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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Bastian Hamel

Die Tiefkühlpizza als Ergebnis einer kulturellen Globalisierung? (Arbeitstitel)


Die Pizza und damit einhergehend auch die Tiefkühlpizza sind heute ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Ernährungskultur. Es ist selbstverständlich geworden, zu einem Italiener zu gehen, sich eine Pizza zu bestellen oder eine Tiefkühlpizza im heimischen Ofen zu backen. So finden sich in den meisten Städten eine oder mehrere Pizzerien oder italienische Restaurants, die kaum noch aus dem Stadtbild wegzudenken sind. Supermärkte bieten eine Vielzahl von Fertigpizzen an, es gibt vorgefertigten Teig für die individuelle Zusammenstellung der eigenen Pizza und auch Kochbücher enthalten eine große Zahl von Rezepten und Anregungen, um den persönlichen Geschmack zu befriedigen. Ihre Bestandteile und Zubereitung sind in gewisser Weise Allgemeinwissen geworden, wobei die Pizza selbst stets mit dem Land Italien und der dortigen Küche in Verbindung gebracht wird. Auch wenn jüngere Generationen in Deutschland respektive Westdeutschland mit der Pizza aufgewachsen sind und diese bereits während ihrer Kindheit kennen lernten, kamen ältere Generationen mit der Pizza und später ebenso der Tiefkühlpizza erst nach und nach in Kontakt. Wie aber entstand ein Produkt wie die Fertigpizza in der Bundesrepublik Deutschland? War sie das Ergebnis einer Entwicklung des 20. Jahrhunderts, in der die Verbreitung von Nahrungsmitteln auf einem globalen Markt Innovationen wie den Einsatz von Kältetechnik erforderlich machte und in der die Konservierung von Nahrungsmitteln mit der Einführung von komplett fertigen Gerichten für den privaten Haushalt einherging?
In der Dissertation soll dargestellt werden, wie sich ein anfangs regionales italienisches Gericht wie die Pizza letztendlich zu dem Produkt der Tiefkühlpizza in Deutschland und damit einhergehend auch weltweit entwickelte, ferner welche technischen Entwicklungen in diesem Prozess eine Rolle spielten und wie sich die Veränderungen der Ernährungskultur darauf auswirkten und wechselseitig selbst beeinflusst wurden. Im Hinblick auf eine Geschichte der Globalisierung kann die Tiefkühlpizza somit als Beispiel für Ideentransfers, Migrationsbewegungen oder Kulturtransfers herhalten und einen tieferen Einblick in die im Globalisierungsprozess auftretenden Faktoren und deren Verhältnis zwischen globaler und lokaler Ebene bieten. Gleichzeitig soll die Arbeit einen Beitrag zur Konsum- respektive Ernährungsgeschichte leisten, in welcher die Objekte des Konsums bis jetzt zumeist eine eher untergeordnete Rolle spielen. Der erste Teil der Untersuchung dient zunächst zur Beantwortung der Frage, wie sich das anfänglich nur regionale, italienische Gericht Pizza sowohl in Italien als auch in Deutschland und den USA etablierte und bettet damit die Entstehung der Tiefkühlpizza in ihren historischen Kontext ein. Auf dieser Grundlage soll die Einführung und Geschichte der Tiefkühlpizza in den zuvor genannten Ländern anhand einzelner Unternehmen untersucht werden. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Innovationen bei der Einführung eine Rolle spielten und woher diese stammten, des Weiteren welche Akteure bei diesen Entwicklungsprozessen in Erscheinung traten und welche Wissenstransfers stattgefunden haben und wie sie die jeweiligen Entwicklungen beeinflussten. Einen zusätzlichen Untersuchungspunkt stellt dabei die Vermarktung der Tiefkühlpizza durch die jeweiligen Tiefkühlpizzahersteller unter besonderer Berücksichtigung der Nutzung stereotyper Italienbilder dar. Neben der Einführung und Vermarktung der Fertigpizza soll ein weiterer Fokus der Dissertation auf den Konsumenten respektive potenziellen Käufern dieses Produktes liegen und der Frage nachgegangen werden, warum das Produkt Tiefkühlpizza durch wen konsumiert wurde und ebenfalls, wie dieses neue Produkt überhaupt auf- und wahrgenommen wurde.




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