Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Kunst am ZiF

Echo

Zeichnungen und Stempeldruck

Vernissage: 7. September, 11:30

Ausstellung: 7. September – 28. November 2014

Künstler: Harald Priem (Mannheim)

Bild Harald Priem

Ohne Titel 2011, 148 x 398,5 cm, Tusche auf Papier; temporäre Hängung, Kokerei Hansa, Dortmund 2011

Bild Harald Priem

2011, Tusche auf Papier 41,5x62 cm

Manchmal sind Orte mit Erinnerungen verknüpft, als bliebe etwas von unseren Gedanken und Hoffnungen an den Dingen haften, als bräuchte die so wenig greifbare Erinnerung einen Ort, an dem man sie aufsuchen kann. Etwas von dieser Flüchtigkeit ist in den „Briefen an Jim“ enthalten. Harald Priem legt Spuren, setzt Zeichen.
Kein Künstler ist losgelöst von den Umständen, in denen sein Werk entsteht. Priems „Briefe an Jim“ sind im Kern Arbeiten auf Papier, großformatige Tuschezeichnungen, Landschaften leicht fließender Tusche, mit Feder, Pinsel und kunstfernen Fundstücken appliziert. Das Zeichnen – eine Tätigkeit, der er vertraut – ist Quelle seines Werks. Die „Briefe an Jim“ entstehen an ‚toten‘ Orten. Er nennt sie Un-Orte und erklärt sie zu temporären Ateliers. Dort zufällig Vorgefundenes ist konzeptioneller Ausgangspunkt der Niederschrift. Der Produktionsprozess ist aufwändig und langsam: als Form sind Briefe zutiefst anachronistisch. Es ist ein anonymer Duktus, das Setzen der zuvor in Tusche getauchten Dinge auf lange, saugfähige Papierbögen. Das Schwarz der Tusche absorbiert und zerstreut das Licht; Masse, Dichte und Volumen der Zeichnung treten hervor. Priems Schwarz wird als stoffliche Substanz wahrgenommen. In serieller Ordnung gerinnen die Formen zu abstrakten Zeichen und spannen auf hellem Papiergrund ein faszinierendes Netz von Bezügen.

Ricarda Geib, Kunsthistorikerin, Stuttgart, Juli 2013



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