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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Nazgul Tajibaeva

Home State and Transnational Migration - the Case of Kyrgyzstan

Warum ist Kirgistan als "home state" ein critical case? Man beobachtet die "Geburtsstunde" einer neuen policy sowie eine außergewöhnliche Akteurskonstellation. Die Entwicklung auf der institutionell-rechtlichen Ebene im Bereich der Migration ist ungewöhnlich in ihrer Dynamik und Intensität. Auffallend sind die wortwörtliche Übernahme der internationalen Diskurse (migrant rights, migration as a ressource for development) und der Einfluss von internationalen Geberorganisationen auf institution-building, policy formulation und policy implementation. "Der Staat" scheint weit davon entfernt zu sein, die migrationspolitische Arena zu dominieren, die nationale Migrationspolitik ist zum guten Teil von anderen, v.a. externen Akteuren, vereinnahmt worden. Zudem behaupten die neuen "Diaspora Organisationen" (Organisationen von Arbeitsmigranten), die entsprechenden Problemlösungen vom Staat übernommen zu haben.

Darüber hinaus finden in Kirgistan, im Unterschied zu anderen Ländern, der Nations- und Staatsaufbau praktisch gleichzeitig mit der massenhaften Arbeitsmigration der sog. Titularethnie statt, wobei beides keine Vorgeschichte kennt. Hier wird also die "Selbsterfindung" eines Nationalstaates von Anfang an stark von der Erfahrung der transnationalen Migration geprägt. Dies ist eben ein konkreter Fall, bei dem sich das von Glick-Schiller et al. (1997) beschriebene Paradox beobachten lässt: "The paradox of our times,...is that the "age of transnationalism" is a time of continuing and even heightening nation-state building processes". Das grundsätzliche Spannungsverhältnis besteht darin, dass "der Verlust" der "staatsbildenden Ethnie" als eine Gefahr für das kirgisische "nation-state project" verstanden wird, aber andererseits Kirgistan auf die Arbeitsmigration seiner Bevölkerung stark angewiesen ist. Die wirtschaftliche Notwendigkeit klafft somit mit dem nationalen Interesse der Nationalstaatsbildung auseinander. Wie versucht nun Kirgistan, diese gegensätzlichen Interessen zu vereinen? Beziehungsweise, wie wird der Prozess des nation-making von der Arbeitsmigration beeinflusst? Ist Kirgistan auf dem Weg sich als eine transnationale Nation zu definieren? Um diese Fragen zu klären, nimmt die Arbeit talk und action sowie das Zusammenspiel von dem Staat und Diaspora-Organisationen unter die Lupe.




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