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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Sebastian Hoggenmüller

Globalität in Bilderwelten: Präsenz und Konstituierung in der visuellen Erfahrung. Eine Analyse statistischer Bildformen des Klimawandels.

Bildstatistiken, Zeitverlaufskurven, Tabellen, Diagramme, Schemata und Isotype - Schaubilder sind allgegenwärtig. Nicht nur Analysten und Wissenschaftler arbeiten mit diesen Bildertypen, jene spezifischen Darstellungsformen prägen die (visuelle) Kommunikation unserer zunehmend bildorientierten Wissensgesellschaft: Neben der Omnipräsenz solcher Abbildungen im Medienalltag dienen Illustrationen von beispielsweise Arbeitslosenzahlen, Börsenkursen, Krankenkassenbeiträgen oder Meinungsumfragen als Orientierungshilfen bei politischen wie privaten Entscheidungsfindungen und der subjektiven Antizipation von sozialen Handlungen. Diese Bildformen sind Teil des öffentlichen Formenrepertoires und, aus wissenssoziologischer Perspektive, gesellschaftlich etablierte Wirklichkeit.

Das hier skizzierte Forschungsprojekt widmet sich explizit dem Bildtypus der statistischen Schaubilder. Anhand von Bildstatistiken, die das globale Phänomen Klimawandel thematisieren, soll die Präsenz und Konstituierung von Globalität und Weltgesellschaft in der visuellen Erfahrung erforscht werden. Vergleichend für zwei unterschiedliche Funktionssysteme werden im Zeitraum von 1972 (dem Jahr der ersten Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema Umwelt: Weltumweltkonferenz) bis heute derartige Bildstatistiken bildhermeneutisch analysiert. Interessieren auf der einen Seite die Bildformen des Klimawandels in den Massenmedien, sind es auf der anderen Seite Bilder aus der Wissenschaft, die im Zentrum der Untersuchung stehen. Aus dieser komparativen Perspektive fokussiert das Projekt nicht die Folgen einer bereits konsolidierten Weltgesellschaft, sondern rückt die unterschiedlichen Entstehungsprozesse und Entwicklungen der spezifischen weltgesellschaftlichen Strukturen in der visuellen Erfahrung in den Mittelpunkt. Es geht um die spezifischen Verlaufsformen von Globalisierungsprozessen in der bildlichen Darstellung und um die visuelle Erzeugung und erfolgreiche Reproduktion von weltgesellschaftlichen Strukturen. Grundlegend hierbei ist, dass das Schaubild - wie jede bildliche Darstellung generell - als ikonologische Quelle für die Konstituierung eines bildimmanenten Sinns dient. Neben der Abbildung statistischer Informationen und nominal begründeter Werte sind die Bildstatistiken durch ihre bildimmanente Wirkungsmacht konstitutiv an der Erzeugung und Vermittlung von Wissen beteiligt. Diese Wirkungsmachtmacht basiert auf der konkreten visuellen Konstruktion dieser sachlichen, nicht-ästhetischen und scheinbar neutralen Darstellungsform. Ihre ikonologischen Voraussetzungen sind zu analysieren.

Die Schaubilder sollen darüber hinaus kommunikationstheoretisch reflektiert werden. Von zentraler Bedeutung ist hierbei der Kommunikationsbegriff von Niklas Luhmann. Die zu analysierenden Formen und Strukturen der Schaubilder sind in diesem Sinne als kontingente Selektionen zu verstehen, die auf spezifische Art und Weise bestimmte Informationen mitteilen, so dass sie als kommunikative Offerte wahrgenommen und somit verstanden werden. Die konkrete Selektion der Mitteilung (einer Information) betrifft sowohl das Was der Mitteilung (den Inhalt bzw. den Sinnvorschlag) als auch das Wie (die spezifische Wahl der visuellen Formen bzw. der konkreten Gestaltung). Folglich muss sich auch die empirische Bildanalyse an diesen zwei Fragen orientieren.




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