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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Alexia Meyermann


Individuelle und betriebliche Determinanten der Antwortqualität in Organisationssurveys

Der Bedarf an Organisationssurveys, in denen Informationen erhoben werden, die über die klassischen Strukturmerkmale wie Alter, Größe oder Branche hinausgehen, wächst stetig, weil die Ebene der Organisation für immer mehr Forschungsfragen als relevant angesehen wird. Dies gilt für wirtschaftswissenschaftliche Fragestellungen der Konjunktur- oder der Managementforschung, für die klassisch organisationstheoretischen Fragestellungen, aber auch für ungleichheitssoziologische Fragestellungen, in deren Zusammenhang Kontexte wie sie Organisationen darstellen, etwa für Patienten, Klienten, Arbeitnehmer oder Schüler von Bedeutung sind. Dem gestiegenen Bedarf stehen jedoch eine Reihe bislang ungelöster, methodischer Probleme gegenüber, die sich daraus ergeben, dass hier eine spezielle Population - nämlich Organisationen - den Gegenstand der Untersuchungen bildet. Beispiele für die damit zusammenhängenden Probleme sind niedrige Teilnahmequoten bei gleichzeitig hohen Kosten, inadäquate Operationalisierungen theoretischer Konzepte oder verzerrte Antworten in Fragebögen. Diese führen zu einer geringen Datenqualität, deren Nichtbeachtung die auf diesen Daten beruhenden Forschungsergebnisse angreifbar macht.

Um in Anbetracht des geschilderten Bedarfs an Organisationssurveys einen Beitrag zur Verbesserung der Datenqualität zu leisten, sollen mit dem vorliegenden Projekt die verschiedenen individuellen, wie betrieblichen Bestimmungsgründe der Antwortqualität in Organisationssurveys in den Blick genommen werden. Die Besonderheit des Kontextes in Organisationssurveys im Vergleich zu demjenigen in Individualsurveys gemeinsam mit der Kontextabhängigkeit des Phänomens Antwortqualität macht eine gesonderte Analyse organisationaler Antwortqualität erforderlich, die sowohl die Situationsbedingungen des Antwortprozesses, als auch die dort salienten Faktoren und deren Wirkungszusammenhänge, systematisch in den Blick nimmt. Da eine solche Untersuchung bislang noch aussteht, bestehen die zentralen Aufgaben dieses Projektes darin,

  1. die individuellen und organisationalen Faktoren der Antwortqualität in Organisationssurveys zu identifizieren,
  2. sie in ihrem Zusammenspiel - theoretisch wie empirisch - zu untersuchen und
  3. ihre gemeinsamen Effekte zu bestimmen.

Die Kenntnis der Entstehungsbedingungen der Antwortqualität ist zum einen die Voraussetzung für Designmodifikationen, die es ermöglichen potentielle Verzerrungen im Voraus zu verhindern oder deren Auftreten zu beobachten (z.B. im Rahmen sog. process quality control methods vgl. Biemer & Fecso 1991). Zum anderen werden derartige Kenntnisse bei der Anwendung von Gewichtungs- oder Imputationsverfahren und entsprechend spezifizierten statistischen Modellen (Rässler & Riphahn 2006, Drecksler 2010) vorausgesetzt. Letztere ermöglichen es, Beeinträchtigungen der Antwortqualität im Nachhinein zu kontrollieren oder gar zu korrigieren. Kontrolle, Korrektur und Prävention mangelhafter Antwortqualität sind wiederum eine notwendige Bedingung für profunde, nicht angreifbare Forschungsergebnisse (vgl. Esser 1991).




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