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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Florian Sander

Das Primat des Politischen im Nationalsozialismus: Politik und Recht im Spannungsfeld von Differenzierung und Entdifferenzierung

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dessen, was in der Politikwissenschaft als Totalitarismus bezeichnet wird, lässt sich die Vermutung postulieren, dass in totalitären Staaten wie dem Dritten Reich Prozesse von Entdifferenzierung vorlagen, die aus "gesellschaftshegemonialen" Steuerungsambitionen des politischen Systems herrührten, welche das letztendliche Ziel hatten, die funktionale Differenzierung der Gesellschaft aufzulösen und diese unter ein Primat des Politischen zu stellen.

Eine besondere Funktion kommt in diesem Kontext der Verfassung als derjenigen Einrichtung zu, die die strukturelle Kopplung von politischem System und Rechtssystem gewährleistet und die mittels ihres Grundrechtekataloges für die Aufrechterhaltung funktionaler Differenzierung essenziell ist. Hieraus ergibt sich die für das Dissertationsprojekt zentrale Frage, ob die De-Facto-Außerkraftsetzung der Weimarer Reichsverfassung und die auf die NS-Machtergreifung folgenden (vor allem staats-)rechtlichen Entwicklungen auf eine stattgefundene Entdifferenzierung zwischen Politik und Recht hinweisen und wenn ja, auf welchen sozialen System-Ebenen sich diese vollzog.

Es soll hier nicht bei der Beantwortung der empirischen Frage Halt gemacht, sondern es sollen vor allem auch Rückschlüsse gezogen werden für die Konzeption der der Leitfrage zugrunde liegenden soziologischen Systemtheorie: Inwieweit kann eine solche Forschung helfen, den Begriff der Entdifferenzierung für die Systemtheorie fassbar und konzeptualisierbar zu machen? Ziel des Projektes ist es insbesondere auch, der Theorie eine breitere konzeptionelle Perspektive für derlei Phänomene zu bieten, deren Beobachtung im Zuge der der Verfassung attestierten Bedeutung für die moderne Gesellschaftsstruktur letztendlich auch für Systemtheoretiker zur Pflicht wird.

Betreuer: Prof. Dr. Klaus P. Japp

Curriculum Vitae

Seit 01/2016
Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (FHöV NRW)

12/2013 bis 12/2015
Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (FHöV NRW)

04/2013 bis 12/2015
Promotionsstipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF)

Seit 10/2012
Doktorand / Promotionsstudent an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS)

Seit 03/2012
Master of Arts (M.A.)

10/2010 bis 06/2011
Forschungsstudierender am Institut für Weltgesellschaft, Universität Bielefeld

Seit 07/2009
Bachelor of Arts (B.A.)

Lehre

Lehre an der FHöV NRW in den Studiengängen:
  • Bachelor "Polizeivollzugsdienst"
  • Bachelor "Staatlicher Verwaltungsdienst"
  • Bachelor "Kommunaler Verwaltungsdienst"
Lehrveranstaltungen an der FHöV NRW:
  • Stadtsoziologie, Polizei und Gewalt (02/2016 bis 06/2016)
  • Europäisierung der Inneren Sicherheit (02/2016 bis 05/2016)
  • Einführung in die Soziologie (01/2016 bis 05/2016)
  • Einführung in die Politikwissenschaft (01/2016 bis 04/2016)
  • Die Rolle der Polizei im historischen Wandel (01/2016 bis 02/2016)
  • Sozialpsychologie der (politischen) Gewalt (01/2016 bis 02/2016)
  • Sozialpsychologie der Familie (10/2015 bis 12/2015)
  • Sozialpsychologie des Extremismus (03/2015 bis 07/2015)
  • Einführung in die Politikwissenschaft (01/2015 bis 04/2015)
  • Einführung in die Politikwissenschaft (01/2014 bis 04/2014)

Forschungsinteressen:

  • Soziologische Theorie
  • Politische Theorie
  • Soziologische Sozialpsychologie
  • Familiensoziologie
  • Psychiatrische Soziologie als Klinische Soziologie



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