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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Kathrin Kreimeyer

Teilhabeverständnisse in der "aktivierenden" Arbeitsmarktpolitik in Deutschland, Schweden und Großbritannien

"Soziale Teilhabe" ist für das Leben eines Individuums innerhalb einer Gesellschaft von großer Bedeutung, da Teilhabe als positiv normativer Gegenbegriff zu Armut und (sozialer) Ausgrenzung gedeutet wird (vgl. Bartelheimer 2007: 5). Doch trotz dessen und einer deutlichen Stärkung des Teilhabebegriffs im internationalen Kontext scheint es im Vergleich zwischen Deutschland, Schweden und Großbritannien kein einheitliches Verständnis von "sozialer Teilhabe" zu geben. Ein Vergleich der Teilhabeverständnisse erweist sich in diesen Ländern vor allem für den Bereich der "aktivierenden" Arbeitsmarktpolitik als interessant, da nicht nur die historische Entwicklung der klassischen Armenfürsorge einen ähnlichen Verlauf nahm, sondern das Leitbild einer "aktivierenden" Arbeitsmarktpolitik in allen drei Ländern Mitte bis Ende der 1990er Jahre aktuell wurde. Im Rahmen der empirischen Analysen zur "aktivierenden" Arbeitsmarktpolitik wird der Fokus auf "Teilhabe" für die Gruppe der Langzeitarbeitslosen gelegt. Gerade in diesem Bereich befinden sich Personen vielfach in multiplen Problemlagen, so dass ökonomische Leistungen oft nur einen Teilbedarf abbilden. Zusätzliche Bedarfe können beispielsweise Beratungsangebote oder die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Programmen sein. Daraus ergibt sich eine differenzierte Zusammensetzung von Akteuren der materiellen Grundsicherung sowie aus personenbezogenen sozialen Dienstleistungen. Eine der Hauptfragen ist deshalb, was die Akteure der materiellen Grundsicherung und personenbezogener sozialer Dienstleistungen unter "sozialer Teilhabe" verstehen. Gerahmt wird dies mit der Theorie zu "social citizenship" nach T.H. Marshall (1992). Darüber hinaus wird nach dem Verständnis der Akteure der "aktivierenden" Arbeitsmarktpolitik von der Relation zwischen materieller Grundsicherung und personenbezogenen sozialen Dienstleistungen gefragt. Die Forschung über monetäre Transferleistungen erfolgt bislang weitgehend getrennt von der zu personenbezogenen sozialen Dienstleistungen. Es ist deshalb danach zu fragen, ob die Verknüpfung von Geld- und Dienstleistungen als erfolgreiche Strategie zur Bewältigung von Armut und prekärer sozialer Lebenslagen gedeutet wird. Die Erweiterung des Blickwinkels von materiellen auf persönliche Hilfen ist demnach ein besonderes Anliegen der Dissertation. Es wird außerdem angenommen, dass sich die Länder bezüglich ihrer Verwaltungskulturen unterscheiden (Jann 1983, Jewell 2007). Deshalb wird mit Hilfe eines wissenssoziologischen Zugangs versucht genauer zu verstehen, wie "Kultur" das Handeln bzw. das Verständnis von "sozialer Teilhabe" beeinflusst. Ausgangspunkt der Fallstudie ist der aktuelle Stand im Jahr 2015, der im Lichtkegel zentraler Reformen in den drei Vergleichsländern betrachtet wird. Mittels leitfadengestützter Experteninterviews sollen im internationalen Vergleich Deutungsmuster verschiedener Akteure von "sozialer Teilhabe" sowie Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Verwaltungskultur identifiziert werden. Anhand der Ergebnisse sollen Schlüsselkonzepte abgeleitet werden, die im Bereich der "aktivierenden" Arbeitsmarktpolitik eine erfolgreiche Umsetzung von "sozialer Teilhabe" definieren.




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