Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Kunst am ZiF

Transit-Räume

Malerei und Zeichnung

Vernissage: 30. Oktober, 18:00

Ausstellung: 30. Oktober - 20. Dezember 2013

Künstlerin: Ariane Weidemann (Weyhe)

Bild Ariane Weidemann

Ariane Weidemann, O.T. 2011, Mischtechnik auf Papier, 150 x230 cm

Bild Ariane Weidemann

Ariane Weidemann, O.T. 2013, Mischtechnik auf Pappe und Transparentpapier, 50,5 x 21 cm

Ariane Weidemann thematisiert in ihrer Kunst das Verhältnis von Raum, Zeit und Bewegung.
Die Arbeiten der jungen Malerin entstehen unterwegs. Das, was sie in Zügen, S-Bahnen, Bahnhöfen oder Cafés selektiv wahrnimmt, wird in kleine, schnelle Zeichnungen und Ideenskizzen, oftmals mit verschiedenen Mischtechniken auf Papier, umgesetzt. Im prozesshaften, zeitlich determinierten Arbeiten während des Reisens und Wartens gibt sie einer mobilen Strategie der Enträumlichung Ausdruck: "Kunst entsteht dort, wo ich gerade bin". Damit ist auch das Atelier zum flexiblen Transit- oder Übergangsraum geworden. Es befindet sich immer da, wo sich die Künstlerin gerade aufhält. Der Ort des Schaffensprozesses ist dabei zweckmäßigen Kriterien untergeordnet: Großformatige Arbeiten in Öl auf Holz, ebenso wie einige der auf den Fahrten entstandenen Ideen werden im Atelier in Ottersberg weiterentwickelt und umgesetzt.
Die abstrakten Malereien, Zeichnungen, Fotografien und Textbilder der gebürtig aus Schwerin stammenden Künstlerin basieren auf dem Prinzip der Übermalungen und der Collage. Die vorwiegend schwarz-weiß gehaltenen, abstrakten Bildwelten entstehen aus in mehreren Schichten übereinander aufgetragenem Öl, Lack oder Graphit auf Papier, Karton und Holz. Medien und Materialien werden miteinander kombiniert, Fotografien werden mehrfach übermalt und überklebt. Die Bilder stehen in einem Wechselspiel zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. In einigen Werken verwendet sie vorgefundene Objekte in Tradition des Objet trouvé, so dass die Bilder in den dreidimensionalen Raum hineinreichen. Andere Arbeiten sind einem Formen - und Kompositionsprinzip unterworfen, das eher dem Konstruktivismus nahe steht.

Neben großformatige raumbezogene Papierarbeiten gibt es auffallend viele kleine Papierarbeiten. Darin sind intensive Zeichnungen und mehrschichtige, transparente Malereien zu sehen.

Text: Katrin Rickerts, 2013
Kulturwissenschaftlerin



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