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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Klaus Schroeder


Feindliche "Bruderarmeen" im Kalten Krieg. Die Bilder des "Anderen" in Nationaler Volksarmee und Bundeswehr im Vergleich, 1949-1989

Das Projekt unternimmt einen historischen Vergleich der Feindbilder, die den Soldaten in der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee der DDR zwischen 1949 (also lange vor der formellen Gründung der Streitkräfte) und 1989 in ihrer Ausbildung bzw. in ihrem Dienstalltag vermittelt wurden. Ausgangspunkt der Fragestellung ist die besondere geostrategische Konstellation an einer der direkten Konfrontationslinien des Kalten Krieges, die Angehörige einer geteilten Nation als Elemente gegnerischer Militärblöcke einander gegenübertreten ließ. Obwohl als "Friedensarmeen" (NVA) mit rein defensivem Auftrag legitimiert (Bundeswehr: "Wir produzieren Sicherheit"), führte die latente Konfrontationslage des Kalten Krieges dazu, das Gegenüber als allzeit angriffsbereiten Aggressor zu stilisieren und den eigenen Verteidigungsauftrag damit zu dramatisieren. Die Frage ist nun, wie sich das auf die wechselseitige Wahrnehmung der "deutschen Bruderarmeen" auswirkte, also wie und in welcher Form sich Feindbilder von NVA und Bundeswehr herausbildeten, wie sie sich gegenseitig beeinflussten und wie weit sie in die jeweiligen Gesellschaften hineinwirkten. Als Quellen stehen dem Projekt vor allem die nachgelassenen Ausbildungsmaterialien der beiden deutschen Streitkräfte und ergänzend bzw. kontrastierend zeitgenössische Fachliteratur und sozialwissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung. Die Quellen werden über die Beschreibung 'des Anderen' Auskunft geben und dabei sowohl auf äußere (physische), als auch auf innere (ideologisch-psychische) Konstruktionen untersucht werden. Dabei werden u.a. Beschreibungen von Männlichkeit, deren gegenseitige Verleugnung oder Übersteigerung untersucht. In einem weiteren Schritt bettet die Studie die Ergebnisse der vergleichenden Streitkräfteanalyse in die jeweiligen gesellschaftlichen Kontexte ein. Gefragt wird hier nach der Reichweite der Integration militärischer Bewertungsmaßstäbe und des Militärs in die Gesellschaften selber. Als Messinstrument für den Einfluss und ?Erfolg? der Feindbildvermittlung in Militär und Gesellschaft sollen qualitative Interviews im Rahmen einer begrenzten Oral History geführt werden, vorrangig mit ehemaligen Soldaten unterschiedlicher Rang- und Funktionskontexte aus beiden deutschen Streitkräften.

Projektbeschreibung




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