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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Sebastian Lemme

Postkoloniale Imaginationen, Weißsein und visuelle Kommunikation

Zur Kontinuität und Transformation deutscher Selbst- und Fremdbilder im visuellen Diskurs um nationale Zugehörigkeit

Das Dissertationsprojekt zielt darauf ab, bestehende neokoloniale Machtverhältnisse sowie die in Folge von Kolonialisierung und Migration in den Metropolen entstandenen diversen 'kulturellen Formationen' in den Blick zu nehmen. Mein Interesse richtet sich hierbei insbesondere auf den Bereich der postkolonialen Gegenwart Deutschlands. Postkoloniale Imaginationen um nationale Zugehörigkeit sollen im deutschen Kontext aufgespürt und historisch verortet werden. Von besonderer Bedeutung für das Projekt ist hierbei die gegenwärtig vielfach auftretende Re/Konstruktion eines okzidentalen Selbstbildes der (weißen) Mehrheitsgesellschaft, die auf die koloniale Polarität von Selbst und Anderem rekurriert, zugleich jedoch im Zuge von Globalisierung und Arbeitsmigration eine teilweise Neuformulierung erfährt. Im Fokus der Forschungsarbeit stehen daher die Grenzziehungsprozesse einer imaginierten deutschen Gemeinschaft gegenüber einem konstitutiven Außen und die hiermit einhergehende Generierung einer gesellschafts- und identitätsstrukturierenden Norm.

Vor dem Hintergrund des vielfach diskutierten 'Pictorial Turn' interessiert mich diesbezüglich insbesondere, wie diese Grenzziehungen bzw. diese Einschließungs- und Ausgrenzungsdynamiken im visuellen Diskurs verhandelt werden und welche hegemonialen Subjektpositionen um Deutschsein vorzufinden sind. In diesem Zusammenhang wird in einer empirischen Studie danach gefragt, welche dominanten Subjektivierungsmuster im visuellen Diskurs innerhalb des Schnittfeldes von 'Deutschsein - Weißsein - europäische Selbstvergewisserung' konstruiert werden und inwieweit diese gleichwohl politisch umkämpft sind und in Frage gestellt werden. Weißsein und Deutschsein sollen hierbei als historisch gewachsene, sozial-kulturelle Konstruktionsweisen verortet werden, die nicht von kolonialen Erfahrungen und tradierten Visualisierungen zu trennen sind.

Aktuelle Publikationen

  • Lemme, Sebastian (2016): Bilder postkolonial lesen? Forschungsperspektiven auf Selbst- und Fremdbilder in der visuellen Alltagskultur. In: Beck, Laura/ Osthues, Julian (Hrsg.): Postkolonialismus und (Inter-)Medialität. Perspektiven der Grenzüberschreitung im Spannungsfeld von Literatur, Musik, Fotografie, Theater und Film. Bielefeld: transcript Verlag, S. 235-252.

  • Lemme, Sebastian (2015): Visuelles Othering und weiße Imaginationen des globalen Südens. Postkoloniale Analyseperspektiven auf Fair Trade-Bildwelten. In: Greve, Anna (Hrsg.): Weißsein und Kunst. Neue postkoloniale Analysen (Kunst und Politik, Bd. 17), Göttingen: V&R, S. 137-154.

  • Lemme, Sebastian (2014): 'Käuflich und konsumierbar' - Fair Trade Werbefotos. In: iz3w, Nr. 343 (Schwerpunktthema 'Fotografie'), S. 26-27.

  • Lemme, Sebastian (2014): Vom Umgang mit kolonialen Straßennamen und postkolonialer Erinnerungskultur. In: Brahm, F./ Brockmeyer, B. (Hrsg.): Koloniale Spurensuche in Bielefeld und Umgebung. Bielefeld: TPK-Verlag, S. 108-119.



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