Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Kunst am ZiF

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Vernissage: 1. November, 11:30

Ausstellung: 1. November - 18. Dezember 2009

Künstler: Hinrich Schmieta (Bielefeld)

Haut
Haut, Klebeband, 220x55x20 cm

Die im 21. Jahrhundert arbeitenden Künstlerinnen und Künstler haben die Last mit dieser ganzen Geschichte der Moderne, dem daraus entstandenen aktuellen Kunstbetrieb und den ganz unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen des Publikums. Sie haben ganz unterschiedliche Strategien entwickelt, um die Funktion von Kunst in den aktuellen Entwicklungen der Arbeitsgesellschaft neu zu bestimmen - z. B. Kunst als Dienstleistung, neue Räume aufsuchen, zunehmende Immaterialität (Tino Sehgal).

Hinrich Schmietas Arbeiten finde ich deshalb so spannend, weil er genau diese Schwierigkeiten einer Bestimmung künstlerischer Arbeit im Kontext zeitgenössischer Produktion und Konsumtion in einer sich globalisierenden Weltwirtschaft zum Thema macht. Dies tut er, indem er in unterschiedliche Positionen und Rollen schlüpft - von der Position des Handwerkers, in die des Künstlers, der wie Rubens oder Donald Judd sein Künstlerhaus mit seinen Gemälden und Skulpturen füllt, von der Position des Omnibusproduzenten und Anlagenbauers in die des Bastlers und umgekehrt, von der des Wissenschaftlers und Webdesigners in die des Superstars. Er kann dies vielleicht besonders gut, weil er im Lauf seines Lebens unterschiedliche Fähigkeiten gelernt hat und praktizieren konnte, in denen sich Handwerk (Klavierbauer), Kunst (Kunststudium in Braunschweig bei Huber), moderne Informationstechnologien (Informatikstudium, Webdesign) und Wissenschaft immer wieder kreuzen.
Dr. Irene Below



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