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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Maria Guadalupe Rivera Garay

Mexikanische indigene Migration in die USA: Transnationalität, Ungleichheit und Entwicklung. Der Fall der indigenen Gemeinschaft El Alberto in Zentralmexiko

Das traditionelle Bild, das über indigene Völker vorherrscht, als in Raum und Zeit isolierte Kollektive, die mit der Natur in Harmonie leben, wurde immer wieder unhinterfragt reproduziert. Diese Sichtweise ignoriert, dass sich die Position und Lebensumstände indigener Völker mit der Zeit gewandelt haben und auch in der Wissenschaft besteht häufig eine gewisse Blindheit, durch welche die aktuelle Lebenssituation Indigener übersehen wird. Allerdings zeigt gerade das Beispiel indigener Völker mit ihren intensiven grenzüberschreitenden Bindungen, die sie über Grenzen hinweg aufbauen, dass heutzutage ihre soziale Welt nicht mehr auf eine Lokalität beschränkt ist, sondern sich ihre Lebenswelten in unterschiedliche Richtungen und Orte erstrecken, wodurch sie eine transnationale Gemeinschaft bilden und als solche agieren. So existieren indigene Gemeinschaften, die Dank neuer Technologien und Transportmittel und fortwährender Mobilität einen neuen Raum geschaffen haben, in dem sie eine neue Identität als Kollektiv erschaffen. Dies ermöglicht ihre weitere Reproduktion als Gruppe, denn diese neue Lebensweise bestärkt ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft.

In diesem Zusammenhang erforsche ich für meine Doktorarbeit im Bereich der transnationalen Migration eine indigene Gemeinschaft in Zentralmexiko, deren Mitglieder seit Mitte der 1980er Jahre in die Vereinigten Staaten migrieren. Es handelt sich um illegale Migration, die sie in eine sehr prekäre Situation bringt, was noch durch ihre gesellschaftliche Stellung als Indigene verstärkt wird. Aufgrund dieser Situation hat die Gemeinschaft vor acht Jahren ein Entwicklungsprojekt im Bereich des Tourismus initiiert. Damit will sie ökonomische Ressourcen für die grenzüberschreitende Gemeinschaft schaffen, die ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen soll. Vor allem soll das Entwicklungsprojekt den Mitgliedern ermöglichen, sich selbst zu entscheiden, ob sie migrieren wollen oder nicht.

Vor diesem Hintergrund bezieht sich meine Hauptfragen auf folgendes: Was sind Mechanismen, durch die sich diese Gemeinschaft transnationalisiert? Welche Bedeutung hat ihre ungleiche soziale Position im Vergleich zu anderen Akteuren? In Anbetracht der Tatsache, dass sie ein eigenes Territorium als Herkunftsort haben, untersuche ich, ob dies eine Rolle spielt. Warum wird versucht ein Entwicklungsprojekt zu schaffen und warum speziell im Bereich des Tourismus? Hat dies mit ihren Migrationsprozessen zu tun? Welches sind die transnationalen Praktiken und Flüsse, die dort stattfinden? Und schließlich, kann das Beispiel von El Alberto ein Vorbild für die Förderung der Entwicklung indigener Gemeinschaften sein, die über Grenzen hinweg leben?




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