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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Lasse Bjoern Lassen


Ideologie, Imperialismus, Internationalismus - Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung bilateraler Außenpolitik in der kubanischen und US-amerikanischen Presse

Medien bestimmen unsere Blickwinkel auf Politik, Gesellschaft und Diplomatie. Bei politischen Auseinandersetzungen verdeutlichen sie Konfliktlinien, spitzen Problemstellungen zu und hinterfragen Motivationen, Mittel und Maß politischen Handelns. Ebenso können sie aber auch Konflikte vereinfachen, eindimensionale Feindbilder konstruieren oder Teilaspekte gezielt verschweigen. Gerade im weiten Feld der außenpolitischen Beziehungen ist die Rolle der Medien als Vermittler von zentraler Bedeutung. Medien erklären und verargumentieren den nationalen Bevölkerungen komplexe multilaterale Konfliktfälle und binden diese in nationale Politiklinien und Debatten ein, wobei Zuspitzungen, Verallgemeinerungen, Vereinfachungen aber auch Neubetrachtungen eigener nationaler Standpunkte ständige Begleiter eines solchen "bilateralen Mediendiskurses" sind.

Meine Dissertation mit dem Titel "Ideologie, Imperialismus, Internationalismus - Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung bilateraler Außenpolitik in der kubanischen und US-amerikanischen Presse" soll sich mit wechselnden Paradigmen medialer Darstellung der bilateralen Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten im Verlauf des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Zeit auseinandersetzen. Beginnend mit dem Ende der ersten US-amerikanischen Besatzungszeit 1902 soll diese Langzeitstudie analysieren und verdeutlichen, wie einzelne einschneidende Ereignisse, die die bilateralen Beziehungen der beiden Länder nachhaltig geprägt haben, medial gespiegelt und aufbereitet wurden. Die Einzelereignisse umfassen dabei sowohl internationale Verträge (z.B. Gründung der Organisation Amerikanischer Staaten, 02.05.1948), militärische Interventionen (z.B. US-amerikanische Schweinebucht Invasion, 17.04.1961) als auch zentrale Wendepunkte der Flüchtlingsproblematik (z.B. Mariel Boat Lift, 20.04.1980). Entscheidende Kriterien für die Auswahl der Einzelereignisse sind dabei der Bezug zu den bilateralen Beziehungen der beiden Länder sowie ein enger zeitlicher Rahmen des Einzelereignisses.

Der Quellenkorpus der Studie umfasst dabei die auflagenstärksten Tages- und Wochenzeitungen sowie Karikaturmagazine Kubas und der Vereinigten Staaten. Für die Auswahl einzelner journalistischer Darstellungen zu einem bestimmten Einzelereignis sind politisches Gewicht und Einfluss der jeweiligen Publikation zum Zeitpunkt der Berichterstattung und Relevanz des Beitrags zum entsprechenden Thema entscheidend. Ferner soll bei der Auswahl der Darstellungen eine ausgewogene Mischung aus unterschiedlichen politischen Ausrichtungen, aus anspruchsvoller und Populärpresse sowie von unterschiedlichen Darstellungsformen erreicht werden. Die Analyse der medialen Darstellungen soll sich insbesondere an den geschichts- und sozialwissenschaftlichen Modellen der Diskursanalyse nach Achim Landwehr und Rainer Keller orientieren. Ferner sollen Karikaturen und Bilder mit Methoden der Ikonografie/Ikonologie nach Erwin Panofsky und Horst Bredekamp beziehungsweise Semiologie nach Roland Barthes untersucht werden. Ziel der Studie soll es sein, nationalideologische Deutungsschemata der Darstellung bilateraler Beziehungen im kubanisch und US-amerikanischen Mediendiskurs aufzuzeigen, Paradigmenwechsel herauszuarbeiten, eine mögliche wechselseitige Bezugnahme festzustellen und die Frage zu erörtern, inwieweit man von einem "bilateralen Mediendiskurs" sprechen kann.


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