Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Public Health Genetics - Experiences and Challenges

Internationales Symposium der ZiF-Kooperationsgruppe 2003/04

Termin: 19. - 21. Februar 2004
Leitung: Angela Brand (Bielefeld), Alfons Bora (Bielefeld), Notburga Ott (Bochum)

Die molekulare Medizin hat die Diskussion um ein sich wandelndes Verständnis von Krankheit und Gesundheit sowie um neue Ansätze von Therapie und Prävention in Gang gesetzt. Welche Konsequenzen lassen sich aus diesem Wissen für das öffentliche Gesundheitswesen ziehen? Wie kann dieses Wissen verantwortungsvoll in Politik und Praxis umgesetzt werden? Welche Angebote müssen auf welchen Ebenen (Kommune / Land / Bund) sichergestellt werden? Wie müssen Institutionen gestaltet sein?
Die Berücksichtigung genetischer Informationen bei Maßnahmen der Gesundheitsversorgung und -sicherstellung wird nicht nur eine der wichtigsten zukünftigen Herausforderungen für Public Health, sondern für das gesamte deutsche Sozial- und Gesundheitswesen sein. Einschneidende Veränderungen und Erfolge der Genetik werden insbesondere von gezielten Präventionsmaßnahmen erwartet. Die Frage nach den Folgen genetischer Ungleichheit wird die Herausforderung künftiger Sozialpolitik sein. Die gesundheitspolitische Diskussion hat diese Fragen bislang kaum aufgegriffen. Im Vergleich zu den USA und anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Italien und den Niederlanden ist Public Health Genetics in Deutschland bisher weder etabliert noch institutionalisiert. Es befassen sich derzeit zwar einzelne Forscher aus den verschiedensten Bereichen mit Fragestellungen von Public Health Genetics, es fehlt jedoch eine gemeinsame interdisziplinäre Kommunikationsplattform.
Eine zentrale Grundlage für den internationalen Diskurs, in dem deutsche Vertreter aus Wissenschaft und Gesundheitspolitik involviert werden, und für die Etablierung einer gemeinsamen interdisziplinären Kommunikationsplattform soll das internationale Symposium darstellen.

Im Rahmen des Symposiums werden Alf Thum und Volker Stollorz einen öffentlichen Vortrag zum Thema "The Gene Shop – A Social Experiment" halten, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. In ihrem Vortrag werden sie über einen "Gen-Shop" berichten, den sie in Bremen aufgebaut haben. Hier sollen den Menschen "Gentests" und andere "genetische Interventionen" verkauft werden, um zu sehen, wie weit die Öffentlichkeit bereits aufgeklärt ist und wie weit Menschen derzeit bereit sind zu gehen. Der Künstler Alf Thum hat dieses Projekt für die Bundeszentrale für politische Bildung initiiert und wird dabei von Volker Stollorz, Wissenschaftsjournalist bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, kritisch begleitet. Nähere Informationen über den Gen-Shop finden Sie auch im Internet unter http://www.chromo-soma.de.



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