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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Jens Elberfeld


Selbst/Regulation. Kybernetik, Psychotherapie und die Regierung des Selbst in der Systemischen Therapie (BRD 1960-1990)

Ausgehend von der Geschichte der Familien- bzw. Systemischen Therapie als historischer Sonde wird der Prozess der Therapeutisierung analysiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der BRD und der Zeit von der einsetzenden Rezeption der us-amerikanischen Familientherapie zu Beginn der 1960er Jahre bis zur Etablierung und Ausdifferenzierung in der bis heute existierenden Form Ende der 1990er Jahre. Die Arbeit schließt dabei an das foucaultsche Konzept der Technologien des Selbst an, welches für die historische Arbeit operationalisiert werden soll. Dafür werden vier heuristische Ebenen in die Analyse der Selbsttechnologien eingezogen: Institutionalisierung, Wissen bzw. Epistem, soziale Praktiken und schließlich Normen bzw. "Telos" der Subjektivierung. Die detaillierte Untersuchung der Technologien des Selbst in der Familien- bzw. Systemischen Therapie wird mittels der historischen Diskursanalyse im breiteren gesellschaftlichen Kontext von Psychiatriereform, Wandel der Familie, New Age etc. verortet. Auf diese Weise soll die Geschichte des Selbst im Allgemeinen und die der Therapeutisierung des Selbst im Besonderen in den Problemhorizont der Zeitgeschichtsschreibung transferiert werden.

Zur Person

Studium der Geschichte, Soziologie und Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld und der Johns Hopkins University. Magister Artium 2006 mit der Arbeit "Muskeljuden. Zur Körpergeschichte der Jüdischen Turnerschaft im wilhelminischen Kaiserreich." Seit 2007 Promotion zur Geschichte der Psychotherapie als Technologie des Selbst bei Prof. Dr. Willibald Steinmetz. Alt-Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung und Mitglied der "Bielefeld Graduate School in History and Sociology". Seit Februar 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum.

Mitbegründer und -herausgeber von Body Politics. Zeitschrift für Körpergeschichte.

Veröffentlichungen

Jens Elberfeld / Pascal Eitler (Hg.): Zeitgeschichte des Selbst. Therapeutisierung - Politisierung - Emotionalisierung. Bielefeld: transcript 2015.

Jens Elberfeld: Rezension zu: Kury, Patrick: Der überforderte Mensch. Eine Wissensgeschichte vom Stress zum Burnout. Frankfurt am Main 2012, in: H-Soz-u-Kult, 28.02.2013.

Jens Elberfeld: Heilung der Psyche, Optimierung des Selbst. Diskursiver Wandel der Psy-Disciplines. Der Fall der Familientherapie (1940-2000), in: Anna Sieben, Katja Sabisch-Fechtelpeter, Jürgen Straub (Hg.): Menschen machen. Die hellen und die dunklen Seiten humanwissenschaftlicher Optimierungsprogramme, Bielefeld 2012, S. 169-210.

Jens Elberfeld: Tagungsbericht Ausnahmezustände. Subjekt- und Gesellschaftskonstitution und ihr Wandel seit 1945.15.06.2012-16.06.2012, Göttingen, in: H-Soz-u-Kult, 21.07.2012.

Jens Elberfeld: Subjekt/Beziehung: Patriarchat - Partnerschaft - Projekt. Psychowissen und Normalisierungspraktiken im Diskurs der Paartherapie (BRD 1960-1990), in: Uffa Jensen/Maik Tändler (Hg.): Das Selbst zwischen Anpassung und Befreiung. Psychowissen und Politik im 20. Jahrhundert, Göttingen 2012, S. 85-114.

Jens Elberfeld: Rezension zu: Ramsbrock, Annelie: Korrigierte Körper. Eine Geschichte künstlicher Schönheit in der Moderne. Göttingen 2011, in: H-Soz-u-Kult, 08.06.2012,

Jens Elberfeld: Rezension zu: Brockmeyer, Bettina: Selbstverständnisse: Dialoge über Körper und Gemüt im frühen 19. Jahrhundert, Göttingen 2009, in: Archiv für Sozialgeschichte 52 (2012).

Jens Elberfeld: Unterschichten, Frauen, Ausländer. Zur Normalisierung von Differenz in Familientherapie und -beratung, BRD 1960-1990, in: Traverse. Zeitschrift für Geschichte - Revue d'histoire, 3/2011 (Schwerpunktheft "Rat holen, Rat geben, beraten"), S. 105-121. http://www.revue-traverse.ch/artikel/972/unterschichten-frauen-auslaender-zur-normalisierung-von-differenz-in-familientherapie-und-beratung-brd-19601990

Jens Elberfeld, Sabine Maasen, Pascal Eitler, Maik Tändler (Hg.): Das beratene Selbst. Zur Genealogie der Therapeutisierung in den 'langen' Siebzigern, Reihe 1800-2000 Kulturgeschichten der Moderne, Bielefeld, transcript 2011. http://www.transcript-verlag.de/ts1541/ts1541.php

Jens Elberfeld: Sammelrezension "Sport und Körper in der jüdischen Geschichte". in: H-Soz-u-Kult, 06.06.2011, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-2-187.

Jens Elberfeld: Rezension zu: Verheyen, Nina: Diskussionslust. Eine Kulturgeschichte des "besseren Arguments" in Westdeutschland. Göttingen 2010, in: H-Soz-u-Kult, 04.03.2011, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-1-159.

Jens Elberfeld: Rezension zu: Hagner, Michael: Der Geist bei der Arbeit. Historische Untersuchungen zur Hirnforschung. Göttingen 2006, in: H-Soz-u-Kult, 24.03.2010, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-1-225.

Jens Elberfeld: Von der Befreiung des Individuums zum Management des Selbst. Die unheimliche Karriere von Therapie, Beratung und Coaching seit 1968, in: Recherche. Zeitung für Wissenschaft , 3/2010, S. 20-21.

Jens Elberfeld: "Körperlichen Entartung der Juden". Die Debatte über Degeneration in der "Jüdischen Turnzeitung" 1900-1914, in: transversal. Zeitschrift des Centrums für jüdische Studien, 1/2007, S. 23-48.

Jens Elberfeld/Marcus Otto (Hg.): Das schöne Selbst. Zur Genealogie des Selbst zwischen Ethik und Ästhetik, Reihe Literalität und Liminalität, Bielefeld: transcript 2009.

Christian Hoffmann: Rezension zu: Elberfeld, Jens; Otto, Marcus (Hrsg.): Das schöne Selbst. Zur Genealogie des modernen Subjekts zwischen Ethik und Ästhetik. Bielefeld 2009, in: H-Soz-u-Kult, 16.11.2010, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-4-117.

Jens Elberfeld: Rezension zu: do Mar Castro Varela, María; Dhawan, Nikita (Hrsg.): Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung. Bielefeld 2005, in:. H-Soz-u-Kult, 02.02.2007, /hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-1-079>.

Jens Elberfeld: Rezension zu: Reuveni, Gideon; Brenner, Michael (Hrsg.): Emanzipation durch Muskelkraft. Juden und Sport in Europa. Göttingen 2006, in: . H-Soz-u-Kult, 04.02.2008, /hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-1-094>.

Jens Elberfeld: Rezension zu: Hagner, Michael; Hörl, Erich (Hrsg.): Die Transformation des Humanen. Beiträge zur Kulturgeschichte der Kybernetik. Frankfurt am Main 2008, in: H-Soz-u-Kult, 22.09.2008, /hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-3-185>.

Interessenschwerpunkte

  • Geschichte des Selbst
  • Wissenschafts- und Medizingeschichte, v.a. Kybernetik und Psychotherapie
  • Körper- und Sexualitätsgeschichte
  • Deutsch-Jüdische Geschichte
  • Theorien in der Geschichte, v.a. Poststrukturalismus, Theorien sozialer Praxis und Systemtheorie

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