehmen des unsteten maßes

Klang ist flüchtig. Wer nicht hinhört, hat ihn verpasst. Klang misst Zeit. Er unterteilt Zeit, indem er einen Rhythmus angibt, und lässt Zeit als Dauer fühlen. Der Faktor ZEIT spielt beim Hören eine entscheidende Rolle.

Der Klangkünstler Helmut Lemke hat für die Zeitskulptur am ZiF eine Installation entwickelt, die am 26. April 2009 eröffnet wurde. Diese Arbeit trägt den Titel vom nehmen des unsteten maßes und wurde von der Ausstellung von tropfen und anderen hörwerten in den Räumen des ZiF begleitet.

Helmut Lemke beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Frage, wie Gehörtes oder zu Hörendes aufgezeichnet und kommuniziert werden kann (wobei es unerheblich ist, ob das Aufzuzeichnende wirklich akustisch wahrnehmbar ist oder nur im Ohr des Hörers stattfindet).

In dem 5,50 Meter hohen Objekt sammelte sich Regenwasser, das langsam heraustropfte. Weil das Tropfen vom Fall des Regens abhing, entstand so ein unsteter Rhythmus. Dieser zählte, (er)zählte die Zeit. Ein steter Klang beinhaltet ein Element der Gewöhnung, die Unstetigkeit des Tropfens hingegen steht für den unterschiedlich empfundenen Fluss der Zeit, sie sabotiert das zu Erwartende.

Im Laufe eines Jahres war mit unterschiedlichem Regenfall zu rechnen. Diese Abhängigkeit der Installation von Faktoren, die außerhalb menschlicher Kontrolle liegen, war bewusst und gewünscht. In Zeiten großer Niederschlagsmengen und während es regnet, ist mein Wasser-Zeit-Denkmal fast schon als absurd zu bezeichnen, so Lemke. Der Klang des Tropfens war nicht hörbar, der Tropfen selbst nicht sichtbar. Die Zählzeit gab der WIRKLICHE Regen an. Dazwischen gab es Zeiten der Trockenheit. Der Zeitraum des Zählens wurde davon nicht unterbrochen, der Abstand der Zählzeit wurde nur größer. Es tropfte nicht mehr einmal in der Minute, sondern einmal pro Stunde, pro Tag, in der Woche ...?

Die Zeitskulptur war ein Jahr lang bis zum Mai 2010 im vorderen Außenbereich des ZiF zu sehen.

Einführung zur Zeitskulptur XVI von Dr. Britta Padberg

Homepage von Helmut Lemke

Mit freundlicher Unterstützung der Goldbeck GmbH, Bielefeld



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