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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Christopher Dorn

Organisation und Kommensurabilität. Zur Evolution organisatorischer Vergleiche am Beispiel von Krankenhäusern (Arbeitstitel)

Ziel des Promotionsvorhabens ist eine organisationssoziologische Rekonstruktion des Wandels von intra- und interorganisatorischen Vergleichen am Beispiel des Organisationstyps Krankenhaus. Dabei sind Vergleiche, die eine Rangordnung zwischen den verglichenen Objekten herstellen, von zentralem Interesse. Im Rahmen der Untersuchung der evolutionären Entwicklung und Abfolge von verschiedenen Vergleichstypen soll auch die Perspektive dafür geschärft werden, dass mit der jeweiligen Wahl eines Vergleichs andere mögliche Vergleichsoptionen aus dem Blick geraten bzw. ausgeschlossen werden. Im Zentrum der Arbeit stehen also die Gleichzeitigkeit des Ermöglichens und Vermeidens von Vergleichen und ihre organisatorischen Folgen. Entgegen bisheriger Forschungsschwerpunkte wird damit die soziale Praxis des Vergleichens selbst zum Thema gemacht und die vorherrschende Konzentration auf die Bedingungen der Möglichkeit von wissenschaftlichen Vergleichen um eine empirische Forschungsperspektive erweitert. Insbesondere wird mit der Arbeit ein Desiderat an Studien adressiert, die sowohl Organisationen als auch Vergleiche thematisieren und dabei auch nicht nur auf einzelne spezielle Vergleichsverfahren, etwa Rankings, abstellen. Krankenhäuser sind als Fall dabei besonders interessant, weil sie es erlauben, die Rolle von Professionen und speziell die Frage, ob und wie Vergleiche an Deprofessionalisierungstendenzen beteiligt sind, zu erörtern.
Zudem sind sie, anders als beispielsweise Schulen, keine professionellen Monokulturen, sondern weisen verschiedene ausgebaute organisatorische Einheiten (etwa Pflege) und den Einsatz von Technik auf. Des Weiteren sind Krankenhäuser als Forschungsobjekt aufschlussreich weil sie, neben Unternehmen, schon lange eines der primären Objekte von Betriebsvergleichen darstellen und diese Vergleichsprozesse aktuell im Rahmen eines als Ökonomisierung bezeichneten Strukturwandels des Krankenhaussektors zunehmend an Bedeutung zu gewinnen scheinen. Damit soll insgesamt ein Beitrag zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen der Sozialform Vergleich und formalen Organisationen geleistet werden. Zur Bearbeitung der Fragestellung wird die soziologische Systemtheorie Niklas Luhmanns herangezogen, da diese sowohl auf einen Organisations- als auch einen Vergleichsbegriff zurückgreifen kann. Zudem entspricht die damit verbundene Methode der funktionalen Analyse der Intention der Arbeit, Vergleiche zu vergleichen. Als Datenmaterial dienen historisch-soziologische Studien, Managementliteratur sowie Fach-, Standeszeitschriften und Qualitätsberichte zu Krankenhäusern. Ergänzend werden Experteninterviews geführt.




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