Asbest in der Universität Bielefeld
 
 
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Untersuchungen

Zeitplan
(für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter)

Aktuelle Informationen zu Asbest finden Sie auch regelmäßig in uni.aktuell
oder auf der
Aktuelles-Seite des Arbeitsschutzes
.

Weiterführende Informationen auch im Bereich Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz.
Dort auch Informationen zur Medizinischen Vorsorge.

Informationen zu Asbest in der Universität Bielefeld


FAQ - diese Liste von Fragen und Antworten wird ständig aktualisiert

Stand: 25.4.2008

GRUNDSÄTZLICHES

Was genau ist Asbest?
"Asbest ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene, natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale, die an vielen Stellen der Erde in der Erdkruste eingebettet sind. Asbest kann in zwei Hauptgruppen unterteilt werden; dem Amphibol (Krokydolith) und Serpentin (Chrysotil). Es sind auch diese beiden Materialien, die am häufigsten in Gebrauchsmaterialien eingesetzt wurden."*
Die Hauptabbaugebiete waren der Ural, Kanada, Brasilien und Südafrika. Heute wird Asbest vor allem noch in einigen Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR im Tagebergbau gefördert.


Wofür wurde Asbest verwendet?
Bis Ende der 70 Jahre wurde Asbest weltweit als "Standard Baustoff" hauptsächlich zur Sicherstellung des Brandschutzes eingesetzt. Die Gefährlichkeit von Asbest war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt - es gab keine Verbote zur Verwendung von Asbestprodukten.

Asbest wurde auch "Wunderfaser" genannt, weil es eine große Festigkeit besitzt, hitze- und säurebeständig ist, hervorragend isoliert und verwoben werden kann. Mit diesen Voraussetzungen konnte sich Asbest in der Schifffahrtsindustrie, Isolationsindustrie der Bauindustrie und der Autoreifenindustrie durchsetzen. Aufgrund der inzwischen eindeutig festgestellten Gesundheitsgefahren, die von Asbest ausgehen, ist der Einsatz heute in vielen Ländern verboten.


Welche Arten von Asbest unterscheidet man?

Als schwach gebundene Asbestprodukte (Spritzasbest) im Sinne der Asbest Richtlinie werden Asbestprodukte mit einer Rohdichte unter 1.000 kg/m³ bezeichnet. Von schwach gebundenen Asbestprodukten in Gebäuden können durch Alterung und äußere Einwirkungen, wie zum Beispiel Luftbewegungen, Erschütterungen, Temperaturänderungen und mechanische Beschädigungen, Asbestfasern in die Raumluft freigesetzt werden.

Aufgrund des Zusatzes von zementhaltigen Bindemitteln wird ab einer Rohdichte von 1400 kg/m³ von gebundenem Asbest (Asbestzement) gesprochen. Da die Asbestfasern relativ fest gebunden sind, ist eine Faserfreisetzung ohne mechanische Einwirkung nicht oder nur in geringem Umfang zu erwarten.

Zwischen 1.000 kg/m³ und 1.400 kg/m³ erfolgt die Einstufung im Einzelfall.


Wann ist Asbest gesundheitsschädigend?
"Beim Umgang mit Asbest und dem Bearbeiten asbesthaltiger Materialien werden Asbestfasern freigesetzt. Gelangen diese in die Lunge, können sie die sogenannte Asbestose auslösen. Dabei handelt es sich um eine Schädigung des Bindegewebes, welche Atemnot, Lungenfunktionseinschränkungen und in schweren Fällen Ateminvalidität zur Folge haben kann. Sie erhöht ebenfalls das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Die Exposition zusammen mit anderen Schadstoffen kann das Lungenkrebsrisiko noch vergrößern. So ist bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko bei Asbestbelastung wesentlich höher als bei Nichtrauchern. Außerdem ist Asbest einer der wichtigsten Auslöser eines Tumors des Rippen- und Lungenfells.

Bei schwach gebundenem Spritzasbest ist - im Gegensatz zum fest gebundenen Asbest im Zement - eine Innenraumbelastung durch freigesetzte Fasern wahrscheinlicher und oft auch gegeben.
Asbestzement ist auch heute in sehr vielen Gebäuden verbaut und bleibt bei unterbleibender mechanischer Bearbeitung weitgehend ungefährlich."*

* Quelle: Wikipedia

ZUM ASBESTFUND IN DER UNIVERSITÄT BIELEFELD

Warum befindet sich überhaupt Asbest in der Universität Bielefeld?
Bis Ende der 70 Jahre wurde Asbest weltweit als "Standard Baustoff" hauptsächlich zur Sicherstellung des Brandschutzes eingesetzt. Die Gefährlichkeit von Asbest war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt - es gab keine Verbote zur Verwendung von Asbestprodukten.

"Asbest wurde auch "Wunderfaser" genannt, weil es eine große Festigkeit besitzt, hitze- und säurebeständig ist, hervorragend isoliert und verwoben werden kann. Mit diesen Voraussetzungen konnte sich Asbest in der Schifffahrtsindustrie, Isolationsindustrie der Bauindustrie und der Autoreifenindustrie durchsetzen. Aufgrund der inzwischen eindeutig festgestellten Gesundheitsgefahren, die von Asbest ausgehen, ist der Einsatz heute in vielen Ländern verboten."*


Wo und in welcher Form ist Asbest im Gemäuer der Universität vorhanden?
Oberhalb der abgehängten Decken der Bibliothek im Bauteil S0 ist Asbest in schwachgebundener Form (Spritzasbest) gefunden worden. Der war der erste Fund dieser Asbestform. Umfangreiche Untersuchungen mit insgesamt 400 Probenahmen in sämtlichen Bibliotheksbereichen ergaben, dass für den Brandschutz in der Bibliothek bei ihrem Bau zum Teil Spritzasbest verwendet wurde. Entsprechende Fasern wurden in den Teilbiliotheken S, C, T, U und V festgestellt.

Schwach gebundenes Asbest befindet sich in Form von Plattenmaterialien außerdem in den geschlossenen Technikbereichen, Gebäudeabtrennungen (Treppentürme / Brandschutzschotts), Stahlträgerummatelungen, Stahlträgerauflagen und Brandschutzklappen. Diese sind nur bei mechanischer Bearbeitung gefährlich. Diese Stellen sind der Nutzung und dem öffentlichen Zugriff nicht zugänglich.

Festgebundene Asbestzementmaterialien sind enthalten in Regenfallrohren, Abwassersystemen sowie in Technikbereichen. Auch von diesen geht keine akute Gefährdung aus.


Wo und wie wurde Spritzasbest in Räumen der Universität gefunden?
Bei vorbereitenden Untersuchungen für Umbaumaßnahmen im Zusammenhang mit dem neuen Exzellenzcluster "Cognitive interaction Technology" ist in den Decken der Bibliothek im Bauteil S0/S1 erstmalig Spritzasbest festgestellt worden. In einzelnen Staubproben wurden wenige Fasern gefunden.

Seit dem 27. März haben externe Gutachter im Auftrag des BLB in der Bibliothek mehr als 400 Proben genommen. Das Ergebnis:  Weitere Asbestfasern - wenn auch nur sehr wenige - wurden in Staubprobenin den Teilbibliotheken C, T, U und V gefunden.

Die Raumluft weit allerdings in allen Bereichen keine gesundheitsgefährdende Konzentration auf.


Wie sehen die Ergebnisse der Probenahmen in der Bibliothek im Detail aus?
Teilbibliothek in Bauteil B
(Informationszentrum, Informationswissenschaften):
In 19 Staubproben keine Asbestfasern gefunden. Raumluft: Sechs Messungen, keine Asbestfasern gefunden.

Teilbibliothek in Bauteil C (Linguistik und Literaturwissenschaft):
In sechs von 75 Staubproben Asbestfasern gefunden. Raumluft: 22 Messungen, zwei Messungen mit sehr geringer Faserkonzentration (196 Fasern beziehungsweise 98 Fasern pro Kubikmeter) - nicht gesundheitsgefährdend.

Teilbibliothek in Bauteil D (Frauenforschung, Gesundheitswissenschaften, Romanistik):
In 25 Staubproben keine Asbestfasern gefunden. Raumluft: Zehn Messungen, keine Asbestfasern gefunden.

Teilbibliothek in Bauteil E (Physik und Technik, Chemie, Biologie, Biotechnologie, Allg. Naturwissenschaften, Ernährungs- und Haushaltswissenschaft):
In 20 Staubproben keine Asbestfasern gefunden. Raumluft: 12 Messungen, keine Asbestfasern gefunden.

Teilbibliothek in Bauteil S (Geschichtswissenschaft, Kunst, Philosophie, Musik, Geowissenschaften):
In vier von 56 Staubproben wurden Asbestfasern festgestellt. Raumluft: 24 Messungen, eine Messung mit sehr geringer Faserkonzentration (96 Fasern pro Kubikmeter) - nicht gesundheitsgefährdend.

Teilbibliothek in Bauteil T (Erziehungswissenschaft, Psychologie, Sportwissenschaft, Theologie):
In einer von 35 Staubproben wurde an einem Pinnbrett eine Asbestfaser festgestellt. Raumluft: Sieben Messungen, eine Messung mit sehr geringer Faserkonzentration (96 Fasern pro Kubikmeter) - nicht gesundheitsgefährdend.

Teilbibliothek in Bauteil U (Rechtswissenschaft, Soziologie):
In einer von 72 Staubproben wurde an einem Buch eine Asbestfaser festgestellt, Raumluft: 16 Messungen, keine Asbestfasern gefunden.

Teilbibliothek in Bauteil V (Mathematik, Informatik, Wirtschaftswissenschaften):
In einer von 39 Staubproben wurde an einem Buch eine Asbestfaser festgestellt, Raumluft: Neun Messungen, keine Asbestfasern gefunden.


Wie konnten Asbestfasern aus dem Gemäuer austreten?
Asbest tritt in der Regel nur bei Beschädigung oder Öffnung kontaminierter Bereiche aus.


Warum war der Fund von Spritzasbest so überraschend?
Aufgrund von umfangreichen Gutachten und exemplarischen Untersuchungen gab es keine Hinweise auf das Vorhandensein von Spritzasbest. Bei allen bisherigen Untersuchungen wurde eine Spritzmasse aus künstlichen Mineralfasern (KMF) gefunden. Das Material sieht ähnlich aus und kann nur im Labor unterschieden werden.


Ist die Verwendung von Spritzasbest auch in den anderen Gebäuden der Universität zu erwarten?
Nach heutigem Kenntnisstand nicht, da es sich um eine andere Gebäudestruktur handelt, d.h. in den genannten Gebäuden wurde auf ein zusätzliches Stahlträgersystem zugunsten einer reinen Stahlbetonkonstruktion verzichtet. Das Aufbringen eines asbesthaltigen Brandschutzes war daher nicht erforderlich.


Wie oft wurden in den letzten Jahren Schadstoffuntersuchungen vorgenommen?
Von 1985 bis zum Jahr 2008 wurden vielfach Untersuchungen verdächtiger Materialien durchgeführt. So wurden mehr als 30 Untersuchungen mit mehrfacher Probenahme an unterschiedlichen Stellen veranlasst. Darüber hinaus finden grundsätzlich bei Baumaßnahmen im Universitätshauptgebäude Prüfungen statt. Bei einem Verdachtsfall werden weitergehende Laboruntersuchungen durchgeführt. Die gegenwärtigen Ergebnisse werden zum Anlass genommen, das Universitätshauptgebäude systematisch auf alle prototypischen möglichen Quellen zu untersuchen.

* Quelle: Wikipedia

MAßNAHMEN

Was tut die Uni nun?
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse sehen die Gutachter keinen Gesundheitsgefährdung. Dennoch ergreifen Universität und Bau- und Liegenschaftsbetrieb Maßnahmen, die zum Teil aufgrund rechtlicher Vorgaben, zum Teil vorsorglich erfolgen.
So ließ Kanzler Hans-Jürgen Simm am 27. März beziehungsweise 16. April die Teilbibliotheken S und C vorsorglich schließen (dort gab es die ersten Asbestfunde).

Mit dem Wissen, das die Universitätsleitung nach den intensiven Untersuchungen in der gesamten Bibliothek gewonnen hat, ist nun ein sicherer Umgang mit dem Thema in diesem Bereich möglich. Nach Einschätzung der Gutachter brauchen die Teilbibliotheken in den Bauteilen T, U und V trotz der einzelnen Asbestfunde vorerst nicht geschlossen werden. Voraussetzung ist eine Kürzung der Nutzungszeiten der betroffen Bibliotheksteile auf insgesamt zweimal vier Stunden täglich (rechtlich vorgegeben aus Asbestrichtlinien des Landes NRW). Bibliotheksnutzer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen sich nur maximal vier Stunden pro Tag in dem Bereich aufhalten. Die Teilbibliothek im Bauteil C ist wieder geöffnet. Es gilt auch dort die verkürzte Öffnungszeit.
In einem zweiten Schritt werden die Decken in sämtlichen betroffenen Bibliotheksteilen abgedichtet. Damit wird die mögliche Gefahr einer Freisetzung von Asbestfasern aus dem Deckenbereich in den Raum hinein verhindert. Für diese bauliche Sicherungsmaßnahme sind die Bereiche zu sperren. Nach Einschätzung der Experten können die Bereiche jedoch nacheinander gesichert werden.
Nach der Öffnung werden zukünftig regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Noch nicht in allen Teilbibliotheken konnten Quellen für die Asbestfasern gefunden werden. Sollte sich bei weitergehenden Untersuchungen in den Decken der Bibliothek zeigen, dass in einzelnen Teilbibliotheken doch kein Spritzasbest verwendet wurde, werden diese umgehend wieder regulär öffnen.

Insgesamt sollen die Einschränkungen für Studierende und Wissenschaftler bei der Bibliotheksnutzung auf ein vertretbares Maß begrenzt werden. Und weiterhin steht die Gesundheit im Vordergrund.

Mehrere Gutachterteams nehmen täglich bis zu 20 Proben im gesamten Gebäude. Geplant sind mehr als 500 Probenahmen, die eine flächendeckende Einschätzung ermöglichen. Der Zeitplan für die Untersuchungen ist hier zu finden (nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugänglich).


Gibt es Sonderregelungen für die Nutzung der betroffenen Teilbibliotheken?
Nach Einschätzung der Gutachter brauchen die Teilbibliotheken in den Bauteilen T, U und V trotz der einzelnen Asbestfunde vorerst nicht geschlossen werden. Voraussetzung ist eine Kürzung der Nutzungszeiten der betroffen Bibliotheksteile auf insgesamt zweimal vier Stunden täglich. Bibliotheksnutzer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen sich nur maximal vier Stunden pro Tag in dem Bereich aufhalten. Die Teilbibliothek im Bauteil C ist wieder geöffnet. Es gilt auch dort die verkürzte Öffnungszeit.


Wie lange bleiben die Teilbibliotheken während der Deckenabdichtung jeweils geschlossen?
Die Maßnahmen erfolgen nacheinander und werden voraussichtlich jeweils zwei Wochen dauern. In der Zeit ist der Zugang zur Literatur nicht möglich. Die Bibliothek stellt die Semester- und Handapparate an anderen Stellen zur Verfügung. Nach Freigabe durch die Gutachter können die Teilbibliotheken wieder regulär öffnen.

Die Bibliothek im Bauteil  C ist bis auf Weiteres wieder geöffnet, im Bauteil S bleibt sie voraussichtlich noch zwei Wochen (bis einschließlich KW 19) geschlossen.


Warum wurden die Teilbibliotheken S und C nach den Asbestfunden geschlossen und die Bibliotheken in den Bauteilen T, U und V nicht?
Als es die ersten Asbestfunde gab, konnte das Ausmaß noch nicht eingeschätzt werden. Daher hat die Universität umgehend gehandelt und die Teilbibliothek in Bauteilen S und vorsorglich auch in Bauteil C geschlossen. Mit dem Wissen, das nach den intensiven Untersuchungen in der gesamten Bibliothek gewonnen wurde, ist nun ein sicherer Umgang mit dem Thema in diesem Bereich möglich - dabei steht natürlich weiterhin die Gesundheit im Vordergrund. Nach Einschätzung der Gutachter brauchen die Teilbibliotheken in den Bauteilen T, U und V trotz der einzelnen Asbestfunde vorerst nicht geschlossen werden.

Was passiert mit den in den Bauteilen S, C, T, U und V verbliebenen Büchern?
Nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen ist laut Einschätzung der Gutachterin eine Reinigung der Bücher nicht notwendig. Dennoch wird der Buchbestand in den betroffenen Bereichen vorsorglich gereinigt.


Wie läuft die Reinigung von Büchern?

Im Wesentlichen durch Absaugung mit speziellen "Saugern" (Bücher). Um die Bibliotheksteile nicht noch weitere ein bis zwei Wochen schließen zu müssen, erfolgt die Reinigung nach Aufhebung der Sperrung, also während des laufenden Betriebs. Eine Ausnahme ist dabei der gesperrte Bereich S - hier erfolgt die Öffnung vorsorglich erst nach der Buchreinigung.


Was passiert mit entliehenen Büchern?
Alle Bibliotheksnutzer, die Bücher aus dem Bestand in S0 und S1 ausgeliehen haben, wurden per Brief bzw. per Mail gebeten diese an einem Sonderterminal im Bereich C1 der Bibliothek abzugeben (Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr, ab 16 Uhr und am Wochenende an den regulären Ausleihterminals in C1 und U1). Die Bücher werden gereinigt, können auf  Wunsch vorgemerkt werden und stehen in der Regel nach drei Tagen wieder zur Verfügung.


Sind besondere Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit diesen Büchern empfehlenswert?

Nein, da es keinen Hinweis gibt, dass die Bücher belastet sind.


Welche Kosten sind mit der Reinigungsaktion und der Probennahme verbunden?
Mehrere 100.000 Euro. Die zahlt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb.

Welche Kosten wären mit einer Asbestsanierung verbunden?
Kann noch nicht abgeschätzt werden, da die Untersuchungen noch durchgeführt werden. Die Asbestsanierung ist Aufgabe des Bau- und Liegenschaftbetriebes NRW als Eigentümer des Gebäudes.


GESUNDHEIT, STUDIUM, ARBEIT

Ist die Gesundheit von Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Uni gefährdet?
Es gibt nach heutigem Kenntnisstand keine Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung, da bei den Luftmessungen in der Bibliothek keine Asbestfasern nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse der Raumluftmessungen sind vom Gutachter  als unbedenklich eingestuft worden.
Nach der Asbestrichtlinie des Landes NRW gilt für die Freigabe nach den vorläufigen Sanierungsmaßnahmen ein Grenzwert in der Raumluft von 1.000 Fasern pro Kubikmeter. Von diesem Grenzwert sind die Ergebnisse der Raumluftuntersuchungen weit entfernt - die höchste in der Bibliothek gemessene Konzentration lag bei 196 Fasern pro Kubikmeter.


Ist es möglich, dass diejenigen, die sich seit Jahren in den Bauteilen S, C, T, U oder V der Bibliothek aufgehalten haben, bereits Asbestfasern eingeatmet haben?
s.o.


Ist der Aufenthalt in den angrenzenden Bauteilen  völlig unbedenklich? Oder können Asbestfasern aus dem Bauteil S dorthin gelangt sein?
s.o.


Wie können sich Studierende und Mitarbeiter vor einer Gesundheitsschädigung durch Asbest schützen?
Ein Schutz ist nur für Personen notwendig, die eine Tätigkeit in den Zwischendecken durchführen. Das trifft insbesondere Handwerker der Universität und Beschäftigte von Fremdfirmen. Bei allen anderen Personengruppen ist kein Schutz erforderlich.


Wie verlässlich sind die Messungen und Gutachten?
Verlässlich, da es sich um zugelassene zertifizierte Prüfinstitute handelt.


Müssten nicht in allen Büros Messungen vorgenommen werden?
Nein, es findet eine prototypische systematische Beprobung statt. Die Verteilung der Messpunkte erfolgt nach gültigen Normen, (Gutachterempfehlung).


Können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach solch einer Messung verlangen?
Nein, da die Auswahl der Probennahmen nach gutachterlicher Bewertung erfolgt. Ein rechtlicher Anspruch besteht nicht.


Wie laufen diese Messungen ab?
Externe Spezialisten führen Untersuchungen in den Decken und Wänden durch, die unter besonderen Schutzbedingungen geöffnet werden: Die Proben werden in einer speziellen Unterdruckschleuse entnommen. Sollte tatsächlich weiterer Spritzasbest gefunden werden, kann so eine Kontaminierung des Raums durch die Öffnung ausgeschlossen werden. Bei einem Hinweis auf gespritzten Asbest, führen die Sachverständigen in den betroffenen Räumen weitere Untersuchungen (Raumluft- und Staubproben) durch.


Ist während der Messungen der Aufenthalt am Arbeitsplatz möglich?
Entnahme der Probe, Decken- beziehungsweise Wandöffnung sowie Auf- und Abbau der Schleuse werden voraussichtlich drei Stunden bei jeder Probeentnahme dauern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Büros exemplarisch untersucht werden, können während dieser Zeit ihren Arbeitsplatz nicht nutzen. Sie werden im Vorfeld durch die Universität informiert.

Der Vorgesetzte entscheidet darüber, ob ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden kann. In der Zeit zwischen Probenahme und Feststellung des Untersuchungsergebnisses kann und darf an dem Arbeitsplatz wie zuvor weitergearbeitet werden, sofern keine gegenteilige Aussage durch den Gutachter erfolgt.
Sobald die Auswertung nach voraussichtlich drei Tagen ab Probenahme vorliegt, wird der betreffende Arbeitsplatzinhaber über das Ergebnis informiert


Haben die Messungen Auswirkungen auf den Lehrbetrieb?

Es werden auch Untersuchungen in Hörsälen und Seminarräumen vorgenommen. Die Verantwortlichen versuchen, die Beeinträchtigung des Lehrbetriebs so gering wie möglich zu halten. Deshalb finden die Untersuchungen in Hörsälen an Freitagen und Samstagen statt. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Veranstaltungen in einen anderen Raum verlegt werden müssen oder ausfallen.


Was passiert, wenn weitere Proben positiv sind?
Sollte sich bei weiteren Messungen ein Nachweis von Asbestfasern ergeben, müssen auch die betroffenen Teilbereiche kurzzeitig geschlossen werden und eine vorläufige Sicherung erfolgen. Innerhalb von drei Jahren muss dann eine Sanierung beginnen.


Welche Regelungen gibt es für Studierende, die wegen der Bibliotheksschließung im Bauteil S ihr Studium nicht oder nur eingeschränkt fortsetzen können?
Bei den Prüfungsarbeiten ist zwischen denjenigen Arbeiten zu unterscheiden, die studienbegleitend (Leistungsnachweise oder Einzelleistungen) erbracht, und denjenigen, die in der Regel am Ende des Studiums (Abschlussarbeiten) geschrieben werden.

Hinsichtlich der studienbegleitenden Arbeiten wenden sich Studierende bitte an die jeweiligen Lehrenden, hinsichtlich der Abschlussarbeiten bitte an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Prüfungsämter. Es besteht die Möglichkeit, eine Verlängerung der Bearbeitungszeit zu beantragen. Aus rechtlichen Gründen ist es notwendig, jeden Einzelfall gesondert zu betrachten, deshalb werden Studierende gebeten, bei den jeweiligen Personen einen Antrag einzureichen und eine Erklärung abzugeben, sofern sie durch die Schließung der Bibliothek bei der Bearbeitung ihrer Arbeit beeinträchtigt sind. In der Erklärung soll angegeben werden, welcher Art und wie umfangreich die Beeinträchtigung ist. Unabhängig von dem Antrag auf Verlängerung der Bearbeitungszeit besteht die Möglichkeit, ausschließlich die Erklärung abzugeben. Inwiefern die dargelegte Beeinträchtigung bei der Bewertung der Arbeit Berücksichtigung finden kann, kann ebenfalls nur im Einzelfall entschieden werden.


Bleiben Vormerkungen auf ausgeliehene Bücher aus den geschlossenen Teilbibliotheken bestehen?
Nein, leider müssen Vormerkungen auf diese Bestände im Zusammenhang mit Rückgabe und Reinigung gelöscht werden.


Können Bücher, die zur Zeit nicht zugänglich sind, per Fernleihe  bestellt werden?
Bücher aus dem derzeit geschlossenen Bereich können per Sonderfernleihe (http://www.ub.uni-bielefeld.de/sonderfernleihe/) bestellt werden. Die Fernleihgebühr von 1,50 Euro wird in diesen Fällen nachträglich automatisiert erlassen.


Was passiert mit Semesterapparaten in vorläufig für Sicherungsmaßnahmen gesperrten Teilbibliotheken?
Die Bibliothek stellt die Semester- und Handapparate an anderen Stellen zur Verfügung.


Wie können Lehrende dringend benötigte Literatur schnell wieder beschaffen?
Um Lehre und Forschung hinsichtlich des dringendsten Literaturbedarfs zu unterstützen, wird die Universitätsbibliothek von schnell wiederbeschaffbaren Titeln für Semesterapparate ein zusätzliches Exemplar kaufen. Dasselbe gilt für Literatur, die für Forschungszwecke dringend benötigt wird.
Ansprechpartnerinnen:
Dr. Karin Hartbecke, Tel. 106 -5232, karin.hartbecke@uni-bielefeld.de und
Dr. Sabine Rahmsdorf, Tel. 106 -3036, sabine.rahmsdorf@uni-bielefeld.de


An wen können sich Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden, wenn sie weitere Fragen bezüglich der Besonderheiten der derzeitigen Bibliohteksnutzung haben?
Zu allen weiteren Fragen gibt des Informationszentrum Auskunft: Tel. 106 -4114, info.ub@uni-bielefeld.de


Besteht die Möglichkeit, die Teilbibliotheken während der zweiwöchigen Sperrzeiten (Abdichtung der Decken) kurzzeitig zu betreten, wenn dringend bestimmte Literatur gebraucht wird?

Während der baulichen Sicherungsmaßnahmen werden die Teilbibliotheken jeweils für zwei Wochen gesperrt. In der Zeit ist der Zugang zur Literatur nicht möglich. Die Bibliothek stellt die Semester- und Handapparate an anderen Stellen zur Verfügung. Nach Freigabe durch die Gutachter können die Teilbibliotheken wieder regulär öffnen.


Können Bohrungen an Wänden oder an der Decke - etwa um Geräte dort anzubringen - zur Freisetzung von Asbest führen?
Arbeiten in den Zwischendecken sollten unbedingt vermieden werden. Die Wände und Decken selber sind aber unbedenklich, d.h. sie enthalten kein Asbest. Trotzdem gelten unter Umständen besondere Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit sogenannten künstlichen Mineralfasern. Im Zweifel ist das Dezernat Facility Management der Universität anzusprechen.


Wie werden Studierende und Mitarbeiter über Neuigkeiten bezüglich der Asbest-Problematik auf dem Laufenden gehalten?
Wichtige Informationen werden auch weiterhin per E-Mail kommuniziert. Fragen werden in der Regel in diesem Bereich eingestellt und beantwortet.